Gruppenfoto mit 18 Personen in formeller Kleidung, die in drei Reihen auf einer Treppe vor einem modernen Gebäudeeingang stehen
Gäste bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen des BRICS
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Zehn Jahre BRICS: Gesundheitsforschung mit System

Seit zehn Jahren verbindet der HZI-Standort BRICS Biologie, Mathematik und Ingenieurwissenschaften, um Gesundheit und Umwelt besser zu verstehen.

Das Braunschweiger Zentrum für Systembiologie (BRICS) feiert sein zehnjähriges Bestehen. Seit seiner Gründung bringt das interdisziplinär und international ausgerichtete Forschungszentrum Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Lebenswissenschaften, der Mathematik, der Informatik und den Ingenieurwissenschaften zusammen. Gemeinsam arbeiten sie daran, komplexe biologische Prozesse besser zu verstehen. Dabei vereint das BRICS die wissenschaftliche Expertise von vier Partnerinstitutionen: der Technischen Universität Braunschweig, dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), und dem Leibniz-Institut Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH (DSMZ).

Im Mittelpunkt der Forschung steht die Aufgabe, komplexe biologische Systeme zu verstehen. Das BRICS untersucht, wie biologische Systeme in Gesundheit, Krankheit und Umwelt funktionieren, indem es die dynamischen Wechselwirkungen ihrer Teilsysteme betrachtet. Dabei zeigt es, wie neue Eigenschaften entstehen – von Molekülen über Organe bis hin zu ganzen Ökosystemen.

Krankheiten vorbeugen, Ökosysteme schützen

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, Diagnosen zu verbessern, individuelle Gesundheitsmaßnahmen zu entwickeln, Krankheiten vorzubeugen und Ökosysteme zu schützen. So trägt das BRICS zu höherer Lebensqualität und mehr Wohlbefinden in der Gesellschaft bei. Eine besondere Stärke des Zentrums ist seine interdisziplinäre Arbeitsweise: Es verbindet experimentelle Biologie, mathematische Modellierung, künstliche Intelligenz, Messtechnik und Ingenieurwissenschaften zu einem gemeinsamen Systembiologie-Ansatz.

Drei interdisziplinäre Forschungsräume

Am BRICS gibt es drei interdisziplinäre Forschungsräume, die jeweils eine unterschiedliche Ebene der biologischen Organisation darstellen und dennoch eng miteinander verbunden bleiben: den Eco Space, den Metabo Space und den Whole Body Space. Zusammen verkörpern sie die Vision, lebendige Systeme als dynamische, miteinander verbundene und interagierende Netzwerke zu verstehen. 

Die Vernetzung, die am BRICS auf wissenschaftlicher Ebene eine zentrale Rolle spielt, setzt sich auch in der Förderung junger Menschen und der Begleitung individueller Karrierewege fort. Neben dem BRICS Women Network bietet der Zukunftstag Einblicke in die Arbeit und Forschung am BRICS. 

Stimmen:

„Unser Konzept ist ein starkes Gemeinschaftszentrum: die TU Braunschweig zusammen mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und dem Leibniz-Institut Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH (DSMZ). Wenn diese namhaften Institutionen geschlossen hinter so einem Projekt stehen und sich gegenseitig verpflichten, ist das Fundament ungleich stärker. Wir können gemeinsam viel mehr bewegen – und dieser Ansatz hat sich absolut bewährt.“ — Prof. Dieter Jahn, Sprecher des BRICS von 2016 bis 2026

„Das zehnjährige Jubiläum bietet Anlass, auf die Entwicklung des BRICS zurückzublicken und zugleich die Zukunft ins Visier zu nehmen. Neue Methoden, Forschungsfragen und Kooperationsmöglichkeiten eröffnen weitere Perspektiven für eine Systembiologie, die wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Relevanz verbindet. Als Teil der Ecoversity-Strategie der TU Braunschweig steht das BRICS dabei beispielhaft für eine Forschungskultur, die auf Offenheit, Zusammenarbeit und den Austausch über institutionelle Grenzen hinweg setzt. Ich danke allen Partnern und dem Land Niedersachsen für die Zusammenarbeit und Unterstützung.“ — Prof. Melanie Brinkmann, Sprecherin des BRICS

„Zehn Jahre BRICS zeigen, wie viel Expertise wir gemeinsam mit unseren Partnern im Bereich der Systembiologie bündeln. Die aufgebauten Strukturen und gut etablierten Netzwerke bieten den Wissenschaftlern langfristige Perspektiven, dieses Wissen weiterzuentwickeln. Gute Partnerschaften helfen uns dabei – auch, weil sie Forschenden den Freiraum geben, gemeinsam neue Ideen zu verfolgen und wissenschaftlich neue Wege zu gehen. Das geschieht tagtäglich am BRICS. Darauf sind wir als Universität sehr stolz.“ — Prof. Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig

„Das HZI sieht im BRICS einen zentralen Baustein, um die biologische Forschung der Zukunft auf systemischer Ebene interdisziplinär weiterzuentwickeln. Das datengestützte Verständnis komplexer biologischer Netzwerke mithilfe mathematischer Modellierung und künstlicher Intelligenz schafft die Grundlage, Forschungsergebnisse schneller in innovative Lösungen für Prävention, Diagnostik und Therapie von Infektionserkrankungen zu überführen und stärkt zugleich den Wissenschaftsstandort Niedersachsen.“ — Prof. Michael Meyer-Hermann, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)

"Die Kooperation mit dem BRICS ist strategisch wichtig für die DSMZ und ihre Vernetzung in der Region. Interdisziplinäre Zusammenarbeit auf den Gebieten Mikrobiologie, Metabolomik, Genomik, Bioinformatik, Datenbanken und Datenwissenschaften ermöglichen uns das Verständnis biologischer Systeme auf verschiedenen Ebenen. Als eine der weltweit größten Bioressourcensammlungen verfügt die DSMZ über einzigartige biologische Ressourcen und umfassende Expertise, die wir in gemeinsame Forschungsprojekte einbringen." — Prof. Ulrich Nübel, Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH

„BRICS erwies sich schnell als natürlicher und äußerst erfolgreicher Partner der PTB. Es vereint Expertise in den Bereichen Infektionsbiologie, „Omics“-Technologien, Bioinformatik, computergestützte Modellierung, Bioprozesstechnik und künstliche Intelligenz. In Kombination mit der messwissenschaftlichen Expertise der PTB entsteht dadurch ein außergewöhnliches Umfeld, um einige der wichtigsten Herausforderungen der modernen Biologie und Gesundheitsforschung zu bewältigen.“ — Prof. Gavin O´Connor, Physikalisch-Technische Bundesanstalt

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Originalmeldung der TU Braunschweig

Charlotte Schwenner

Pressekontakt

Dr. Charlotte Schwenner
Wissenschaftsredakteurin