Zoonosezentrum

Menschen haben vielfältigen Kontakt zu Tieren und unkontrollierbaren zu den Vektoren.  Wie die Krankheitserreger allerdings von Menschen auf Tiere – und natürlich in die andere Richtung – wechseln, ist bislang nur unzureichend erforscht. Mit welchen neuen Spezies-Sprüngen müssen wir rechnen? Wie gelingt es Krankheitserregern, sich an eine neue Spezies anzupassen? Stecken vielleicht hinter noch mehr menschlichen Krankheiten Zoonoseerreger, als die Wissenschaft bislang annimmt? Wie gelangen die Erreger vom Tier zu uns? Wie groß ist die Gefahr, Krankheitserreger über die Nahrung aufzunehmen? Welche Folgen werden der Klimawandel und damit die Ausbreitung von Insekten haben, die Zoonosen wie Malaria übertragen? Fragen über Fragen, auf die die Wissenschaft bislang keine Antworten hat – aber intensiv sucht. Unter anderem in dem gerade entstehenden Zoonose-Zentrum der Tierärztlichen Hochschule Hannover – an dem das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung als Kooperationspartner beteiligt ist.

Influenza – eine jährliche wiederkehrende Zoonose

Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung konzentrieren sich Wissenschaftler bei der Erforschung von Zoonosen auf Influenza – die echte Grippe. Die Viren reisen jedes Jahr um die Welt. Die humane Influenza reist mit Menschen, die Vogelgrippe mit Zugvögeln und in den letzten Jahren kommt es immer häufiger zu Infektionen von Menschen mit der Vogelgrippe. Ein gefährlicher Wirtswechsel, denn springen Influenza-Viren von Vögeln auf Menschen, sind die Viren nicht an das System Mensch angepasst. Diese fehlende Anpassung macht die Zoonose potentiell lebensgefährlich. Dort, wo Zugvögel sich sammeln und Menschen eng mit ihren Tieren zusammen leben, ist sie eine echte Bedrohung für die Bevölkerung. Allerdings ist nicht jedes Influenza-Virus gleich aggressiv und nicht jeder Mensch gleich empfänglich für eine Infektion mit den Viren. Unsere Forscher suchen nach Viren-Markern, die ihnen verraten, wie gefährlich ein bestimmter Virenstamm ist und sie suchen nach Wirts-Markern, mit denen sie beurteilen können, ob ein Mensch oder Tier besonders empfänglich für Infektionen mit Influenza-Viren ist. Über solche Marker kann einerseits im Ernstfall eingeschätzt werden, welche Gefahr dem Menschen durch das Virus droht, und andererseits bildet es die Basis, auf der neue Medikamente entwickelt werden können.

(Dr. Jo Schilling)

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  • Vogelgrippe - eine jährlich wiederkehrende Zoonose
    Eigentlich ist es nicht im Sinne von Viren uns zu töten – solange wir leben, können sie sich vermehren. Springen sie jedoch direkt von einem Tier zu uns über, kennen sie das System Mensch nicht und diese Unkenntnis macht diese so genannten Zoonosen lebensgefährlich. Vogelgrippe ist jedes Jahr aufs Neue ein Zoonose-Thema und dort wo Zugvögel sich sammeln, ist sie eine echte Bedrohung für die Bevölkerung. Besonders in Ägypten führen die Influenzaviren ein bedrohliches Eigenleben. Folgen Sie Mahmoud Bahgat und Ruth Stricker ins Labor und hören Sie, wie der Ägypter Bahgat seinem Land helfen möchte…
  • Influenza zwischen Schwein und Mensch - die Experten Klaus Schughart und Carlos Guzman im Gespräch
    Die Influenzawelle rollt, aber die Informationen über Schweinegrippe, saisonale Grippe und die verschiedenen Impfstoffe sind verwirrend - teilweise beängstigend. Soll ich mich impfen lassen? Sind die Impfstoffe sicher? Mein Nachbar kennt aber jemanden... Die Grippe ist doch gar nicht so schlimm... Sind Sie ebenfalls unsicher? Dann lassen Sie sich die wichtigsten Fragen von unseren Experten des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung für Influenza Klaus Schughart und Carlos Guzman beantworten...

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