Antibiotikaresistente Erreger breiten sich bereits seit Jahrzehnten immer weiter aus. Um dieser Entwicklung die Stirn zu bieten, werden neue Wirkstoffe mit resistenzbrechenden Eigenschaften dringend benötigt. Auf ihrer Suche nach solchen Wirkstoffen setzen Forschende am HIPS unter anderem auf Myxobakterien. Die im Boden lebenden Mikroorganismen produzieren Naturstoffe mit antibakterieller Wirkung, die sie nutzen, um andere Bakterien abzutöten und als Nahrung zu verwerten. Genau diese Moleküle sollen im Anschluss als Grundlage für die Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung von Infektionen dienen.
Wie die Suche nach solchen Wirkstoffen funktioniert, zeigt der MYXO-MAT-3000. Das Exponat erinnert optisch an einen Handschuhkasten aus dem Labor. Über drei Eingriffe können Besucher:innen durch eine Mischung aus bunten Bällen und plüschigen Myxobakterien „graben“. Auf einem integrierten Bildschirm wählen sie zunächst einen von fünf berüchtigten Problemkeimen aus und erhalten kurze Hintergrundinformationen zum jeweiligen Erreger. Anschließend beginnt die Suche nach einem passenden Myxobakterium, mit dessen Hilfe sich der ausgewählte Erreger bekämpfen lässt: Gefundene „Myxos“ werden in einen Analysebereich eingelegt, wo Laser, Nebeleffekte und interaktive Animationen die Atmosphäre moderner Wirkstoffforschung erlebbar machen. Wer den richtigen Wirkstoffkandidaten entdeckt, erhält am Ende einen Bon mit einer Einladung zur Teilnahme am HIPS-Citizen Science-Projekt microbelix.
Für das HIPS ist die Teilnahme an der MS Wissenschaft nicht die erste Zusammenarbeit mit dem Ausstellungsschiff. Bereits 2022 war das Institut mit einem Exponat Teil der Tour. Die vollständige Route der MS Wissenschaft mit allen Terminen und Stationen ist auf der Website des Projekts verfügbar.