Förderpreise des Arbeitskreises für Zellbiologie und Biomedizinische Forschung eV

Verleihung in einer Feierstunde am Freitag, 6. Juli ab 15:00

  • Overview

    Bin Ma (Preisträger 2006; Betreuer Kurt Dittmar)

    Langzeitnarkosen und Mikrochirurgie ermöglichen es heute, die dynamische Prozesse in Organen und Geweben der lebenden Maus mit hochauflösender Lichtmikroskopie zu untersuchen. Hierfür sind Kenntnisse über den dreidimensionalen Aufbau des Zielgewebes oder Zielorgans aus jedem Beobachtungswinkel die unabdingbare Voraussetzung.

     

    Als Modellstrukturen wählte Bin Ma sekundäre lymphatische Organe, die mikrochirurgisch leicht zugänglich sind (Milz, Lymphknoten und die Peyer´schen Patches in der Darmschleimhaut). Für diese Organe entwickelte er systematisch Schnitt- und Färbemethoden, die über die Multifarben-Immunfluoreszenzmikroskopie eine 3D Rekonstruktion ermöglichten. Zur Auswertung verfeinerte er Bildverarbeitungsverfahren, die sich zur detaillierten Darstellung der Zielstrukturen eignen - .darunter eine Variante des bekannten „stiching Verfahrens“, mit dem der Fotograf normalerweise Panoramabilder zusammenführt. So entstand eine elegante Methode, welche die Darstellung von Organquer- und Längsschnitten in hoher räumlicher Auflösung ermöglicht. Dem Preisträger ist mit einer Vielzahl von sich ergänzender Techniken ein entscheidender Schritt hin zur Gesamtrekonstruktion eines Organs gelungen.

     

    Bin Ma hat seine Ergebnisse noch während der laufenden Promotionsarbeiten in zahlreichen viel beachteten Publikationen niedergelegt, die ihm schließlich die Abgabe einer kumulativen Promotionsschrift ermöglichten. Kürzlich ging er einem Stellenangebot an die Yale UniversityNew Haven an das Department of Internal Medicine (Li Wennach) nach. Kurt Dittmar wird eine ausgiebige Bewertung der Leistungen und der Persönlichkeit von Bin Ma präsentieren.

     

     

     

    Kathrin Westphal (Preisträgerin 2007; Betreuer Siegfried Weiß)

    Gängige Behandlungsmethoden für Krebs, wie die Chemo- oder Strahlentherapie, zerstören nicht nur Krebszellen, sondern auch andere teilungsaktive Zellen wie jene des Immunsystems. Dadurch kann der Patient extrem geschädigt werden. Die Entwicklung von neuen, spezifischer wirkenden Ansätzen ist deshalb ein Gebot, das derzeit mit unterschiedlichen experimentellen Systemen angegangen wird.

     

    Krankheitserregende Bakterien als Helfer im Kampf gegen den Krebs – das klingt abenteuerlich, doch weiß man seit über hundert Jahren, dass Bazillen Krebsgeschwüre bevorzugt besiedeln. Dazu mögen die sauerstoffarme Bedingungen beitragen, unter denen viele Bakterien bevorzugt wachsen. Jüngste Ergebnisse in der Arbeitsgruppe von Siegfried Weiß nähren die Hoffnung, dass daraus ein neuer Ansatz für die Tumortherapie werden könnte.

     

    Kathrin Westphal hat in ihrer Doktorarbeit die Grundlagen eines solchen Ansatzes an drei verschiedenen Bakterienstämmen untersucht. Daraus ergaben. Aus der Idee einer Bakterien-vermittelten DNA Übertragung wurde dabei ein neues, großartiges Projekt, dessen Erfolg nach vielen zu überwindenden Hürden inzwischen absehbar ist. Durch Elektronenmikroskopie konnte die Auszuzeichnende zeigen, dass sich die Bakterien außerhalb der Zellen, und zwar in Form eines Biofilms ansiedeln. Dieser Befund eröffnet neue Therapieformen, zeigt er doch, dass diese Bakterien im Tumor Eigenschaften besitzen, die sie in keinem anderen Wirtsgewebe haben. Damit wird es möglich Tumor-spezifische Gene zu charakterisieren, und deren Promotoren für eine Tumor-spezifische Genexpression in Bakterien zu verwenden.

     

    Mit ihren Ergebnissen hat Kathrin Westphal in ihrer Doktorarbeit wissenschaftliche Erkenntnisse von herausragender Bedeutung generiert. Zum einen, hat sie neue Erkenntnisse zur Tumorbesiedelung von festen Tumoren durch Bakterien beigesteuert und zum anderen die Möglichkeiten einer noch spezifischeren Therapie von Krebs mit Hilfe von Bakterien aufgezeigt.

     


    Date: 06.07.2007, 15:00

    Location

    Forum des HZI