22.12.2020

Eine gemeinsame europäische Strategie gegen COVID-19

HZI-Forscher beteiligen sich an Stellungnahme zur nachhaltigen Senkung der Fallzahlen

Aktuell werden in vielen Ländern Europas hohe Infektionszahlen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 verzeichnet. Dies führt zu vermehrten Todesfällen und stellt eine Belastung für die Gesellschaft, Gesundheitssysteme und Volkswirtschaft dar. Eine internationale Initiative von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fordert eine europäische Strategie zur raschen und nachhaltigen Reduktion der COVID-19-Fallzahlen. Die Stellungnahme wurde von verschiedenen Expert:innen unter anderem von Prof. Melanie Brinkmann, Virologin am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), verfasst. Die mehr als 300 Unterzeichner, darunter weitere HZI-Forscher:innen, plädieren für eine starke, koordinierte europäische Antwort mit klar definierten mittel- und langfristigen Zielen. Die Strategie sollte das Ziel haben, in ganz Europa niedrige Fallzahlen zu erreichen und zu erhalten.

3D-Darstellung von Coronavirus-Partikeln ©Adobe Stock/Naeblys3D-Darstellung von Coronavirus-Partikeln ©Adobe Stock/NaeblysEine Kontrolle der Coronavirus-Pandemie durch Impfstoffe, die derzeit kurz vor der Zulassung stehen, ist erst im Verlauf des Jahres 2021 zu erwarten. Bis dahin müssen die SARS-CoV-2-Fallzahlen durch nicht-pharmazeutische Maßnahmen wie Kontaktreduzierungen, Hygienemaßnahmen und Fallverfolgung kontrolliert werden. Eine aktuelle Stellungnahme fordert, diese Maßnahmen europaweit zu koordinieren. So soll ein wiederholter Import von COVID-Infektionen zwischen verschiedenen Ländern vermieden werden. Dies ermöglicht es, die Grenzen zwischen den Ländern geöffnet zu lassen. Die Kernelemente des Positionspapiers sind es, rasch niedrige Fallzahlen zu erreichen, die Fallzahlen anschließend niedrig zu halten und eine gemeinsame, langfristige Vision zu entwickeln.

Das Positionspapier wurde von Dr. Viola Priesemann vom Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation initiiert und von 20 Wissenschaftler:innen  verschiedener Disziplinen verfasst. Darunter ist auch die Virologin Melanie Brinkmann, Leiterin der Forschungsgruppe "Virale Immunmodulation" am HZI und Professorin an der TU Braunschweig. Neben Brinkmann unterzeichneten Prof. Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer, Prof. Michael Meyer-Hermann, Abteilungsleiter „System-Immunologie“, Prof. Luka Cicin-Sain, Forschungsgruppenleiter „Immunalterung und Chronische Infektionen“ und Dr. Berit Lange, klinische Epidemiologin aus der Abteilung „Epidemiologie“ das Positionspapier.

Das Konzeptpapier erschien zuerst in der Fachzeitschrift The Lancet und wurde in weitere Sprachen übersetzt.

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SARS-CoV-2 / Covid19

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