HEPATITIS E – Fleischverzehr mit böser Überraschung

2013 starben weltweit 1,45 Millionen Menschen an Hepatitis-Infektionen – und damit deutlich mehr als an AIDS oder Malaria. Mit dem zunehmend auftretenden Hepatitis E-Virus infizieren sich in Deutschland jährlich rund 300.000 Menschen. Das Virus löst eine akute Entzündung der Leber aus. Die wenigsten Betroffenen merken etwas von ihrer Erkrankung, aber sie kann in seltenen Fällen auch tödlich verlaufen.

Seit einigen Jahren scheint die Zahl der Infizierten in Deutschland deutlich zu steigen: Hat das Robert-Koch-Institut im Jahr 2004 noch 53 Fälle registriert, so waren es 2014 bereits 670 und im vergangenen Jahr 1246 Infektionen. Allerdings liegt das vermutlich vor allem am genaueren Screening, denn bislang wurden Patienten meist nicht gezielt auf Hepatitis E getestet. Die Infektion erfolgt in der Regel durch den Verzehr von unzureichend gegartem Schweinefleisch, es kommen aber auch andere Quellen wie Bluttransfusionen oder verunreinigtes Wasser in Frage.

Geeignete Medikamente oder Therapien gegen Hepatitis E stehen bislang noch nicht zur Verfügung. Doch welcher Forschungsaufwand ist bei einer Erkrankung gerechtfertigt, die nur selten lebensbedrohlich verläuft?

Am 19.11.2016 widmet sich die Reihe „KrankheitsErregend“ am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) den Ansätzen zur Bekämpfung von Hepatitis E.

Termin

Samstag, 19.11.2016, 10:30 Uhr, Forum, X0.13

Referenten

Prof. Michael P. Manns
Medizinische Hochschule Hannover / Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
"Übertragungswege und Krankheitsbilder der Hepatitisinfektionen von A bis E - Früchte, Sex, Blut, Fleisch und mehr"

Prof. Eike Steinmann
TWINCORE – Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung
"Mechanismen antiviraler Therapien bei Hepatitis E VirusInfektionen"

Moderation

Friederike Lina Schüler
Berliner Fernsehjournalistin

Kontakt

  • Katja Flaig

    Katja Flaig

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