Seine wissenschaftliche Laufbahn hat Deore bereits über mehrere Kontinente geführt – von Indien über die USA bis nach Deutschland, wo er jetzt am HIPS in Saarbrücken sein Forschungsprofil weiterentwickelt. Deore promovierte am Indian Institute of Science (IISc) in Bangalore im Bereich organische Chemie und Photokatalyse; seine Dissertation trug den Titel QD-based Photocatalysis and AuNP-catalysed Cascade Rearrangement Reaction. Zuletzt war er als NIH Postdoctoral Research Fellow an der San Diego State University in Kalifornien tätig, wo er im Bereich asymmetrische Photokatalyse forschte. Seine wissenschaftliche Erfahrung reicht von organischer Synthese über Photochemie und Katalyse bis hin zu bioaktiven Molekülen und analytischen Methoden.
Am HIPS, einem Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes, bringt Deore diese Expertise nun in ein Forschungsprojekt ein, das synthetische Biologie, Protein-Engineering und synthetische organische Chemie miteinander verbindet. Ziel ist es, photo-stabilisierte Mega-Enzym-Systeme zu entwickeln, die eine zellfreie Produktion komplexer Naturstoffe ermöglichen und damit neue Wege für die Antibiotikaentwicklung eröffnen.
„Was mich am HIPS am meisten begeistert, ist das stark interdisziplinäre Forschungsumfeld. Forschende aus der synthetischen Biologie, der medizinischen Chemie, dem Enzym-Engineering und der computergestützten Forschung arbeiten hier zusammen, um wichtige biomedizinische Herausforderungen zu lösen“, sagt Deore. „Dr. Bozhüyüks Gruppe ist international für innovative Strategien im Natural-Product-Engineering bekannt und damit der ideale Ort, um meinen Forschungshintergrund mit modernster synthetischer Biologie für die Wirkstoffforschung zu verbinden.“
Das wissenschaftliche Ziel seines Projekts ist es, eine vielseitige zellfreie Plattform zu etablieren, mit der sich neue antimikrobielle Wirkstoffkandidaten schneller entwerfen, synthetisieren und skalieren lassen. Dafür sollen stabilisierte Multi-Enzym-Systeme mit nicht-kanonischen Aminosäuren und Photo-Click-Chemie aufgebaut werden. Solche Ansätze könnten helfen, die Grenzen klassischer mikrobieller Fermentation zu überwinden und die Suche nach neuen bioaktiven Molekülen deutlich zu beschleunigen.
Die Relevanz des Themas ist hoch: Antimikrobielle Resistenzen zählen zu den größten globalen Gesundheitsherausforderungen unserer Zeit. Neue Antibiotika und effizientere Strategien der Wirkstoffforschung werden dringend benötigt. Deores Projekt zeigt beispielhaft, wie das Helmholtz Global Fellow Program internationale Perspektiven in die Helmholtz-Gemeinschaft bringt und zugleich aktuelle Forschungsschwerpunkte aufgreift. Der bis zu zweijährige Forschungsaufenthalt schafft die nötigen Freiräume, damit die Stipendiat:innen ihre wissenschaftliche Unabhängigkeit ausbauen können.