Ebola

Ebola Virus

Die Ausbrüche kommen plötzlich und heftig. Mit großer Geschwindigkeit breitet sich das Ebola-Fieber dann im Endemie-Gebiet aus. Die Sterberate unter den Erkrankten beträgt häufig mehr als 50 Prozent, manchmal bis zu 90 Prozent. „Die Krankheit beginnt oft mit unspezifischen Symptomen und kann einer Grippe oder einer Durchfallerkrankung ähneln“, sagt Prof. Fabian Leendertz, Direktor des Helmholtz-Instituts für One Health (HIOH) in Greifswald. Im Verlauf der Erkrankung leiden einige der Infizierten an einem sogenannten „hämorrhagischen Fieber“, das mit inneren Blutungen verbunden sein kann. „Letztlich ist die Todesursache in den meisten Fällen ein Multiorganversagen“, sagt Leendertz. 

Der erste dokumentierte Ausbruch wurde im Jahr 1976 nahe einem Nebenfluss des Kongo beobachtet, dem Ebola, von dem die Krankheit auch ihren Namen hat. Die Erreger der Gattung Orthoebolavirus gehören zur Familie der Filoviren und umfassen sechs Arten, von denen vier – Orthoebolavirus zairense (ehemals als Spezies „Zaire“ bezeichnet, heute nur noch als Ebola-Virus) sowie die Spezies „Sudan“ „Bundibugyo“ und „Taï Forest“ – schwere Erkrankungen bei Menschen auslösen. Die fadenförmigen Viren können bis zu vier Mikrometer lang werden. Damit gehören sie rein äußerlich zu den Riesen unter den RNA-Viren. Sie können sich in vielen verschiedenen Zellen des menschlichen Körpers vermehren.

Die Virusvarianten von Ebola werden als Spezies bezeichnet, da sie nur entfernt miteinander verwandt sind. Es ist unklar, ob es Kreuzimmunität zwischen verschiedenen Ebola-Spezies gibt, also ob geimpfte oder genesene Personen auch gegen andere Ebola-Spezies immun sind. 

Vom Spillover zu Ausbrüchen

Zwei Personen mit Schutzmasken, Brillen und Stirnlampen untersuchen im Dunkeln ein feines Netzmaterial.
Forscher:innen des HIOH befreien behutsam eine Fledermaus aus einem Fangnetz, um von ihr Proben zu nehmen.

Der Mensch ist für Ebola-Viren ein Spillover-Wirt, den sie gewissermaßen eher „zufällig“ befallen. Ihr eigentliches natürliches Reservoir lässt sich noch immer nicht zweifelsfrei identifizieren, doch sprechen viele Erkenntnisse dafür, dass der Erreger ursprünglich aus Flughunden oder anderen Fledertieren stammt. Auch andere Säugetiere wie Affen und Antilopen können sich infizieren.

Am Anfang eines Ebola-Ausbruchs steht in der Regel ein Mensch-Tier-Kontakt, d.h. Menschen stecken sich durch den Kontakt mit infizierten Tieren an, beispielsweise bei der Zubereitung ihres Fleisches. Nach dem initialen Spillover aus dem Tierreich kann sich das Virus auch von Mensch zu Mensch verbreiten. Dabei überträgt sich die Krankheit durch direkten Kontakt und Körperflüssigkeiten, etwa Erbrochenes. Über die Luft wird das Virus nach bisherigen Erkenntnissen nicht verbreitet. Jedoch können beispielsweise beim Erbrechen infektiöse Tröpfchen entstehen. Infizierte Personen sind ab Beginn des Auftretens von Symptomen ansteckend. An Ebola Verstorbene sind besonders infektiös, da ihr Körper eine extrem hohe Viruslast aufweist. 

Seit der Identifikation des Virus im Jahr 1976 gab es wiederholt Ausbrüche in Afrika. Der bisher größte Ausbruch fand von 2013 – entdeckt wurde er erst 2014 – bis 2016 in Westafrika statt; mehr als 11.000 Menschen starben. Gemeinsam mit Kolleg:innen untersuchte HIOH-Forscher Leendertz den Ursprung der Epidemie. Das von ihm geleitete Team konnte zeigen, dass der Ausbruch wahrscheinlich seinen Anfang nahm, als sich ein Kind in Guinea bei einem zufälligen Kontakt mit einer Fledermaus ansteckte.

Gegen Orthoebolavirus zairense sind seit einigen Jahren zwei Impfstoffe verfügbar, die bei Ausbrüchen in Form von Ringimpfungen eingesetzt werden können. Dabei werden nicht nur die direkten Kontaktpersonen von infizierten Personen, sondern auch deren Kontaktpersonen geimpft. Diese Strategie hilft, Infektionsketten zu unterbrechen und den Ausbruch effektiv einzudämmen. Impfstoffe gegen andere Ebola-Spezies sind in unterschiedlichen Stadien der Entwicklung, aber bisher nicht zugelassen. 

(mbn, cwe)
Stand: Juni 2026

Beteiligte Forschungsgruppen