Die zunehmende Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen erfordert innovative Forschungsansätze und deren effiziente Umsetzung in die klinische Praxis. In der HZI-Abteilung „Chemische Biologie“ unter der Leitung von Prof. Mark Brönstrup haben Wissenschaftler:innen einen vielversprechenden Ansatz für neuartige Wirkstoffe entwickelt und treiben das Projekt unter dem Namen „PROTON“ voran. Sie setzen auf einen sogenannten Pathoblocker. Diese Wirkstoffe hemmen Mechanismen, über die Bakterien Krankheiten auslösen, aber sie hemmen das Wachstum der Bakterien nicht direkt. So üben sie keinen Selektionsdruck auf Bakterien aus, wodurch das Risiko für die Entwicklung von Resistenzen deutlich verringert ist.
„Unser Pathoblocker richtet sich gegen ein Toxin des Bakteriums Staphylococcus aureus, das für die Zerstörung von Lungengewebe und Immunzellen verantwortlich ist. Wenn wir dieses Toxin neutralisieren können, schaffen wir eine neue therapeutische Perspektive“, sagt Dr. Aditya Shekhar aus dem PROTON-Team. Sein Kollege Dr. Dominik Heimann ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir uns in diesem hochkompetitiven Prozess durchsetzen konnten. Dies bestärkt uns, diesen neuen therapeutischen Ansatz weiter zu verfolgen, um beispielsweise eine Option zur Vorbeugung schwerer Lungenentzündungen bei Risikopatient:innen zu schaffen.“
Das Projekt PROTON wurde im Jahr 2024 vom Institute for Biomedical Translation (IBT) Lower Saxony mit ca. 890.000 Euro gefördert. Ab Mai 2026 werden die Forscher:innen zudem von Helmholtz Enterprise (HE) gefördert, einem Programm der Helmholtz-Gemeinschaft zur Unterstützung der unternehmerischen Tätigkeit und der Ausgründungsaktivitäten von Wissenschaftler:innen.