Mensch mit gespreizten Armen vor einer Weltkugel
Die One Health-Kohorte des HIOH ist ein zentraler Bestandteil der One Health-Exploratories
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Start der One Health-Kohorte in Côte d’Ivoire

Das HIOH und seine Kooperationspartner starten mit einem zentralen Bestandteil der One Health-Exploratories

Zoonotische Erkrankungen – also Infektionen, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können – gehören zu den wachsenden globalen Herausforderungen für die Gesundheit, insbesondere in Regionen, in denen Menschen in engem Kontakt mit Wildtieren leben. Das Verständnis dieser komplexen Wechselwirkungen steht im Zentrum des One Health-Ansatzes. Das Helmholtz-Institut für One Health (HIOH) und seine Partner starten nun ihre erste Kohortenstudie im und um den Taï-Nationalpark in Côte d’Ivoire als Teil der One Health Exploratories. Das HIOH ist eine Einrichtung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI).

Diese langfristige Initiative wird von der HIOH-Arbeitsgruppe „One Health Surveillance” koordiniert und zielt darauf ab, die Zusammenhänge zwischen der Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt besser zu verstehen, um mögliche Spillover-Ereignisse frühzeitig zu erkennen und die Vorsorge für zukünftige Pandemien zu stärken. 

Im Rahmen dieser Initiative werden die Teams insgesamt 1.500 Freiwillige in neun Dörfern rund um den Nationalpark einbeziehen und die Studie gemeinsam mit rund 50 ivorischen Mitarbeitenden vor Ort umsetzen. In den Dörfern werden sie temporäre Untersuchungszentren einrichten, in denen sie die menschlichen Probanden untersuchen, Proben nehmen und strukturierte Befragungen durchführen. Parallel dazu entnehmen veterinärmedizinische Teams Proben von Haus- und Nutztieren, während ein auf kleine Säugetiere spezialisiertes Team Nager und Fledermäuse in den Dörfern beprobt. Ergänzt wird diese Arbeit durch ein umfassendes Umweltmonitoring, das unter anderem Wasserproben und Biodiversitätsuntersuchungen umfasst. Insgesamt werden zwischen Mitte Februar und Ende Mai 2026 15 Mitarbeitende des HIOH in Côte d‘Ivoire im Einsatz sein.

Möglich wird die Initiative durch die langjährige Präsenz des HIOH in der Region und durch jahrelange gemeinsame Vorbereitungsarbeit des HIOH, des Centre Hospitalier et Universitaire (CHU) de Bouaké, des Centre Suisse de Recherches Scientifiques (SCRS), des HZI und des Friedrich-Loeffler-Instituts. Gemeinsam haben die Forschenden das Studiendesign in einer Reihe kollaborativer Workshops und längerer Feldaufenthalte entwickelt.

Die im Rahmen dieses weltweit einzigartigen Projekts gewonnenen Proben und Daten eröffnen neue Möglichkeiten, die Entstehung zoonotischer Erkrankungen und antimikrobieller Resistenzen besser zu verstehen und zugleich neue Wege für Forschung und Zusammenarbeit zu erschließen.
 

Weitere Informationen

In einem Blog, der im Januar 2026 gestartet ist, informiert das Team des HIOH laufend über die Vorbereitungen und Fortschritte vor Ort.

Blog auf der HIOH-Webseite

Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg
  • Medizinisches Untersuchungsteam: Medizinisches Personal aus Côte d‘Ivoire und Deutschland leitet die Untersuchungszentren
  • Fragebogen-Team: Communitymitglieder führen gemeinsam mit Sozialwissenschaftlern Befragungen von Haushalten und Einzelpersonen durch
  • Veterinärteams: Drei Teams aus erfahrenen ivorischen und deutschen Tierärztinnen und Tierärzten beproben Nutztiere, ein viertes Team konzentriert sich auf Kleinsäuger- und Umweltproben
  • Laborteam: analysiert alle Proben im Feldlabor 
  • Datenmanagement-Team: unterstützt alle Schritte, von der Daten- und Probenerhebung bis zur sicheren Speicherung
  • Feldkoordinationsteam: One Health-Fachleute des CHU Bouaké, des CSRS und des HIOH fungieren als Ansprechpersonen für alle anderen Teams und sorgen dafür, dass am Ende alle Puzzleteile ineinandergreifen
Stephanie Markert

Pressekontakt

Dr. Stephanie Markert
Wissenschaftliche Referentin