Pressemappe Vorstellung HUMAN am 02. Februar 2026

Erforschung des menschlichen Ökosystems

Human Microbe Alliance for Universal Health (HUMAN)

Abhängig von unterschiedlichen Faktoren wie Alter, Lebensweise, genetischen, epigenetischen und sozialen Faktoren, dem individuellen Immunsystem, eingenommenen Medikamenten etc. reagiert jeder Mensch in der Interaktion mit Mikroben unterschiedlich.

Die Erforschung dieses „menschlichen Ökosystems“ ist das Hauptziel des Projekts HUMAN (Human Microbe Alliance for Universal Health). HUMAN zielt darauf ab, unser Verständnis der menschlichen Gesundheit, insbesondere in Bezug auf Infektionskrankheiten, zu verbessern und diese Erkenntnisse für die Entwicklung innovativer Strategien zu ihrem Schutz beziehungsweise ihrer Wiederherstellung zu nutzen. Für das Projekt stehen in der ersten Phase 32 Mio. Euro zur Verfügung, nach erfolgreicher Zwischenevaluation kann sich diese Summe auf bis zu 70 Mio. Euro erhöhen. Die Finanzierung erfolgt aus dem gemeinsamen Wissenschaftsförderprogramm „zukunft.niedersachsen“ des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der VolkswagenStiftung.

Zusammenfassung HUMAN (PDF) Pressemitteilung zum Termin

HUMAN-Nachwuchsgruppen:

Dr. Max Kellner
Dr. Max Kellner
Forschungsgruppenleiter
Labor für Virus-Wirt Co-Evolution
HZI Campus
Dr. Jan Schlegel
Dr. Jan Schlegel
Forschungsgruppenleiter
Biologische Codes von Pathogenen
HZI Campus
Dr. Maren Schubert
Dr. Maren Schubert
Forschungsgruppenleiterin
Virus-like-particle basierte Technologien
HZI Campus
Dr. Christiane Iserman
Dr. Christiane Iserman
Forschungsgruppenleiterin
Biomolekulare Kondensate bei Infektionen
HZI Campus
Dr. Jakob Wirbel
Dr. Jakob Wirbel
Forschungsgruppenleiter
Mikrobielle Präzisionsgenomik
HZI Campus
Dr. Sampurna Chakrabarti
Dr. Sampurna Chakrabarti
Forschungsgruppenleiterin
Mechanismen der Infektion und Nozizeption
HZI Campus

Lebensläufe HUMAN-Gruppenleiter:innen

Max Kellner
Max Kellner

Als gebürtiger Wiener sammelte Max Kellner bereits während seines Bachelorstudiums an der Universität Wien erste Labor- und Publikationserfahrungen als studentischer Mitarbeiter am Gregor-Mendel-Institut (GMI) in der Arbeitsgruppe von Michael Nodine. Dort war er an der Entwicklung von Methoden zur Untersuchung von Genregulationsprozessen durch Mikro-RNAs beteiligt und erforschte deren Rolle in der pflanzlichen Embryonalentwicklung. Für seine Masterarbeit forschte er als Gaststudent im Labor von Feng Zhang am Broad Institute of MIT and Harvard (USA) an Proteinen der bakteriellen Immunabwehr (CRISPR/Cas13) – mit besonderem Fokus auf deren Anwendung in der Virusdiagnostik (SHERLOCK) und der gezielten Regulation der Genexpression in Zellen.

Sein Doktoratsstudium begann Kellner an der University of Cambridge im Labor von Madeline Lancaster (MRC Laboratory of Molecular Biology), wo er mithilfe von Stammzellen und 3D-Organoiden evolutionsbiologische Fragestellungen zur menschlichen Gehirnentwicklung untersuchte. Aufgrund des ersten COVID-19-Lockdowns kehrte er vorübergehend nach Wien zurück und konnte dort als Gastwissenschaftler am Institut für Molekulare Pathologie (IMP) maßgeblich zur Entwicklung RT-LAMP-basierter Schnelltests für die Virusdiagnostik beitragen. Im Rahmen einer Forschungskooperation mit Wissenschaftler:innen vor Ort in Ghana wurde das Projekt weiterentwickelt, um Infektionen in ländlichen Regionen Westafrikas gezielter und effizienter nachweisen zu können.

Infolge dieser Tätigkeit und der inhaltlichen Neuausrichtung seiner Forschung während der ersten Phase der Pandemie verlagerte Kellner sein Dissertationsvorhaben dauerhaft nach Wien und promovierte im Labor von Josef Penninger am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA). In der Dissertation etablierte er neuartige Organoid-Zellkultursysteme für Fledertiere und leistete zentrale Beiträge zum Verständnis ihrer Immunantwort gegenüber hochpathogenen Viren wie dem Marburgvirus sowie humanpathogenen Coronaviren wie MERS-CoV und SARS-CoV-2.

Seit dem 1. April 2025 leitet Kellner die Nachwuchsgruppe VICO (Virus-Wirt Coevolution) am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI). Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf den molekularen Wechselwirkungen zwischen Viren und ihren Wirten, mit besonderem Fokus auf evolutionär entstandene Mechanismen der angeborenen Immunität und viralen Resilienz bei Säugetieren.

Jan Schlegel
Portrait Jan Schlegel

Angetrieben von der Frage, wie das Leben auf molekularer Ebene funktioniert, studierte Jan Schlegel Biologie an der JMU Würzburg. Hier entwickelte er eine besondere Faszination für biophysikalische Methoden und der Enthüllung der verborgenen „Nano-Welt“. Deswegen entschied er sich für ein Promotionsstudium der Lebenswissenschaften in der Arbeitsgruppe von Prof. Markus Sauer, um Methoden der hochaufgelösten Einzelmolekül-Mikroskopie für Lipide im Kontext der Wirt-Pathogen-Interaktion weiterzuentwickeln. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Doktorarbeit (summa cum laude) wechselte er 2021 als Postdoktorand an das Karolinska Institutet (Prof. Erdinc Sezgin) in Schweden, um mit Hilfe fortschrittlicher Mikroskopie-Methoden und synthetischer Biologie innovative Hochdurchsatz-Screeningverfahren für Nanopartikel zu entwickeln. Die Auszeichnung mit einem kompetitiven Marie Skłodowska-Curie Postdoc-Forschungsstipendium erlaubte es ihm von 2022 bis 2024 durch seine eigene Forschung im Bereich der asymmetrischen Verteilung von Lipiden in biologischen Membranen Akzente zu setzen. Im Anschluss daran wechselte er als Postdoktorand zur Königlich Technischen Hochschule (KTH) in Schweden (Prof. Hjalmar Brismar & Dr. Hans Blom), wo er seine Expertise der Einzelmolekül-Lokalisierungs Mikroskopie zur Beantwortung zellbiologischer Fragestellungen mittels MINFLUX Mikroskopie weiter ausbauen konnte. Seit 01. August 2025 leitet Jan Schlegel die HUMAN (Human Microbe Alliance for Universal Health) Nachwuchsgruppe „Biologische Codes von Pathogenen“ am Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Seine Gruppe widmet sich der Erforschung von biologischen Codes (z.B. Glycocode, Biophysikalischer Code, etc.) von Pathogenen, um innovative diagnostische und therapeutische Ansätze gegen Infektionskrankheiten zu entwickeln.

Maren Schubert
Portrait Maren Schubert
Dr. Maren Schubert

Dr. Maren Schubert (geb. Bleckmann) studierte Biotechnologie an der TU Braunschweig und promovierte 2016 am HZI in der Gruppe Rekombinante Proteinexpression. Während ihrer Promotion entwickelte sie ein neuartiges Baculovirus-freies Expressionssystem für Insektenzellen sowie zellbasierte Screening-Assays. Danach wurde sie Leiterin der Plattform für rekombinante Proteinexpression am Rudolf-Virchow-Zentrum in Würzburg, wo sie für die Produktion von diversen Proteinen für verschiedene Projekte verantwortlich war. In 2018 kehrte sie zurück an die TU Braunschweig, um sich in der Abteilung Biotechnologie mit Antigen- und Antikörperexpressionssystemen sowie der Entwicklung von zellulären Assays zu befassen. So konnten die in ihrem Insektenzellsystem produzierten Antigene u. a. für die Entwicklung von anti-COVID-19-Antikörpern (u.a. COR101, NCT04674566) und in verschiedenen diagnostischen Studien genutzt werden. Darüber hinaus entwickelte sie auf virusähnlichen Partikeln (VLP) basierende Systeme zur Erzeugung, Bewertung und Entwicklung monoklonaler Antikörper. Ab September 2025 ist sie nun zurück am HZI als HUMAN-Nachwuchsgruppenleiterin und fokussiert sich hier auf VLP-basierte Technologien zur erfolgreichen Bekämpfung von Infektionskrankheiten.

Christiane Iserman
Christiane Iserman
Dr. Christiane Iserman

Christiane Iserman studierte Elektro- und Informationstechnologie und Biologie und wurde in das Biologie PLUS/International Programm an der Universität Düsseldorf aufgenommen, das ein Forschungsjahr an der Michigan State University beinhaltete. Für ihre akademischen Leistungen erhielt sie drei Jahre in Folge das Deutschlandstipendium.

Anschließend begann sie ihre Promotion im IMPRS-Programm am Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden, gefördert durch ein Fast-Track-Stipendium. Unter der Betreuung von Prof. Simon Alberti untersuchte sie, wie Zellen die Intensität von Stresssignalen messen und ihre Antwort entsprechend anpassen. Sie zeigte, dass Hefeproteine bei Stress kondensieren und dadurch die Genexpression regulieren. Diese Arbeiten wurden in Cell veröffentlicht.

Als Postdoktorandin an der UNC Chapel Hill bei Prof. Amy Gladfelter erforschte sie RNA-basierte Kondensationsprozesse in SARS-CoV-2 und wurde mit einem Christiane-Nüsslein-Volhard-Stipendium ausgezeichnet. Die Ergebnisse erschienen in Molecular Cell und wurden mit einem NIH Fast Grants Award ausgezeichnet.

In der Industrie leitete sie bei Dewpoint Therapeutics als Head of Condensate Biology for Infectious Diseases interdisziplinäre Teams in Onkologie, Nephrologie und Virologie. Sie verantwortete Projekte von der Hypothesenentwicklung über High-Throughput-Screenings bis hin zu Hit-to-Lead-Prozessen und arbeitete dabei eng mit verschiedenen Pharma Partnern zusammen. Am Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden baute sie später gemeinsam mit Anne Grapin-Botton und Tony Hyman Organoid-Systeme für die Kondensat Forschung auf.

Seit dem 1. Oktober 2025 leitet Christiane Iserman die HUMAN-Nachwuchsgruppe (Human Microbe Alliance for Universal Health) Biomolekulare Kondensate bei Infektionen am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Ziel ihrer Forschung ist es, die Rolle biomolekularer Kondensate bei Infektionen zu erforschen und daraus innovative antivirale Strategien zu entwickeln.

Jakob Wirbel
Portait von Jakob Wirbel
Jakob Wirbel, Leiter der Nachwuchsgruppe "Mikrobielle Präzisionsgenomik".

Jakob Wirbel studierte Molekulare Biotechnologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Nach Vollendung seines Master of Science im Labor von Julio Saez-Rodriguez begann er seine Doktorarbeit in der Gruppe von Georg Zeller am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie, wo er sich auf maschinelles Lernen und statistische Methoden für Mikrobiomdaten konzentrierte. Anschließend wechselte er mit einem Stipendium der Damon Runyon Cancer Research Foundation in das Labor von Ami Bhatt an der Stanford University und sammelte Erfahrungen mit Long-read Metagenom-Sequenzierung. Am HZI leitet Jakob Wirbel die Nachwuchsforschungsgruppe „Mikrobielle Präzisionsgenomik” im HUMAN-Programm.

Sampurna Chakrabarti
Sampurna Chakrabarti
Sampurna Chakrabarti

Ursprünglich aus Kolkata, Indien, absolvierte Sampurna Chakrabarti einen Bachelor of Science in Biowissenschaften (Schwerpunkt Neurowissenschaften) sowie einen Bachelor of Arts in Psychologie an der University at Buffalo, NY, USA. Anschließend erhielt sie ein Gates-Cambridge-Stipendium für ihre Promotion an der University of Cambridge, UK, wo sie Mechanismen der peripheren Sensibilisierung bei entzündungsbedingten Knieschmerzen erforschte und mehrere Forschungspreise gewann, darunter einen Forschungsaufenthalt am European Molecular Biology Laboratory in Rom, Italien.

Im Jahr 2020 wechselte Sam als Postdoktorandin an das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin. Dort untersuchte sie, unterstützt durch ein Alexander-von-Humboldt-Stipendium, Mechanosensation und die Vielfalt sensorischer Neuronen. Während dieser Zeit erhielt sie zudem mehrere unabhängige Forschungsstipendien, darunter das renommierte Grass Fellowship am Marine Biological Laboratory, MA, USA, wo sie schmerzähnliches Verhalten bei Haien untersuchte.

Sam hat mehr als zehn Fachartikel in führenden wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht, wirkt als Gutachterin für renommierte Journale wie PAIN und Science Advances und ist Early Career Editorial Fellow beim Journal of Pain. Seit Oktober 2025 leitet sie am HZI die HUMAN-geförderte Forschungsgruppe „Mechanismen der Infektion und Nozizeption“ (PAIN), die infektionsbedingte Veränderungen der Nervenfunktion und deren Beitrag zu Schmerzen bei Maus und Mensch untersucht.