Die zunehmende Entwicklung von antimikrobiellen Resistenzen (AMR) ist eine akute globale Bedrohung, die wissenschaftlich, klinisch und gesundheitspolitisch adressiert werden muss. Die Kommission ART bewertet Diagnostik- und Therapieansätze infektiologischer Erkrankungen unter besonderer Berücksichtigung der antimikrobiellen Resistenzentwicklung und leitet daraus praxisnahe, leitlinienorientierte Empfehlungen für Klinik und Public Health ab.
Die Mitarbeit in der Kommission knüpft unmittelbar an Slevogts wissenschaftliche und klinische Tätigkeit an. Am HZI erforscht sie mit ihrer Arbeitsgruppe „Dynamik respiratorischer Infektionen“ die Rolle des Mikrobioms auf Entzündungs- und Infektionsprozesse in den Atemwegen. Gleichzeitig ist sie als leitende Oberärztin für klinische Infektiologie an der Klinik für Pneumologie und Infektiologie an der MHH tätig.
„Antiinfektiva sind essenziell für die Therapie von pulmonalen Infektionen, die weltweit weiterhin eine zentrale Krankheitslast darstellen. Gleichzeitig stellt die zunehmende antimikrobielle Resistenz eine akute globale Bedrohung dar“, sagt Slevogt. „Die Arbeit in der RKI-Kommission ART ermöglicht es, diese Herausforderungen auf Basis wissenschaftlicher Evidenz in konkrete, leitlinienorientierte Empfehlungen für Diagnostik und Therapie zu überführen und so zur Umsetzung der nationalen und internationalen AMR-Strategien beizutragen.“
Die Kommission spielt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART). Sie arbeitet eng mit Fachgesellschaften, der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Fachgesellschaften (AWMF) sowie weiteren Institutionen des Gesundheitswesens zusammen. Die Mitglieder werden alle vier Jahre neu berufen.