12.07.2021

Hans-und-Ruth-Giessen-Stipendium für Chantal Bader

Die Postdoktorandin am HIPS ist mit dem Förderpreis der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung ausgezeichnet worden

Dr. Chantal Bader, Postdoc in der Abteilung Mikrobielle Naturstoffe am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), ist am 29. Juni 2021 mit dem Förderpreis der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung ausgezeichnet worden. Als talentierte junge Wissenschaftlerin bekommt sie 25.000 €, um ihrer Forschung einen „boost“ zu geben. Im Interview spricht Bader über den renommierten Preis.

Portrait von Chantal Bader © Torsten BeckerDr. Chantal Bader erhielt den Förderpreis der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung. ©Torsten BeckerWas war Ihr erster Gedanke, nachdem Ihnen mitgeteilt wurde, dass Sie den Stiftungspreis bekommen?
Ist das jetzt auch kein Scherz? Wenn sonst jemand anruft und behauptet man hätte etwas gewonnen sind das ja leider zu oft nur „Phishing“-Anrufe und man tut gut daran schnell wieder aufzulegen. Nach einem sehr netten Gespräch mit dem Notar der Stiftung – Herrn Burgemeister – war ich dann aber doch schnell überzeugt, dass ich tatsächlich für den Hans-und-Ruth-Giessen Stiftungspreis ausgewählt wurde.

Auf welche Art und Weise wird dieser Preis und auch das Geld Sie bei Ihrer akademischen Karriere unterstützen?
Der Preis ist für mich ein optimaler Schritt in Richtung einer eigenständigen akademischen Karriere. Ich hatte das Glück, in Prof. Rolf Müller einen sehr offenen Doktorvater zu haben, der mich immer dabei unterstützt hat, bereits während meiner Doktorarbeit viele meiner eigenen Ideen weiterzuverfolgen. Das Preisgeld ist jetzt aber das erste Geld, das ich komplett alleine verplanen darf und somit auch eine gute Gelegenheit für mich, um zu sehen, für was man in der Forschung denn alles Geld einplanen muss.

Was werden Sie mit dem Geld kaufen?
Zum einen möchte ich das Geld für einen Auslandsaufenthalt nutzen, bei dem ich mich gerne näher mit vernachlässigten tropischen Infektionskrankheiten beschäftigen möchte. Genauer gesagt interessieren mich hier vor allem die durch Helminthen (=Würmer) verursachten Erkrankungen. Da dies durch Corona jedoch momentan etwas schwierig wird, werde ich einen Teil des Preises vermutlich zuerst dazu nutzen, meine Forschungsergebnisse frei zugänglich publizieren, was in den meisten Fachzeitschriften leider nicht kostenlos möglich ist.

Haben Sie vor, eine eigene Forschungsgruppe aufzustellen, in der Sie gezielt an tropischen Infektionskrankheiten forschen können?
Definitiv! Eine eigene Forschungsgruppe in diesem Gebiet wäre mein großer Traum und ich hoffe sehr, dass die Zukunft das für mich bereithält.

Sie ziehen bald um, welche spannenden Sachen werden Sie unternehmen?
Im neuen Jahr werde ich mich mit einer anderen Art von Bodenbakterien – den Actinomyceten – am „The Scripps Research Institute“ (TSRI) in Florida beschäftigen. Auch hier werden ich weiterhin an der Entdeckung neuer Naturstoffe mit Arzneistoffpotenzial forschen. Ich bin schon sehr gespannt welche neuen chemischen Strukturen ich hier finden kann und wie der Arbeitsalltag in einem anderen Labor so aussieht. Da eines meiner liebsten Hobbies das Reisen ist, freue ich mich natürlich auch sehr einen anderen Kontinent erkunden und viele interessante Menschen kennenlernen zu können. Generell ist die Naturstoffforschung ein Feld in dem einem aber niemals langweilig wird. Denn jeder neue Bakterienstamm ist „wie eine Schachtel Pralinen; man weiß nie was man bekommt“.

Prof. Rolf Müller über die Auszeichnung:
„Als Betreuer der Doktorarbeit freue ich mich sehr für Chantal Bader und bin stolz auf ihre hervorragende Dissertation. Sie ist eine exzellente Wissenschaftlerin und hat sich diese renommierte Auszeichnung sicher verdient. Ich bin sicher, dass dieser Preis sie auf ihrem weiteren Karriereweg voranbringt und wünsche ihr persönlich und für ihre Forschung alles Gute“.

Zum Bericht über die Preisverleihung auf der Webseite der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung.

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