Antivirale Immunität von Bakterien
Unsere Forschung
Antivirale bakterielle Immunität
Bakteriophagen weisen ein großes Potenzial als Therapie bei bakteriellen Infektionen auf, doch ihr klinischer Einsatz wird durch ihre Spezifität eingeschränkt: Oft infizieren sie nur bestimmte Bakterienstämme und sind nicht in der Lage, andere klinische Isolate abzutöten. Einer der Hauptgründe für diese Phagenspezifität ist die Bildung einzigartiger antiviraler Schutzbarrieren in verschiedenen Bakterienstämmen, die diese gegen Phagen resistent machen. Die antiviralen Immunsysteme von Bakterien sind äußerst vielfältig. Um den viralen Bedrohungen aus ihrer Umgebung besser standhalten zu können, nehmen Bakterienstämme ständig Immun-Gene auf, indem sie mobile genetische Elemente wie Transposons in ihr Genom einbauen. Dies führt zur Entstehung von Immun-Genclustern, sogenannten „Verteidigungsinseln“ (engl. defense islands), die Dutzende verschiedener antiviraler Gene umfassen können. Anhand klinischer Stämme von Pseudomonas aeruginosa und Burkholderia cenocepacia untersuchen wir, wie sich „Verteidigungsinseln“ bilden, wie sie reguliert werden und wie sie antiviralen Schutz bieten. Unser Ziel ist es, die Barrieren zu identifizieren, denen Phagen gegenüberstehen, und Bakteriophagen so zu verbessern, dass sie diese überwinden können, um eine effizientere Phagentherapie zu ermöglichen.
Anti-Immun-Phagengene
Ähnlich wie Bakterien nutzen Phagen den horizontalen Gentransfer, um Gene zu erwerben, die es ihnen ermöglichen, bakteriellen Abwehrmechanismen entgegenzuwirken und die bakterielle Immunität zu überwinden. Diese Gene sind im Phagengenom häufig als Anti-Verteidigungs-Hotspots (engl. anti-defense hotspots) kodiert. Mithilfe genetischer und biochemischer Ansätze wollen wir die Rolle dieser Anti-Verteidigungs-Gene für die Infektiosität von Phagen verstehen.
Phagen-Engineering
Phagen erwerben ständig neue Gene und modifizieren ihr Genom, um Bakterien im Kampf zu überwinden. Wir wollen dies im Labor nachbilden und sind davon überzeugt, dass rationales Phagen-Engineering dazu beitragen wird, effektivere Ansätze für die Phagentherapie zu entwickeln.
Unsere Forschung
Antivirale bakterielle Immunität
Bakteriophagen weisen ein großes Potenzial als Therapie bei bakteriellen Infektionen auf, doch ihr klinischer Einsatz wird durch ihre Spezifität eingeschränkt: Oft infizieren sie nur bestimmte Bakterienstämme und sind nicht in der Lage, andere klinische Isolate abzutöten. Einer der Hauptgründe für diese Phagenspezifität ist die Bildung einzigartiger antiviraler Schutzbarrieren in verschiedenen Bakterienstämmen, die diese gegen Phagen resistent machen. Die antiviralen Immunsysteme von Bakterien sind äußerst vielfältig. Um den viralen Bedrohungen aus ihrer Umgebung besser standhalten zu können, nehmen Bakterienstämme ständig Immun-Gene auf, indem sie mobile genetische Elemente wie Transposons in ihr Genom einbauen. Dies führt zur Entstehung von Immun-Genclustern, sogenannten „Verteidigungsinseln“ (engl. defense islands), die Dutzende verschiedener antiviraler Gene umfassen können. Anhand klinischer Stämme von Pseudomonas aeruginosa und Burkholderia cenocepacia untersuchen wir, wie sich „Verteidigungsinseln“ bilden, wie sie reguliert werden und wie sie antiviralen Schutz bieten. Unser Ziel ist es, die Barrieren zu identifizieren, denen Phagen gegenüberstehen, und Bakteriophagen so zu verbessern, dass sie diese überwinden können, um eine effizientere Phagentherapie zu ermöglichen.
Anti-Immun-Phagengene
Ähnlich wie Bakterien nutzen Phagen den horizontalen Gentransfer, um Gene zu erwerben, die es ihnen ermöglichen, bakteriellen Abwehrmechanismen entgegenzuwirken und die bakterielle Immunität zu überwinden. Diese Gene sind im Phagengenom häufig als Anti-Verteidigungs-Hotspots (engl. anti-defense hotspots) kodiert. Mithilfe genetischer und biochemischer Ansätze wollen wir die Rolle dieser Anti-Verteidigungs-Gene für die Infektiosität von Phagen verstehen.
Phagen-Engineering
Phagen erwerben ständig neue Gene und modifizieren ihr Genom, um Bakterien im Kampf zu überwinden. Wir wollen dies im Labor nachbilden und sind davon überzeugt, dass rationales Phagen-Engineering dazu beitragen wird, effektivere Ansätze für die Phagentherapie zu entwickeln.
Dr. Iana Fedorova
Phagen sind sich natürlich entwickelnde antimikrobielle Wirkstoffe, von denen ich glaube, dass sie uns bei der Behandlung multiresistenter Infektionen helfen werden.
Iana Fedorova studierte Biophysik an der Peter-der-Große-Polytechnischen Universität St. Petersburg in Russland. Während ihrer Promotion arbeitete sie im Labor von Professor Konstantin Severinov am Skolkovo-Institut für Wissenschaft und Technologie (Russland) sowie im Labor von Professor Feng Zhang am Broad Institute (USA), wo sie sich mit CRISPR-Cas-Systemen befasste und auf Cas-Nukleasen basierende Werkzeuge zur Genom-Editierung entwickelte. Nach ihrer Promotion am Skolkovo-Institut für Wissenschaft und Technologie im Jahr 2020 begann sich Dr. Fedorova für die Biologie antiviraler prokaryotischer Immunsysteme zu interessieren. Im Jahr 2021 etablierte sie an der Peter-der-Große-Polytechnischen Universität St. Petersburg eine Forschungsgruppe zur Untersuchung der antiviralen Immunität bei Archaea und Bakterien. Im Jahr 2022 zog sie in die USA, um als Postdoktorandin im Labor von Joseph Bondy-Denomy an der UCSF genetische Ansätze zu erlernen und Bakteriophagen zu untersuchen. Während ihrer Tätigkeit an der UCSF deckte Dr. Fedorova verschiedene Strategien auf, mit denen Phagen antivirale, auf bakteriellen Signalwegen basierende Abwehrmechanismen (TIR- und cGAS-ähnliche Systeme) überwinden. Im Jahr 2026 gründete Iana Fedorova am HZI die Nachwuchsforschungsgruppe Antivirale Immunität von Bakterien (AIBA), um zu verstehen, welche antiviralen Barrieren klinische Bakterienstämme nutzen, um Phagen zu widerstehen, mit dem Ziel, die Phagentherapie zu verbessern.
Ausgewählte Publikationen
- Fedorova I.*; Yue Y.*, et al., Balancing of immune activation and suppression during phage infection, BioRxiv, 2025 DOI: 10.64898/2026.06.04.730250
- Li D.*; Xiao Y.*; Fedorova I.*, Xiong W.*; Wang Y.*; Liu X.* et al., Single phage proteins sequester TIR- and cGAS-generated signaling molecules. Nature. 2024 DOI: 10.1101/2023.11.15.567273
- Fedorova, I.*; Arseniev, A.* et al., DNA Targeting by Clostridium Cellulolyticum CRISPR-Cas9 Type II-C System. Nucleic Acids Res. 2020 DOI: 10.1093/nar/gkz1225
- Fedorova, I*.; Vasileva, A*. et al., PpCas9 from Pasteurella pneumotropica - a compact Type II-C Cas9 ortholog active in human cells. Nucleic Acids Res. 2020 DOI: 10.1093/nar/gkaa998
- Selkova, P. et al., Position of Deltaproteobacteria Cas12e nuclease cleavage sites depends on spacer length of guide RNA. RNA biology. 2020 DOI: 10.1080/15476286.2020.1777378
*trugen zu gleichen Teilen bei
Eine vollständige Liste der Publikationen finden Sie hier.