Epidemiologie

Epidemiologie erforscht Gesundheit und Krankheit auf der Bevölkerungsebene – die Infektionsepidemiologie beschäftigt sich mit übertragbaren Krankheiten. Ihre Werkzeuge und Methoden sind systematische Befragungen, klinische Untersuchungen und labordiagnostische Nachweise sowie statistische Analysen. So können Ursachen und Risikofaktoren für Infektionen identifiziert werden. Die Infektionsepidemiologie trägt zur Entwicklung von Präventionsmaßnahmen, ebenso wie zur Früherkennung und Therapie von Erkrankungen bei. Zudem überprüft sie die Wirksamkeit solcher Maßnahmen.

Leitung

Team

Dr. Berit Lange

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Lebenslauf

Lebenslauf
Nach dem Studium der Medizin in Deutschland, Spanien, Chile und Peru und dem Abschluss im Jahr 2009 arbeitete Berit Lange als Ärztin für Innere Medizin und Infektionskrankheiten an der Universität Freiburg. Im Jahr 2013 schloss sie ihr Studium der Epidemiologie an der London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM) mit dem Master of Science ab und kehrte nach einer Postdoc-Zeit in der Infektionsepidemiologie der LSHTM an die Universität Freiburg zurück, um ihre Facharztausbildung bei Prof. Winfried Kern fortzusetzen. Seit 2016 ist sie verantwortlich für das Kernmodul und den Epidemiologiekurs eines neueingerichteten Masterstudiengangs (Global Urban Health) an der Universität Freiburg. Von 2017 bis 2019 leitet sie dort außerdem eine Forschungsgruppe für Infektionsepidemiologie und globale Gesundheit mit mehreren Doktoranden und wissenschaftlichen Mitarbeitern.

Seit Mai 2019 ist Berit Lange in der Abteilung Epidemiologie des Helmholtz-Zentrums mit der Infektionsforschung für die klinische Epidemiologie betraut. Im Fokus ihrer Arbeiten steht die Verringerung der Belastung durch TB und andere armutsbedingte Infektionskrankheiten in gefährdeten Bevölkerungsgruppen und schwachen Gesundheitssystemen.

Jetzige Tätigkeit
4/2019     Leiterin der Klinischen Epidemiologie in der Abteilung Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig

Vorherige Tätigkeiten
01/2014 – 03/2019
Medical resident and head of the research group „Global Health & Infectious Disease Epidemiology“ in Gastroenterology and Infectious Diseases as clinical research fellow Division of Infectious Diseases, Medicine II, University Hospital Freiburg;  

01/2014 – 03/2019
Tutor at the Distance Learning Course Epidemiology, London School of Hygiene and Tropical Medicine

01/2016 – 03/2019
Convener and lecturer for Epidemiology in a newly established Master programme “Global Urban Health”, University of Freiburg

08/2012 – 12/2013
MSc Epidemiology & Research assistant Department of Infectious Disease Epidemiology, London School of Hygiene and Tropical Medicine  

07/2009 – 07/2012
Assistant Physician and clinical research fellow Division of Infectious Diseases, Medicine II, University Hospital Freiburg

Undergraduate and Postgraduate Training
2012 – 2013  
MSc Epidemiology, London School of Hygiene and Tropical Medicine

2009
MD thesis on IGRAs in Tuberculosis diagnostics

2001-2009
Academic studies of medicine at the University of Freiburg, Medical Faculty; medical doctorate 2009, studies abroad in Santiago de Chile, Madrid and Lima.

Other Scientific Roles  
2017 – ongoing
Steering committee member for Epidemiology at TBNet, (Tuberculosis Network European Trialsgroup)

2016 - 2017
Member Guideline group on Hepatitis Diagnostics World Health Organization

 

 

Ausgewählte Publikationen

1.    Lange B, Cohn J, Roberts T, Camp J, Chauffour J, Gummadi N, et al. Diagnostic accuracy of serological diagnosis of hepatitis C and B using dried blood spot samples (DBS): two systematic reviews and meta-analyses. BMC infectious diseases. 2017;17(1):700. (IF: 3,0)

2.    Lange B, Roberts T, Cohn J, Greenman J, Camp J, Ishizaki A, et al. Diagnostic accuracy of detection and quantification of HBV-DNA and HCV-RNA using dried blood spot (DBS) samples–a systematic review and meta-analysis. BMC infectious diseases. 2017;17(1):693

3.    Lange B, Khan P, Kalmambetova G, Al-Darraji H, Alland D, Antonenka U, et al. Diagnostic accuracy of the Xpert® MTB/RIF cycle threshold level to predict smear positivity: a meta-analysis. The international journal of tuberculosis and lung disease. 2017;21(5):493-502

4.    Joost I, Bothe W, Pausch C, Kaasch A, Lange B, Peyerl-Hoffmann G, et al. Staphylococcus aureus bloodstream infection in patients with ventricular assist devices-management and outcome in a prospective bicenter cohort. Journal of Infection. 2018

5.    Kodama C*, Lange B*, Olaru ID, Khan P, Lipman M, Seddon JA, et al. Mycobacterium tuberculosis transmission from patients with drug-resistant compared to drug-susceptible TB: a systematic review and meta-analysis. European Respiratory Journal. 2017;50(4):1701044

6.    Blauenfeldt T, Wagner D, Aabye M, Heyckendorf J, Lange B, Lange C, et al. Thermostability of IFN-gamma and IP-10 release assays for latent infection with Mycobacterium tuberculosis: A TBnet study. Tuberculosis (Edinb). 2016;98:7-12

7.    Sester M, van Leth F, Bruchfeld J, Bumbacea D, Cirillo DM, Dilektasli AG, et al. Risk assessment of tuberculosis in immunocompromised patients. A TBNET study. Am J Respir Crit Care Med. 2014;190(10):1168-76

8.    Hoefsloot W, van Ingen J, Andrejak C, Angeby K, Bauriaud R, Bemer P, et al. The geographic diversity of nontuberculous mycobacteria isolated from pulmonary samples: an NTM-NET collaborative study. Eur Respir J. 2013;42(6):1604-13

9.    Lange B, Vavra M, Kern WV, Wagner D. Indeterminate results of a tuberculosis-specific interferon-gamma release assay in immunocompromised patients. Eur Respir J. 2010;35(5):1179-82

10.    Lange B, Vavra M, Kern W, Wagner D. Development of tuberculosis in immunocompromised patients with a positive tuberculosis-specific IGRA. The International Journal of Tuberculosis and Lung Disease. 2012;16(4):492-5

Praktikum

Praktikumsanfragen an die Abteilung Epidemiologie richten Sie bitte ausschließlich an Frau Dr. Stefanie Castell.

Video

  • SORMAS - die Zukunft der Seuchenüberwachung

    Epidemiologen und IT-Experten aus Deutschland und Nigeria haben gemeinsam eine innovative App entwickelt, die helfen soll Epidemien wie Ebola oder Cholera zu bekämpfen - das Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System (SORMAS). Unser Video zeigt, warum eine Anwendung wie SORMAS dringend benötigt wird und wie das einzigartige Konzept SORMAS so vielversprechend macht:

  • Was versteht man unter Infektionsepidemiologie?

    Was heißt "Infektionsepidemiologie"? Auf diese Frage antwortet Prof. Dr. Gérard Krause, Abteilungsleiter Epidemiologie am HZI in Braunschweig.

  • Mit der SORMAS-App gegen Epidemien in Nigeria

    Mit einem neuen mobilen Informationssystem bekämpfen deutsche Wissenschaftler vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und nigerianische Forscher erstmals einen Affenpocken-Ausbruch in Nigeria. SORMAS – so der Name des Systems – steht für „Surveillance, Outbreak Response Management and Analysis System“. Wie das mobile Epidemie-Management-System funktioniert, das erklärt Prof. Gérard Krause vom HZI kurz und knapp in einer Minute.

  • MuSPAD - die bundesweite Antikörperstudie des HZI zur Verbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen

    Wie viele Personen waren in Deutschland schon mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert und wie entwickelt sich die Pandemie? Diese und weitere Fragen untersucht das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung mit dem Projekt MuSPAD (Multilokale und Serielle Prävalenzstudie zu Antikörpern gegen SARS-2-Coronavirus in Deutschland). In verschiedenen regionalen Stichproben wird ausgewählten freiwilligen Probanden Blut abgenommen und auf SARS-CoV-2-Antikörper untersucht.
    Im Video erklären Wissenschaftlerinnen des HZI das Studiendesign, sowie Ablauf & Ziele der Untersuchungen.

  • Dem Erreger auf der Spur: Wie Epidemiolog:innen SARS-CoV-2-Ansteckungswege erforschen

    Seit über einem Jahr leben wir mit SARS-CoV-2. Wir tragen Masken, halten Abstand, schränken unsere Kontakte ein. Und trotzdem liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den zehntausenden. Oft fragen wir uns: „Wo stecken sich all diese Menschen an?“ Die Ärztin und Epidemiologin Dr. Berit Lange aus der Abteilung „Epidemiologie" am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) beschreibt in diesem Video, mit welchen Methoden sie und ihre Kolleg:innen dem Erreger auf der Spur sind. Sie erklärt, warum es nicht trivial ist, Ansteckungswege darzustellen und welche Strukturen Epidemiolog:innen für die Zukunft geschaffen haben.

    Berit Lange untersucht in der Abteilung Epidemiologie des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung, wie die Belastung durch armutsbedingte Infektionskrankheiten in gefährdeten Bevölkerungsgruppen und schwachen Gesundheitssystemen verringert werden kann.

  • Wie trägt das HZI zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie bei?

    Seit Beginn der SARS-CoV-2-Pandemie hat das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig seine Forschungsaktivitäten auf das neuartige Coronavirus fokussiert. Stellvertretend für die vielseitigen Forschungsprojekte des HZI stellen drei Wissenschaftler:innen ihre Beiträge zur Bewältigung der Pandemie vor. Prof. Michael Meyer-Hermann entwickelt mathematische Modelle für den Pandemieverlauf. Prof. Melanie Brinkmann hat Übertragungswege bei einem großen Coronavirusausbruch untersucht und gezeigt, dass der Erreger über Aerosole verbreitet werden kann. Prof. Gérard Krause leitet eine Antikörperstudie, um die Entwicklung der Pandemie zu beobachten, und entwickelt digitale Tools wie das System SORMAS, das den öffentlichen Gesundheitsdienst bei der Pandemiebekämpfung unterstützt.

Audio Podcast

  • Staphylococcus aureus – ein Leben in der Nase2000 zufällig ausgewählte Braunschweiger Bürger haben in diesem Juni Post vom HZI erhalten – mit der Bitte, an einer Studie über die Verbreitung von Staphylococcus aureus teilzunehmen. Varianten des Bakteriums sind unter dem Kürzel MRSA als Krankenhauskeime zu trauriger Berühmtheit gelangt. Unsere Wissenschaftler wollen nun erforschen, wie viele Gesunde – außerhalb von Krankenhäusern – mit diesem Keim Leben. Und sie suchen nach Risikofaktoren, die Staphylococcus aureus die Besiedlung des Menschen erleichtern. Begleiten Sie Frank Pessler und Jaishri Mehraj ein Stück in die Welt der Epidemiologie...
  • Proben und Fragebögen für die Infektionsforschung - Die Nationale Kohorte Diabetes mellitus, Krebs, Arterienverkalkung und diverse Infektionen sind Volkskrankheiten, über die wir viel zu wenig wissen. Mit der Nationalen Kohorte wollen Wissenschaftler diesen Krankheiten auf den Grund gehen und neue Strategien gegen sie entwickeln. Frank Pessler und Manas Akmatov nehmen die Infektionen ins Visier. Lassen Sie sich erklären, wie ihnen 225.000 Menschen dabei helfen sollen…
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