Translationale Immunologie

Die Nachwuchsforschungsgruppe „Translationale Immunologie“ untersucht Infektionsrisiken bei immunsupprimierten Patient:innen, insbesondere bei Menschen mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen. Diese Patient:innen sind durch ihre Erkrankung und durch immunmodulatorische Medikamente besonders anfällig für Infektionen. In enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Rheumatologie und Immunologie der MHH erforscht die Clinical Scientist-Gruppe die Ursachen der systemischen Sklerose – einer schweren Autoimmunerkrankung – und untersucht dafür Immunzellen direkt im entzündeten Gewebe, vornehmlich Haut und Lunge. Zudem arbeitet die Gruppe an neuartigen Medikamenten, die gezielt in krankhaften Immunzellen wirken, sowie an präzisieren Strategien der gezielten Immunmodulation um das Infektionsrisiko vulnerabler Patient:innen zu minimieren und Impfantworten zu verbessern. Diese Gruppe hat ihren Sitz am TWINCORE – Zentrum für Experimentelle und Translationale Infektionsforschung.

Dr. Dr. Theresa Graalmann

Leitung

Dr. Dr. Theresa Graalmann
Forschungsgruppenleiterin

Unsere Forschung

Die AG Graalmann beschäftigt sich mit klinisch-inspirierten Fragestellungen zu immunsupprimierten Patient:innen, die häufiger an Infektionskrankheiten leiden. Insbesondere Patient:innen mit systemisch autoimmun rheumatischen Erkrankungen leiden unter einer Immunsuppression, einerseits bedingt durch die Grunderkrankung und andererseits bedingt durch eine therapeutische Immunmodulation aufgrund von Medikamenteneinnahme.

In enger Kooperation mit der Klinik für Rheumatologie und Immunologie der Medizinischen Hochschule Hannover erforschen wir grundlegende pathophysiologische Mechanismen der Entstehung chronisch entzündlicher Erkrankungen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entstehung der systemischen Sklerose aus dem rheumatischen Formenkreis der Kollagenosen. Hier werden mit innovativen Methoden Immunzellen direkt in entzündetem Gewebe untersucht. Diese Untersuchungen sollen helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und künftig bessere Behandlungsoptionen zu entwickeln.

Chronisch entzündliche Erkrankungen erfordern den Einsatz immunmodulatorischer Medikamente. Diese Medikamente können wiederum Immunantworten während Infektionen und Impfungen beeinflussen. Wir untersuchen diese indirekten Wirkmechanismen von immunmodulatorischen Medikamenten, um bessere Impfstrategien für gefährdete Patient:innengruppen entwickeln zu können.

Die Behandlung chronisch rheumatischer Erkrankungen mit immunmodulatorischen Medikamenten führt häufig zu einer systemischen Beeinflussung des Immunsystems. Mit Hilfe innovativer Nanocarrier sollen Methoden entwickelt werden, um veränderte Immunzellen bei Autoimmunerkrankungen gezielt behandeln zu können und Wirkstoffe direkt in betroffenen Zellen einzuschleusen. Diese Therapien sollen helfen Infektionskrankheiten zu reduzieren, die durch eine systemische Beeinflussung des Immunsystems vermehrt auftreten.