Infektionskrankheiten im 21. Jahrhundert

Herausforderungen aus Sicht der Geographie und der Medizin

  • Überblick

    Die weltumspannende Mobilität von Produkten und Menschen ist heute ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Für Infektionserreger ergeben sich dadurch ganz neue Ausbreitungswege und Übertragungsmöglichkeiten. So waren für den größten lebensmittelbedingten Ausbruch mit Magen-/Darminfektionen in Deutschland im Herbst 2012 tiefgekühlte Erdbeeren aus China verantwortlich und der EHEC/HUS-Ausbruch 2011 ist vermutlich auf eine Charge verunreinigter Boxhornkleesamen aus Ägypten zurückzuführen. Zudem wirken sich Klimaveränderungen auf die Lebensräume von Insekten aus, so dass vektorübertragene Infektionskrankheiten, wie ein Chikungunya-Ausbruch in Italien 2007 gezeigt hat, auch in Europa wieder ein Thema werden könnten.

    Diese Beispiele zeigen, dass Infektionskrankheiten nicht auf dem Rückzug sind, sondern uns auch in den kommenden Jahren beschäftigen werden.

    Geographie und Medizin als wissenschaftliche Disziplinen mit einer langen Tradition können hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten. Geographen beschäftigen sich mit raumbezogenen Fragestellungen und Raumprozessen. Für den praktisch tätigen Mediziner steht die Gesundheit des einzelnen Menschen durch die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten im Vordergrund, während sich die Sozialmedizin mit bevölkerungsbezogenen Fragestellungen beschäftigt.

    Der Verbindungspunkt zwischen beiden Wissenschaften liegt darin, dass raumbezogene Umweltfaktoren und Lebensgewohnheiten das Entstehen und die Verbreitung von Krankheiten beeinflussen.

    Diese gemeinsam von der Frithjof Voss-Stiftung fürGeographie, der Ärztekammer Niedersachsen, dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt und der Staatsbibliothek zu Berlin organisierte Veranstaltung möchte über die Forschung in der Geographie und der Medizin zu ausgewählten bedeutsamen Infektionkrankheiten informieren und zum Dialog zwischen beiden Disziplinen anregen.


    Datum: 20. und 21. Februar 2013

    Veranstaltungsort

    Ärztekammer Niedersachsen, Hannover

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