Pseudomonas – der hartnäckige Keim

Das Bakterium Pseudomonas aeruginosa verursacht rund zehn Prozent aller Krankenhausinfektionen in Deutschland. Der Keim befällt bei immungeschwächten Menschen die Atemwege und Verdauungsorgane und löst von dort eine lebensbedrohliche Vergiftung des gesamten Körpers aus. Der Keim ist genügsam, widerstandsfähig und hartnäckig – er benötigt zum Überleben nicht viel mehr als ein wenig Feuchtigkeit und kann sogar in Desinfektionsmitteln überdauern. Da sowohl Gegenstände, an denen das Bakterium haftet als auch infizierte Personen als Überträger fungieren können, breitet sich der Erreger oft sehr schnell aus.
Pseudomonas gilt als besonders hartnäckig, da er gleich mehrere Abwehrmechanismen entwickelt hat, die ihn unempfindlich gegen Antibiotika machen. Als wahrer Stoffwechsel-Künstler ist Pseudomonas aeruginosa außerdem in der Lage, die Molekül-Strukturen von antibiotischen Wirkstoffen in unwirksame Bausteine umzuformen. Eine weitere Strategie ist das „Verstecken“: Dazu produziert der Keim eine dicke Schleimschicht - einen sogenannten Biofilm.  Dieser umschließt ihn und schirmt den Erreger sowohl gegen Antibiotika als auch gegen das menschliche Immunsystem ab.
Am 22. November 2014 widmet sich die Reihe „KrankheitsErregend“ am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) dem hartnäckigen Keim Pseudomonas.

 

Referenten

Prof. Petra Gastmeier
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Epidemiologie und Prävention von multiresistenten Erregern 

Prof. Susanne Häußler
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Multiresistente Pseudomonas-Infektionen - eine diagnostische und therapeutische Herausforderung

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