An der Jahrestagung des EVH nahmen mehr als 110 Personen teil, darunter Vertreter:innen aller EVH-Begünstigten, angeschlossener und assoziierter Einrichtungen sowie der Europäischen Kommission und wichtiger europäischer und nationaler Behörden, einschließlich der GD HERA. Aufbauend auf den seit Projektstart erzielten Erfolgen konzentrierte sich die Tagung auf die Fortschritte in den vier EVH-Säulen, die säulenübergreifende Integration und die strategische Abstimmung bezüglich Impfstoffprototypen und Basistechnologien für prioritäre Krankheitserreger mit Pandemiepotenzial.
Das EVH-Konsortium umfasst elf Begünstigte sowie 13 angegliederte und assoziierte Einrichtungen aus sieben europäischen Ländern, darunter führende Organisationen, die direkt an der Impfstoffentwicklung beteiligt und auf nationaler Ebene für die Pandemievorsorge zuständig sind. Das Projekt wird von der Sclavo Vaccines Association koordiniert. Diese gemeinnützige Organisation hat ihren Sitz in Siena (Italien) und setzt sich für die Förderung der Impfstoffforschung und -entwicklung ein. Dr. Vanessa Melhorn, Leiterin des Teams „Adaptive Infektionsdiagnostik“ in der HZI-Abteilung „Epidemiologie“, leitet im Rahmen des EVH ein Arbeitspaket zu Datenmanagement und KI.
Der EVH basiert auf vier Säulen, die sich gegenseitig ergänzen und die gesamte Impfstoffentwicklungs-Pipeline abdecken, und vereint Institutionen mit langjähriger Expertise und Infrastruktur:
- Säule 1: Entdeckung, geleitet von der Fondazione Biotecnopolo di Siena (Italien),
- Säule 2: Präklinische Studien, geleitet vom Institut Pasteur (Frankreich),
- Säule 3: Klinische Studien, geleitet von Vaccinopolis, Universität Antwerpen (Belgien),
- Säule 4: Zulassung und Herstellung, geleitet vom DZIF und der ZEPAI am Paul-Ehrlich-Institut (Deutschland)
Die Ausrichtung des Treffens in Marburg, einem bedeutenden europäischen Zentrum für Infektionsforschung und Impfstoffherstellung, unterstreicht die strategische Bedeutung der Produktionsbereitschaft und des Scale-ups im Rahmen der Mission des EVH, die schnelle Bereitstellung von Impfstoffen bei künftigen Pandemien sicherzustellen.
„Der European Vaccines Hub ist ein äußerst innovatives Projekt, das die im Hub vorhandenen Kompetenzen nutzt und die Fähigkeit besitzt, europäische Partner in innovative Projekte einzubinden, um eine durchgängige Kapazität für die Bereitstellung von Impfstoffen und monoklonalen Antikörpern gegen neu auftretende Infektionen aufzubauen. Ich bin sehr stolz auf die Erfolge des ersten Betriebsjahres; sie bestätigen, dass das innovative Konzept funktioniert“, sagte Prof. Rino Rappuoli, wissenschaftlicher Direktor der Fondazione Biotecnopolo di Siena und Koordinator des Projekts.
„Dieses Treffen markiert einen wichtigen Meilenstein bei der Stärkung der Zusammenarbeit und Integration über die vier Säulen des European Vaccines Hub hinweg“, fügte Donata Medaglini, Vizerektorin der Universität Siena und wissenschaftliche Koordinatorin des EVH, hinzu. „Durch die Vernetzung von Fachwissen, Infrastrukturen und koordinierten Aktivitäten in ganz Europa schafft der EVH einen Kooperationsrahmen, der die Vorsorge beschleunigen und eine schnellere und effektivere Reaktion auf neu auftretende Gesundheitsbedrohungen ermöglichen kann.“
„Der European Vaccines Hub ist ein innovativer Mechanismus zur Schaffung eines Forschungs- und Entwicklungsnetzwerks, das sowohl Resilienz als auch Innovation bei der Entwicklung von Pandemie-Impfstoffen sicherstellt. Es ist mir eine Freude, das Treffen hier auszurichten, wo einst ein Ausbruch den Anstoß zur Marburg-Virus-Forschung gab!“, sagte Prof. Dr. Isabelle Bekeredjian-Ding, Lehrstuhlinhaberin für Medizinische Mikrobiologie an der Universität Marburg, Leiterin von Säule 4 und Mitglied des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF).
„Nach einem Jahr ist der European Vaccines Hub ein Beweis dafür, was Europa erreichen kann, wenn wir unser Fachwissen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Impfstoffentwicklung – von der Entdeckung über die Zulassung bis hin zur Herstellung – unter einer gemeinsamen Mission bündeln und Bereitschaft in Taten umzusetzen. Die schnellen Fortschritte des EVH, zum Beispiel die Förderung der Forschung und Entwicklung medizinischer Maßnahmen gegen Vogelgrippe und Mpox, zeigen, wie die strategischen Investitionen der GD HERA dabei helfen, Europas Widerstandsfähigkeit aufzubauen, die wir brauchen, um künftigen Bedrohungen zu begegnen. Durch den EVH beschleunigen wir nicht nur Innovationen, sondern stellen auch sicher, dass Impfstoffe die Bürgerinnen und Bürger schnell erreichen, wenn die nächste Krise ausbricht“, sagte Florika Fink-Hooijer, Generaldirektorin der GD HERA.
Während des dreitägigen Treffens überprüften die Teilnehmenden die wissenschaftlichen und operativen Fortschritte, präzisierten gemeinsame Verfahren und Standards und diskutierten die Abstimmung mit internationalen Strategien zur Pandemievorsorge, einschließlich der von der WHO befürworteten Priorisierung von Krankheitserregern für die europäische Region. Besonderes Augenmerk wurde auf die Digitalisierung, die Datenintegration und die Zusammenarbeit mit Herstellern gelegt, um die Verfügbarkeit von Impfstoffen in Notfallsituationen zu beschleunigen. Durch langfristige Zusammenarbeit und Investitionen verfolgt der EVH das Ziel, ein nachhaltiges, proaktives Impfstoffentwicklungsökosystem aufzubauen, das Europas Bereitschaft für zukünftige Pandemien stärkt.