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Innovation in der Gesundheitsforschung
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36 Millionen Euro für Zukunftstechnologien: Helmholtz startet drei neue Forschungskampagnen

HZI-Projekte zu Quanten- und Biotechnologien sowie Wassersicherheit stärken Deutschlands Hightech-Zukunft

Die Helmholtz-Gemeinschaft startet mit neuen Kampagnen zu strategischen Zukunftsthemen ins Jahr 2026, um technologische Durchbrüche schneller in die Anwendung zu bringen. In den Helmholtz-Kampagnen „Biomedical Engineering Initiative“, „Water Safety and Security Initiative“ und der „Quantum Use Challenge“ entstehen innovative Lösungen – von nadelfreier Blutzuckermessung per Wearable über Quantensensoren für leistungsfähigere Batterien bis hin zu neuen Konzepten für das Wassermanagement in Großstädten. Die Kampagnen entstehen im Schulterschluss mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und greifen zentrale Schlüsseltechnologien sowie strategische Forschungsfelder der Hightech Agenda Deutschland der Bundesregierung auf. Vier Projekte des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und seiner Standorte in Greifswald, Saarbrücken und Würzburg sind Teil der neuen Forschungskampagnen.

Drei neue Forschungskampagnen starten 2026

Über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert, adressieren die Forschungskampagnen Querschnittsthemen der Helmholtz-Forschungsbereiche Gesundheit, Information, Materie, Energie sowie Erde und Umwelt. Die neuen Kampagnen stärken die Zusammenarbeit innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft und die Kooperation mit Unternehmen, Start-ups und universitären Partnern, um zentrale Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft anzugehen. „Zukunft passiert jetzt – und sie entsteht dort, wo Wissenschaft, Politik und Industrie zusammenwirken“, sagt Helmholtz-Präsident Prof. Martin Keller. „Mit unseren Forschungskampagnen treiben wir Innovationen voran, um unser Land zu einem führenden Standort für neue Technologien zu machen und das Leben der Menschen spürbar zu verbessern.“

Helmholtz Biomedical Engineering Initiative

Ziel der Helmholtz Biomedical Engineering Initiative ist es, Deutschland als führenden Standort für biomedizinische Technologien, Anwendungen und Start-ups zu positionieren und den Transfer neuer Forschungsergebnisse in Klinik und Alltag zu beschleunigen. Dafür vernetzt die Initiative die Helmholtz-Zentren im Forschungsbereich Gesundheit mit weiteren Helmholtz-Zentren sowie mit Partnern aus Wissenschaft, Klinik und Wirtschaft.

Das Projekt INSIGHT entwickelt eine hochpräzise Technologieplattform, um das menschliche Darmmikrobiom auf Einzelzellebene unter realistischen Bedingungen zu analysieren – mit dem Ziel, probiotische Therapien gegen multiresistente Keime zu entwickeln und mikrobiombasierte Medizin planbar und kontrollierbar zu machen. Prof. Till Strowig, Leiter der HZI-Abteilung „Mikrobielle Immunregulation“, ist an INSIGHT beteiligt.

SENSE-FLU entwickelt ein innovatives Diagnostiksystem, das eine Influenza-Infektion über einen bitteren Geschmack im Mund erkennbar macht – etwa über einen Geschmackssensor auf einem Kaugummi und ganz ohne Labortechnik. Influenza zählt zu den folgenschwersten Infektionskrankheiten weltweit und verursacht jährlich bis zu 500.000 Todesfälle. In dem Projekt kooperiert Prof. Lorenz Meinel von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), der zudem mit dem Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) affiliiert ist, mit Prof. Carlos Guzman, Leiter der HZI-Abteilung „Vakzinologie und angewandte Mikrobiologie“. Das HIRI ist ein Standort des HZI in Zusammenarbeit mit der JMU. 

Quantum Use Challenge

Helmholtz treibt den gezielten Transfer von Quantentechnologien in bislang kaum erschlossene Anwendungsfelder voran. Ziel der Kampagne ist es, das Potenzial von Quantencomputing, Quantensimulation und Quantensensorik für konkrete gesellschaftliche und industrielle Herausforderungen zu nutzen, dort, wo klassische Methoden zunehmend an ihre Grenzen stoßen. 

QuWIRK entwickelt spezialisierte Quantenalgorithmen für verschiedene Phasen der digitalen Wirkstoffforschung – von der Analyse zellulärer Daten bis zur Optimierung von Wirkstoffkandidaten – mit dem Ziel, künftig schnellere und präzisere Medikamente gegen Infektionskrankheiten zu ermöglichen. Prof. Andreas Keller, Leiter der Abteilung „Klinische Bioinformatik“ am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), wirkt an dem Projekt mit. Das HIPS ist ein Standort des HZI in Kooperation mit der Universität des Saarlandes.

Helmholtz Water Safety and Security Initiative

Dürre und Hitzestress sowie Überschwemmungen und Starkregen verändern den Wasserkreislauf erheblich. In Ländern des Globalen Südens hemmt eine unsichere Wasserversorgung bereits heute die gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung; künftig müssen sich auch Industrieländer auf eine schwankende Verfügbarkeit einstellen. Angesichts dieser zunehmenden globalen Krisen und Risiken nimmt die Helmholtz-Gemeinschaft mit ihrer Forschungskampagne Helmholtz Water Safety and Security Initiative die zentrale Herausforderung in den Fokus, ein nachhaltiges und sicheres Wassermanagement zu gewährleisten.

SOLVE entwickelt wissenschaftlich fundierte, integrierte Strategien, um Wasser im Einzugsgebiet der Elbe in der Landschaft zu halten, Extremereignisse abzufedern und Ökosysteme sowie Biodiversität langfristig zu stabilisieren. Prof. Katharina Schaufler, Leiterin der Abteilung „Epidemiologie und Ökologie antimikrobieller Resistenz“ am Helmholtz-Institut für One Health (HIOH) in Greifswald – einem Standort des HZI –, ist Teil des SOLVE-Projektteams.

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