Glossar

Adaptives Immunsystem

Durch überstandene Infektionskrankheiten erworbenes Abwehrsystem gegen Krankheitserreger. Es besteht unter anderem aus B-Zellen und T-Zellen und „erinnert“ sich an spezielle Krankheitserreger, vor denen es auch bei erneuter Infektion schützt.

Adenoviren

Weit verbreitete Viren mit einem DNA-Genom, die Krankheiten der Atemwege und Verdauungsorgane hervorrufen. In der Gentechnik werden Adenoviren mit geringer Pathogenität für die Übertragung von Genen verwendet.

Adhäsion

Im bakteriologischen Sinn bezeichnet dieser Begriff die Anheftung von Bakterien an Schleimhautoberflächen. Die Adhäsion gehört zu den ersten wichtigen Schritten im Infektionsprozess.

Adjuvans

Substanz, die bei Impfungen zusammen mit dem Antigen verabreicht wird, um die Immunantwort auf das Antigen zu verstärken.

AIDS

Englisch: „Acquired Immunodeficiency Syndrome“; also das Syndrom der erworbenen Immunschwäche. Es wird durch Infektion mit dem HI-Virus verursacht. Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit bestimmten Körperflüssigkeiten infizierter Personen. In Ländern mit ausreichender Gesundheitsversorgung ist AIDS heutzutage eine behandelbare, chronische Krankheit. Eine Heilung ist jedoch bislang nicht möglich und eine Impfung nicht verfügbar. 2010 starben 1,8 Millionen Menschen an AIDS.

Aktin

Häufig vorkommendes Protein in eukaryotischen Zellen, das Filamente (Fasern) bildet und Bestandteil des Zytoskeletts ist.

aktive Impfung

Die beabsichtigte Aktivierung des adaptiven Immunsystems durch die Verabreichung eines Impfstoffes. Impfungen gehören zu den wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen der Medizin. Die aktive Impfung mit Lebend- oder Totimpfstoffen führt zur Bildung von Erregerspezifischen Gedächtniszellen, die bei erneutem Kontakt mit diesem Krankheitserreger eine schnelle und spezifische Immunantwort ermöglichen. Einmal geimpft, besteht oft lebenslanger Schutz.

Algorithmus

Lösungsverfahren mit exakt definierter Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems in endlich vielen Schritten. Beispiel: Waschmaschinenprogramme oder Programme zum Ausfüllen von Formularen.

Allergie

Abwehrreaktion auf ein normalerweise harmloses Antigen aus der Umwelt, ein sogenanntes Allergen. Charakteristisch ist dabei eine starke Entzündungsreaktion, die Symptome wie Hautausschlag, Heuschnupfen, Asthma, Erbrechen und Durchfall bis hin zum Kreislaufversagen zur Folge haben kann. Die Allergie wird durch eine übersteigerte Aktivierung von weißen Blutkörperchen (Mastzellen und basophile Granulozyten) durch den Antikörper Immunglobulin E (IgE) verursacht

Aminosäure

Organisches Molekül. Aminosäuren sind die Bausteine der Proteine.

Amyloid

Proteinhaltige Ablagerung im Gewebe. Die Bildung von Amyloiden ist ein pathologischer Prozess: Normale Proteine im Körper ändern ihre Struktur und bilden zunächst Fibrillen und dann Amyloide.

Angeborenes Immunsystem

Von Geburt an vorhandenes Abwehrsystem gegen Krankheitserreger. Es reagiert unspezifisch, ist aber immer verfügbar und richtet sich allgemein gegen fremde Partikel im Körper. Wichtige Elemente sind mechanische Barrieren wie die Haut, Makrophagen, Killerzellen und Interferone.

Antibiotikaresistenz

Bakterieller Abwehrmechanismus gegen Antibiotika. Die Resistenz kann beispielsweise darin bestehen, dass das Antibiotikum durch Enzyme inaktiviert oder mittels spezifischer Transportsysteme wieder aus der Zelle ausgeschleust wird, bevor es wirkt. Die Gene für die Resistenz sind häufig auf einem Plasmid lokalisiert – einem ringförmigen DNA-Stück außerhalb des Bakterien-Chromosoms. Da Plasmide zwischen Bakterien ausgetauscht werden, können Antibiotika Resistenzen schnell weitergegeben werden. Auf diese Weise werden Antibiotika allmählich wirkungslos.

Antibiotikum

(Pl. Antibiotika) Wirkstoff, der Bakterien abtötet, also bakteriozid wirkt, oder ihr Wachstum hemmt, was man als bakteriostatisch bezeichnet. Antibiotika werden bei bakteriellen Infektionen eingesetzt. Da immer mehr Keime Antibiotikaresistenzen entwickeln, suchen Wissenschaftler nach neuen antibiotisch wirksamen Substanzen. Das älteste und bekannteste Antibiotikum ist das Penicillin, das aus dem Pilz Penicillium chrysogenum stammt und die Zellteilung der Bakterien hemmt.

Antigene

Strukturen, die von Antikörpern erkannt und gebunden werden. Die meisten Antigene sind Proteine, sie können aber auch Kohlenhydrate, Lipide und andere Stoffe sein. Im Fall von Autoimmunerkrankungen erkennt das Immunsystem auch körpereigene Strukturen – diese bezeichnet man dann als Autoantigene.

Antigenspezifische Zelle

Abwehrzellen des Immunsystems, die eine bestimmte Struktur des Krankheitserregers, das Antigen, erkennen können.

Antiinfektiva

Sammelbegriff für Substanzen, die gegen Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten wirken. Insbesondere von Mikroorganismen hergestellte Naturstoffe werden von Wissenschaftlern auf antiinfektive Eigenschaften hin untersucht.

Antikörper

Auch: Immunoglobuline; Proteine, die von B-Zellen als Reaktion auf Antigene gebildet und in Blut und Lymphe abgegeben werden. Antikörper können eingedrungene Fremdkörper binden und eine Folgereaktion des Immunsystems auslösen, die den Fremdkörper beseitigt. Sie erkennen dabei ganz spezifische Abschnitte, die Epitope, an die sie binden.

Apoptose

Zelltod, der nach einem genetisch gesteuerten Programm verläuft. Dieser zelluläre „Selbstmord“ ist ein wichtiger Prozess in mehrzelligen Organismen, der dazu dient, nicht länger benötigte, krankhaft veränderte oder infizierte Zellen zu entfernen.

Autoimmunerkrankung

Krankheit, die durch eine Reaktion des adaptiven Immunsystems auf ein körpereigenes Antigen ausgelöst wird. In diesem Fall erkennt das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe als fremd und greift es an. Beispiele für Autoimmunerkrankungen sind Diabetes mellitus Typ I und Morbus Crohn.

Autoinducer

Chemischer Signalstoff, der von Bakterien zur Steuerung des Quorum sensing eingesetzt wird. So können Bakterien miteinander kommunizieren und ihre Genexpression der Dichte der Bakterienpopulation anpassen.

Autoklav

Gerät zum Sterilisieren von Laborgeräten. Zu den Laborsicherheitsmaßnahmen der Gentechnik gehört auch das Sterilisieren von Arbeitsmaterial und kontaminierten Abfällen. Ein Autoklav ist ein gasdicht verschließbarer Druckbehälter, ähnlich einem Schnellkochtopf – das Sterilisieren erfolgt in 121°C heißem Wasserdampf unter einem Druck von 2 bar.

Autophagie

Abbau zelleigener Bestandteile. Mittels Autophagie bauen Zellen fehlgefaltete oder alte Proteine sowie in die Zelle eingedrungene Mikroorganismen und Viren ab. Daher ist der Prozess auch für die Immunantwort wichtig.

B-Zellen

Auch B-Lymphozyten; machen gemeinsam mit den T-Zellen das adaptive Immunsystem aus. Werden sie durch Antigene aktiviert, entwickeln sie sich zu Plasmazellen, die Antikörper herstellen. Antikörper werden bei Vögeln in der sogenannten Bursa fabricii gebildet, daher der Name B-Zellen. Beim Menschen entstehen sie im Knochenmark. Ein Mensch hat etwa 10 Milliarden verschiedene spezifische B-Zellen, die unterschiedliche Antigene erkennen können.

Bacillus anthracis

Milzbrand-Erreger. Dieses Bakterium kann in Sporenform Jahrzehnte im Erdboden überdauern. Gelangt es durch Wunden in den Körper oder wird es eingeatmet, verursacht es durch das ausgeschiedene Gift, das sogenannte Anthrax-Toxin,
massive Schädigungen.

Bakterien

Mikroorganismen, die sich durch Zellteilung vermehren und keinen Zellkern besitzen. Bakterien sind daher Prokaryoten. Man unterteilt sie abhängig von der Struktur der Zellwand in die Gruppe der Gram-positiven und die der Gram-negativen Bakterien. Viele Bakterien leben in unserem Körper und sind wichtig für unsere Gesundheit, andere rufen Krankheiten hervor. Ein im Labor häufig genutzter Modellorganismus ist Escherichia coli.

Bakteriophagen

Viren, die Bakterien infizieren. Im Labor können Bakteriophagen genutzt werden, um Gene in Bakterien einzuschleusen.

Bazillen

Umgangssprachliche Bezeichnung für Bakterien. Die eigentlichen Bacilli bilden innerhalb der Bakterien eine eigene Gattung. Beispiel: Bacillus anthracis

Biodegradation

Der chemische Abbau organischen Materials auf biologischem Weg, beispielsweise durch Mikroorganismen.

Biofilm

Auf Oberflächen vorkommende Gemeinschaft aus Bakterien oder Pilzen, die in eine Schleimschicht eingebettet sind. Im Körper schützen sie sich so vor dem Immunsystem und vor Antibiotika. Biofilme spielen z. B. bei Zahnkaries eine Rolle und entstehen auf Implantaten und Kathetern. Wissenschaftler suchen nach Möglichkeiten, Biofilme aufzulösen, um schwere Infektionen zu verhindern.

Biologisch aktive Substanzen

Stoffe, die eine Reaktion in lebenden Organismen auslösen.

Blut-Hirn-Schranke

Grenzfläche, die das zentrale Nervensystem vom zirkulierenden Blutkreislauf des restlichen Körpers abgrenzt und vor möglicherweise schädlichen Substanzen schützt. Sie reguliert den Transport wichtiger Moleküle und hält stabile Milieubedingungen aufrecht.

Blutgerinnung

Lebenswichtiger und schneller Prozess, der verhindert, dass bei einer Verletzung zu viel Blut verloren geht und der die Wundheilung ermöglicht. Sofort nach der Verletzung verengen sich die Gefäße. Blutplättchen (Thrombozyten) heften sich an die verletzte Stelle an und verkleben miteinander. Dieser Pfropf wird durch ein Netz aus Fibrinfasen verstärkt. Eine ganze Kaskade von Gerinnungsfaktoren ist an diesem Prozess beteiligt. Genetische Defekte können zu einer erhöhten Neigung zur Blutung (Hämophilie) oder Gerinnselbildung (Thrombose) führen.

Chemotherapie

Therapie zur Bekämpfung von Krebserkrankungen. Die zytotoxischen, also zellschädigenden, Medikamente greifen Zellen an, die sich schnell teilen. Dies ist ein Charakteristikum für Krebszellen, allerdings auch für einige gesunde Zellen, wie beispielsweise Knochenmarkszellen und Haarfollikel. Da Chemotherapeutika nicht zwischen gesunden Zellen und Krebszellen unterscheiden können, sind Immunsuppression und Haarausfall häufige Nebenwirkungen der Chemotherapie.

Cholera

Schwere Durchfallerkrankung, ausgelöst durch das Bakterium Vibrio cholerae. Verbreitet wird das Bakterium durch kontaminiertes Wasser und verunreinigte Lebensmittel. Wie bei vielen Durchfallerkrankungen ist auch hier der Flüssigkeitsverlust die größte Gefahr für den Körper.

COPD

Akronym für: chronic obstructive pulmonary disease               
Sammelbegriff für chronische Krankheiten der Lunge, die den Luftstrom in der Lunge behindern. Charakteristische Symptome sind Husten, vermehrter Auswurf und Atemnot bei Belastung. Nach Prognosen der Weltgesundheitsorganisation könnte COPD bis 2030 die dritthäufigste Todesursache weltweit darstellen.

Diversität

Biologische Vielfalt der Arten auf der Erde, genetische Vielfalt und Vielfalt von Ökosystemen.

DNA

Englisch: „deoxyribonucleic acid“; Makromolekül, das die genetische Information der Zelle speichert und an die nächste Generation weitergibt. DNA enthält den genetischen Code, die Bauanleitung für die Synthese der Proteine.

Durchflusszytometrie

Methode der Zellanalyse, mit der Forscher verschiedene Immunzellen unterscheiden und interessante Moleküle der Zelle untersuchen können. Einige Geräte können die Zellen auch entsprechend der untersuchten Merkmale sortieren.

Durchseuchungsrate

Verbreitung einer Infektionskrankheit in einem Gebiet.

E. coli

Escherichia coli. Stäbchenförmiges Bakterium, das natürlicherweise im Darm vorkommt. E. coli wird im Labor häufig als Modellorganismus genutzt. Neben dem harmlosen Darmbewohner gibt es auch pathogene Varianten, z. B. EHEC.

Ebola

Hämorrhagisches (Blutungen auslösendes) und oft tödlich verlaufendes Fieber, ausgelöst durch das hochgradig ansteckende Ebolavirus. Bislang gibt es keine Impfung gegen Ebola und keine spezifische Behandlung.

EHEC

Enterohämorrhagische (Darmblutungen auslösende) Escherichia coli, die pathogene Variante des ansonsten harmlosen Darmbewohners Escherichia coli. Diese Bakterien produzieren ein Zellgift, das in Darmzellen entzündungsähnliche Reaktionen auslöst, die den Körper schwer schädigen. Rund zehn Prozent der Patienten entwickeln das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), bei dem rote Blutkörperchen zerstört werden und das zu akutem Nierenversagen führen kann.

Einzeller

Einzellige Lebewesen, die im Gegensatz zu Bakterien einen echten Zellkern besitzen, also zu den Eukaryoten gehören. Beispiele sind das Pantoffeltierchen, aber auch der Erreger der Malaria.

Endemie

Das örtlich, aber nicht zeitlich gehäufte Auftreten einer Infektionskrankheit in einer
bestimmten Region oder Population.

Entzündung

Lokale Ansammlung von Flüssigkeit und weißen Blutkörperchen als Reaktion auf eine Infektion oder eine Verletzung. Entzündungen gehen mit vier Merkmalen einher: Hitze, Schmerz, Rötung und Schwellung. Sie können chronisch werden und Gewebe zerstören.

Epidemie

Das örtlich und zeitlich begrenzte Vorkommen einer Infektionskrankheit.

Epidemiologie

Lehre von den Ursachen, Risikofaktoren, der Verbreitung und den Folgen von Krankheiten. Die Infektionsepidemiologie untersucht diese Faktoren bei übertragbaren Krankheiten.

Epitop

Spezifischer Bereich eines Antigens, der an die Antigen-Rezeptoren der T- und B-Zellen sowie an Antikörper bindet.

Erythrozyt

Kleines, rotes Blutkörperchen, das Sauerstoff ins Gewebe und Kohlenstoffdioxid aus dem Gewebe heraus transportiert. Seine Farbe verdankt es dem roten Sauerstoff-Transportprotein Hämoglobin. Erythrozyten enthalten keinen Zellkern.

Escherichia coli

Kurz: E. coli. Stäbchenförmiges Bakterium, das natürlicherweise im Darm vorkommt. E. coli wird im Labor häufig als Modellorganismus genutzt. Neben dem harmlosen Darmbewohner gibt es auch pathogene Varianten, z. B. EHEC.

Eukaryoten

Ein- oder mehrzellige Organismen, die einen Zellkern besitzen. Menschen, Tiere, Pflanzen und Einzeller sind Eukaryoten. Im Gegensatz dazu haben Prokaryoten keinen Zellkern.

GBF

Akronym für: Gesellschaft für Biotechnologische Forschung
Aus der GBF ist 2006 das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung hervorgegangen.

Gedächtniszellen

Besonders langlebige B-Zellen oder T-Zellen, die sich an frühere Infektionen „erinnern“. Gedächtniszellen ermöglichen einen viele Jahre anhaltenden Impfschutz.

Gen

Region der Deoxyribonukleinsäure (DNA) oder Ribonukleinsäure (RNA), die eine einzelne vererbbare Informationseinheit bildet. Normalerweise enthalten Gene Baupläne für Merkmale des Körpers, die beispielsweise das Aussehen einer Person bestimmen. Die Baupläne sind in einem chemischen Vier-Buchstaben-Code verschlüsselt. Dieser wird, streng reguliert, über den Zwischenschritt der RNA in ein Protein übersetzt.

Gentechnisch verändeter Organismus

Organismus, dessen Erbmaterial gezielt verändert wurde.

Gentherapie

Einschleusen und Einbauen von Genen in Zellen eines Lebewesens, um Gendefekte zu kompensieren. Gendefekte liegen vor, wenn dem Lebewesen ein Gen fehlt oder es mutiert ist und dadurch die Funktion verliert. Gendefekte sind meist erblich bedingt. Die Gentherapie als medizinische Behandlung befindet sich noch im Entwicklungsstadium. Denkbar ist beispielsweise, dass ein funktionales therapeutisches Gen ein mutiertes Gen ersetzt.

Grippe

Auch Influenza genannte, hochansteckende Erkrankung der Atemwege, die durch Influenzaviren hervorgerufen wird. Eine Immunisierung ist durch die Grippeschutzimpfung möglich, der Impfschutz währt maximal ein Jahr. Pro Jahr kommt es zu rund 500.000 Todesfällen weltweit. Die letzten großen Pandemien waren die Spanische Grippe (1918-1920), die Asiatische Grippe (1957-1958) und die Hong-Kong-Grippe (1968-1970). Siehe auch Vogelgrippe. Umgangssprachlich werden auch grippale Infekte häufig als Grippe bezeichnet.

H5N1

Siehe Vogelgrippe.

Haemophilus influenzae

Bakterium, das häufig mit Grippe assoziiert auf den Schleimhäuten auftritt, jedoch nicht der Erreger der Grippe ist. Es kann insbesondere bei Kindern schwere Infektionen hervorrufen, die zum Tod führen können. Das Genom von H. influenzae wurde 1995 als eines der ersten vollständig sequenziert.

HeLa-Zellen

HeLa-Zellen gehören zu den am häufigsten im Labor kultivierten Zellen. Ihre Bezeichnung leitet sich vom Namen der Spenderin ab: Henrietta Lacks, eine US-Amerikanerin, die an Gebärmutterhalskrebs erkrankt war. 1951 wurden ihr Tumorzellen entnommen, die sich in Kulturgefäßen kontinuierlich weitervermehrten. Auf diese Weise wurde die erste menschliche Zelllinie etabliert. Als unsterbliche Zelllinie wird sie heute weltweit genutzt, um medizinische und zellbiologische Prozesse zu erforschen.

Helicobacter pylori

Bakterium, das Magengeschwüre hervorruft und bei chronischen Infektionen auch zur Entstehung eines Magenkarzinoms beitragen kann. Früher vermutete man, dass das saure Milieu im Magen alle Bakterien abtötet. Helicobacter pylori jedoch nistet sich in der Magenschleimhaut ein und produziert dort Ammoniak, eine starke Base, die die Magensäure rund um das Bakterium neutralisiert.

Hepatitis

Entzündung der Leber, die unter anderem durch Hepatitis-Viren verursacht werden kann. Es gibt fünf wichtige Hepatitis-Viren, die als Hepatitis-Virus A, B, C, D und E bezeichnet werden. Während die Ansteckung mit den Typen A und E über die Nahrung erfolgt, werden die anderen Typen über kontaminierte Körperflüssigkeiten übertragen. Insbesondere Hepatitis-B-Viren (HBV) und Hepatitis-C-Viren (HCV) können zu chronischen Krankheiten führen und sind der Hauptgrund für Leberzirrhosen und Leberkrebs. Eine akute Hepatitis-Infektion kann die typische Gelbsucht zur Folge haben, bei der sich Haut und Schleimhäute gelblich verfärben. Weitere Symptome sind Übelkeit, Fieber, Müdigkeit und Muskelschmerzen. Impfungen sind bislang nur gegen Typ A und Typ B möglich.

Hirnhautentzündung

Auch Meningitis genannte Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, die durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden kann. Sie geht mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und steifem Nacken einher. Meningitis kann lebensbedrohlich sein und wird mit Antibiotika behandelt.

HIV

Humanes Immundefizienz-Virus aus der Familie der Retroviren. Es infiziert T-Helferzellen, schwächt dadurch die Immunabwehr und führt nach einigen Jahren zu AIDS.

Hormon

Biochemischer Botenstoff mit sehr spezifischer Wirkung, der von Drüsen in die Blutbahn abgegeben wird und an entfernten Zielzellen wirken kann. Beispiele: Schilddrüsenhormone, Adrenalin, die Sexualhormone Testosteron/ Östrogen.

Humanpathogen

Erreger, die beim Menschen Krankheiten auslösen.

Immunabwehr

Umfasst alle Mechanismen des Immunsystems, die der Abwehr von Krankheitserregern dienen.

Immundefekt

Eine angeborene oder erworbene Funktionsstörung des Immunsystems. Angeborene Immundefekte betreffen beispielsweise die Entwicklung von Immunzellen wie B-Zellen und T-Zellen. Erworbene Immundefekte können durch Infektionskrankheiten wie AIDS ausgelöst werden, sind manchmal aber auch therapeutisch gewünscht, wie z. B. nach Transplantationen. Siehe Immunsuppression.

Immunität

Eine überstandene Infektionskrankheit, wie z. B. die Masern, hinterlässt einen Schutz vor der Erkrankung und macht den Patienten unempfindlich gegenüber dem Erreger. Bei dieser Unempfindlichkeit spricht man von erworbener Immunität. Die erworbene Immunität richtet sich immer gegen einen speziellen Erreger. Die angeborene Immunität ist unspezifisch und bedeutet eine Art Basisabwehr, die sich gegen alle fremden Partikel im Körper richten kann. Als wichtige Elemente sind hier die Makrophagen, die Killerzellen und die Interferone zu nennen.

Immunsuppression

Meistens künstlich hervorgerufene Unterdrückung der Immunabwehr, um beispielsweise die Abstoßung eines transplantierten Organs zu verhindern.

Immunsystem

Umfasst Gewebe, Zellen und Moleküle die für die Abwehr von Krankheitserregern verantwortlich sind.

Impfstoff

Eine Substanz oder ein Substanzgemisch zum Aufbau eines Immunschutzes gegen Krankheitserreger. Als Lebendimpfstoff enthält er Erreger, die in ihrer Virulenz abgeschwächt sind, sich aber noch vermehren können. Totimpfstoffe bestehen aus abgetöteten Krankheitserregern, Bestandteilen von ihnen oder Giftstoffen. Oftmals werden Impfstoffen Adjuvantien zugesetzt.

in silico

Beschreibt einen Prozess, der im Computer simuliert wird. Siehe in vitro, in vivo.

in vitro

Beschreibt einen Prozess, der „im Reagenzglas“ abläuft, also in einer kontrollierten Umgebung außerhalb eines Organismus. Siehe in silico, in vivo.

in vivo

Beschreibt einen Prozess, der in einer intakten Zelle oder einem Organismus abläuft. Siehe in silico, in vitro.

Infekt

Umgangsprachlich für Infektion.

Infektion

Eindringen eines Krankheitserregers in den Körper und nachfolgende Vermehrung. Infektionen können durch Bakterien, Viren, Pilze, Einzeller, Parasiten oder Prionen erfolgen. Das Immunsystem reagiert auf Infektionen meist zuerst mit einer angeborenen, oft mit Entzündungen einhergehenden Immunantwort, gefolgt
von einer Reaktion des adaptiven Immunsystems.

Infektionsherd

Ursprung einer Infektion.

Infektionsschutzgesetz

Gesetz, das festlegt, welche Infektionskrankheiten meldepflichtig sind. Ziel ist, übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern.

infektiös

Eine Krankheit ist ansteckend.

Influenzaviren

Erreger der Grippe; den Menschen betreffen Influenzavirus A oder B.

Inkubationszeit

Zeitraum, der zwischen der Ansteckung mit einem Erreger und dem Auftreten erster Krankheitssymptome liegt.

Interferone

Proteine, die das Immunsystem regulieren. Ein wichtiger Teil der angeborenen Immunität. Sie wirken antiviral und tumorhemmend und beeinflussen das Immunsystem. Sie stimulieren außerdem die erworbene Immunität. Interferone werden teilweise auch therapeutisch eingesetzt.

Internalin

Oberflächenprotein von Listeria monocytogenes. Das bakterielle Protein bindet an das zelluläre Transmembranprotein E-Cadherin und schleust sich so in Wirtszellen ein. 

Invasion

Eindringen des Erregers in die Wirtszelle. Viren können sich nicht selbstständig vermehren und sind immer auf einen Wirt und dessen Proteinausstattung angewiesen. Auch einige Bakterien dringen in die Wirtszelle ein, wie z. B. Salmonellen.

Inzidenz

Häufigkeit von Neuerkrankungen. Sie wird berechnet, indem man die Anzahl der Neuerkrankungen in einem definierten Zeitraum durch die Gesamtzahl der Personen in der beobachteten Bevölkerungsgruppe teilt.

Katheter

Dünnes Röhrchen, das zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken in den Körper eingeführt wird. So können Hohlorgane wie Harnblase, Magen, Darm, Ohr oder Herz und Gefäße sondiert oder gespült werden. Außerdem können auf diesem Weg Medikamente oder chirurgische Geräte in den Körper eingebracht werden.

Kernspinresonanzspektroskopie

NMR, von nuclear magnetic resonance. Spektroskopische Methode, die die Untersuchung der elektronischen Umgebung einzelner Atome und der Wechselwirkungen mit seinen Nachbaratomen ermöglicht.

Kernspinresonanzspektroskopie

Englisch: „nuclear magnetic resonance (NMR) spectroscopy“; Analysemethode, die die magnetischen Eigenschaften von Atomkernen ausnutzt und Informationen über die Struktur und die chemische Umgebung von Molekülen liefert.

Kinase

Enzym, das eine Phosphatgruppe an ein spezifisches Substrat anheftet. Kinasen spielen eine wichtige Rolle bei der Signalübertragung innerhalb von Zellen.

Kinderkrankheiten

Zu den so genannten Kinderkrankheiten gehören verschiedene Infektionskrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln, Scharlach oder Windpocken. Kinderkrankheiten sind dadurch definiert, dass sie meist im Kindesalter durchlebt werden und eine lebenslange Immunität hinterlassen. Heute gibt es gegen die meisten Kinderkrankheiten zuverlässige Impfungen.

Klone

Zellen oder Organismen, die durch wiederholte Teilung aus einer gemeinsamen Vorgängerzelle oder einem Organismus entstanden sind.

Knockout-Maus

Mausstamm, bei dem ein Gen gezielt inaktiviert wurde. Aus der Entwicklung und dem Stoffwechsel solcher Mäuse lassen sich Rückschlüsse auf die Funktion des betreffenden Gens bzw. Proteins ziehen. Wissenschaftler setzen Knockout-Mäuse als Tiermodell für bestimmte Krankheiten des Menschen ein. Es gibt auch Knock-in-Mäuse, bei denen ein zusätzliches Gen eingefügt worden ist, meist wird bei ihnen ein Maus-Gen gegen ein menschliches Gen ausgetauscht.

Komplementsystem

System aus rund 20 Plasmaproteinen, den sogenannten Komplementfaktoren, das unspezifisch Krankheitserreger abwehrt. Es ist Teil des angeborenen Immunsystems. Die aktivierten Komplementfaktoren locken Immunzellen an, die den Erreger vernichten, oder bringen diesen selbst zum Platzen.

kontagiös

Ein Patient ist ansteckend.

Kontaktinfektion

Direkte Erregerübertragung durch Berührung einer infizierten Person, oder indirekte Übertragung durch Berührung von kontaminierten Gegenständen (Türklinken, Treppengeländern etc.), früher auch als Schmierinfektion bezeichnet.

Krankenhauskeim

Bakterieller Erreger, der gegen viele Antibiotika resistent ist. Derartige Keime verbreiten sich zunehmend in Krankenhäusern, wo viele Antibiotika verschrieben werden und Patienten mit geschwächtem Immunsystem besonders gefährdet sind. Ein gefürchtetes Beispiel sind die MRSA, die Methicillin-resistenten Stämme des Staphylococcus aureus. Gegen dieses Bakterium hilft oft nur noch eines der wenigen Reserveantibiotika, die nur in Ausnahmefällen verordnet werden dürfen.

Krebs

Krebs entsteht, wenn sich Körperzellen unkontrolliert teilen und gesundes Gewebe verdrängen. Er ist eine der häufigsten Todesursachen. Verschiedene Faktoren wie Zigarettenrauchen, bestimmte Chemikalien und UV-Licht begünstigen die Entstehung von Krebs, sind also kanzerogen. Auch bestimmte Viren, wie das Papillomavirus, können Auslöser sein. Dass Krebszellen unsterblich sind, macht man sich in der Zellkultur zunutze, siehe HeLa-Zellen.

Lebendimpfstoff

Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte Erreger. Eine Impfung mit einem Lebendimpfstoff führt meist zu einer lebenslangen Immunisierung.

Leukämie

Erkrankung des blutbildenden Systems, bei der vermehrt unreife weiße Blutkörperchen gebildet werden. Sie breiten sich im Knochenmark aus und stören die Blutbildung – vor allem der roten Blutkörperchen, der Blutplättchen und der funktionsfähigen weißen Blutkörperchen.

Leukozyten

Weiße Blutkörperchen, die verschiedene Funktionen in der Immunabwehr übernehmen. Zu den Leukozyten zählen die Lymphozyten.

Listeria monocytogenes

Bakteriengattung, zu der die humanpathogene Art Listeria monocytogenes gehört. Der Erreger gelangt durch kontaminierte rohe Nahrung in das Verdauungssystem. Obwohl Listerien weit verbreitet sind, ist die Zahl der Erkrankungen niedrig, da das Immunsystem die Erreger in der Regel bekämpft. Ist die Abwehr jedoch geschwächt, kann es zu einer Hirnhautentzündung oder einer Sepsis mit tödlichem Verlauf kommen. Schwangere Frauen können durch die Infektion mit Listerien Fehlgeburten erleiden.

Listerien

Bakteriengattung, zu der die humanpathogene Art Listeria monocytogenes gehört. Der Erreger gelangt durch kontaminierte rohe Nahrung in das Verdauungssystem. Obwohl Listerien weit verbreitet sind, ist die Zahl der Erkrankungen niedrig, da das Immunsystem die Erreger in der Regel bekämpft. Ist die Abwehr jedoch geschwächt, kann es zu einer Hirnhautentzündung oder einer Sepsis mit tödlichem Verlauf kommen. Schwangere Frauen können durch die Infektion mit Listerien Fehlgeburten erleiden.

Lymphozyten

Klasse von weißen Blutkörperchen, zu der B-Zellen, T-Zellen und natürliche Killerzellen gehören.

Makrophagen

Fresszellen des angeborenen Immunsystems, gehören zu den Phagozyten.

Malaria

Infektionskrankheit, die durch den einzelligen Parasiten Plasmodium verursacht wird. Plasmodium vermehrt sich in den roten Blutkörperchen des Patienten, bis sie platzen. Damit einher geht das typische Symptom der Malaria: das periodisch wiederkehrende Fieber. Überträger der Malaria ist die Anopheles-Mücke. Die Krankheit ist eine Haupttodesursache von Kindern in Afrika, eine Impfung gibt es bislang nicht.

Masern

Durch Tröpfcheninfektion mit dem Paramyxovirus übertragene, hochansteckende Kinderkrankheit, die mit Fieber und Ausschlag am ganzen Körper einhergeht. Obwohl ein sicherer und wirksamer Impfstoff verfügbar ist, sterben in Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung noch immer viele Kinder an dieser Infektionskrankheit.

Mauslinie

Mäuse mit identischer Erbinformation.

Melanin

Rötliche, braune oder schwarze Pigmente, die durch enzymatische Oxidation der Aminosäure Tyrosin entstehen und Haut, Haare und Augen färben. Melanin kommt in Wirbeltieren, Insekten, Mikroorganismen, Pflanzen und in der Tinte der Tintenfische vor. Wirbeltiere bilden es in Melanozyten der Haut und in der Netzhaut.

Meldepflicht

Pflicht, gefährliche Krankheiten dem Gesundheitsamt oder dem Robert Koch-Institut (RKI) zu melden. Einen Einblick in die aktuelle Verbreitung meldepflichtiger Krankheiten gibt das Epidemiologische Bulletin des RKI. Meldepflichtig sind z. B. Cholera, Masern und Pest.

Mendelsche Vererbungslehre

Regeln, die die Vererbung von Merkmalen beschreiben, deren Ausprägung von nur einem Gen bestimmt wird. Sie sind nach Gregor Mendel benannt. Heute kennt man allerdings auch Ausnahmen von diesen Regeln.

Metagenomik

Untersuchung des gesamten Genoms aller Mikroorganismen und Viren eines bestimmten Biotops. Die Metagenomik gibt Auskunft über die Erbinformation von Mikroorganismen, die nicht in Reinkultur gezüchtet werden können.

Minimale Infektionsdosis

Anzahl an Zellen, Sporen, etc., die mindestens übertragen werden müssen, um eine Infektion auszulösen. Die Dosis schwankt von Erreger zu Erreger.

Modellorganismus

Organismus, an dem Wissenschaftler die biologischen Mechanismen z. B. von Infektionskrankheiten studieren und untersuchen, wie man sie verhindern oder therapieren kann. Beispiele sind die Fruchtfliege D. melanogaster, der Zebrafisch D. rerio, der Fadenwurm C. elegans, das Bakterium E. coli und die Maus, siehe auch Knockout-Maus.

Monoklonale Antikörper

Werden von einem einzelnen Klon von BZellen produziert und erkennen alle das gleiche Epitop. Monoklonale Antikörper werden in der medizinischen Diagnostik und Forschung und teilweise bereits in der Therapie von Krankheiten eingesetzt.

Motilität

In der Zellbiologie die Bewegung der gesamten Zelle, wie sie beispielsweise bei Lymphozyten beobachtet wird, oder ein Strömen im Zytoplasma der Zelle.

MRSA

Die Abkürzung steht für „Methillicin-resistente Staphylococcus aureus“-Stämme. Infektionen mit solchen Bakterien sind nur schwer zu behandeln, da sie einer Vielzahl von Antibiotika wie Penicillin widerstehen können.

multiresistent

So bezeichnet man einen Keim, der gegen mehrere verschiedene Medikamente unempfindlich ist.

Mykobakterien

Bakteriengattung, in der sich mehrere pathogene Vertreter finden: Mycobacterium tuberculosis löst die Tuberkulose aus, Mycobacterium leprae verursacht Lepra. Der besondere Zellwandaufbau dieser Bakterien macht sie weitgehend unempfindlich gegen viele Antibiotika.

Myxobakterien

Nicht pathogene Bakterien, die im Boden leben und soziales Verhalten zeigen, indem sich Tausende von Zellen zusammenschließen. Sie produzieren Naturstoffe, die teilweise als Therapeutika genutzt werden können.

Natürliche Killerzellen

Lymphozyten, die ohne vorherige Stimulierung virusinfinzierte Zellen und Tumorzellen zerstören können. Sie gehören zum angeborenen Immunsystem.

Nekrose

Absterben von Zellen durch äußere Einflüsse, die eine Sauerstoffunterversorgung auslösen, oder aufgrund von toxischen Substanzen. Da dieser Zelltod im Gegensatz zur Apoptose nicht reguliert abläuft, kommt es häufig zu lokalen Entzündungsreaktionen.

Nosokomiale Infektion

Infektion mit einem meist multiresistenten Krankenhauskeim. In Arztpraxen und Krankenhäusern finden sich durch den häufigen Einsatz von Antibiotika viele Keime, die gegen die gebräuchlichen Antibiotika resistent sind.

Ökologie

Teilgebiet der Biologie, das die Wechselwirkungen der Organismen untereinander und mit ihrer Umwelt untersucht.

Onkogen

Gen, das den Bauplan für ein krebsauslösendes oder -förderndes Protein enthält. Meistens handelt sich um die mutierte Variante eines Gens, das den Zellzyklus oder das Wachstum der Zelle kontrolliert.

Opportunistische Humanpathogene

Nur unter bestimmten Umständen pathogen wirkende Organismen. Gesunden Menschen mit einer intakten  Immunabwehr können sie nichts anhaben. Patienten mit einem geschwächten Immunsystem können solche Erreger jedoch nur schlecht abwehren.

Organische Moleküle

Mit einigen Ausnahmen die Verbindungen des Elementes Kohlenstoff mit sich selbst und anderen Elementen, insbesondere mit Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Halogenen. Dazu gehören alle biologischen Bausteine.

Pandemie

Länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Infektionskrankheit.

Papillomaviren

Viren, die Haut und Schleimhäute infizieren und onkogen wirken, also Tumore hervorrufen können. Dies können gutartige Warzen sein, Papillomaviren lösen jedoch auch Gebärmutterhalskrebs aus.

Parasit

Organismus, der auf Kosten eines größeren Wirtsorganismus lebt. Meistens schädigt er ihn, tötet ihn in der Regel aber nicht. Beispiele für Parasiten sind viele Würmer und Zecken, aber auch die Erreger der Toxoplasmose und der Malaria.

passive Impfung

Wird als Notfallmaßnahme vorgenommen, wenn das Risiko einer ernsthaften Infektionskrankheit besteht. Dabei werden Antikörper gegen den Erreger gespritzt, das Immunsystem selbst bildet keine Antikörper oder Gedächtniszellen.
Impfungen können durch eine Injektion in den Muskel (intramuskulär) oder die Unterhaut (subkutan) erfolgen oder oral, wie bei der Schluckimpfung. Wissenschaftler entwickeln außerdem Impfungen, die überdie Nasenschleimhaut verabreicht werden.

pathogen

krankheitserregend

Pathogene

Erreger, die in ihrem Wirtsorganismus eine Krankheit auslösen. Ist der Wirtsorganismus der Mensch, spricht man von Humanpathogenen.

Pathogenität

Fähigkeit einer Erregerspezies, nach Infektion eine Krankheit hervorzurufen.

PCR

Methode, mit der sich DNA-Sequenzen in vitro vermehren lassen. Bei der PCR nutzt man die Fähigkeit eines Enzymes, der DNA-Polymerase, nach Vorlage eines DNA-Strangs einen dazu komplementären Strang zu synthetisieren. Wissenschaftler können gezielt steuern, welche Abschnitte die Polymerase vervielfältigen soll. Die Methode ist insbesondere dann nützlich, wenn nur geringe Mengen an DNA vorhanden sind. Sie wird in der Diagnostik, der Molekularbiologie, der Kriminalistik und auch in der Archäologie angewendet.

Peptid

Kurze Kette von Aminosäurebausteinen.

Pest

Durch das Bakterium Yersinia pestis hervorgerufene Infektionskrankheit, die im Mittelalter in Europa Millionen Todesopfer forderte. Auch heute gibt es sie noch in einigen Ländern. Die Pest ist ein Beispiel für eine  Zoonose – sie wird vom Rattenfloh auf den Menschen übertragen.

Phagozyten

Fresszellen des Immunsystems, die den Körper schützen, indem sie Bakterien, fremde Partikel und tote Zellen aufnehmen und mit Hilfe von Enzymen abbauen.

Pilze

Organismenreich, das die unterschiedlichsten Eukaryoten umfasst: Champignons gehören genauso dazu wie der Fußpilz und die Bäckerhefe. Pilze produzieren Substanzen, die therapeutisch wirksam sein können: Der Schimmelpilz Penicillium chrysogenum stellt z. B. das antibiotisch wirksame Penicillin her.

Plasmamembran

Biomembran, die die lebende Zelle umschließt. Sie besteht aus einer Lipiddoppelschicht und schirmt das Zellplasma von der Umgebung ab.

Plasmazellen

Differenzierte B-Zellen, die Antikörper herstellen und in ihre Umgebung abgeben.

Plasmid

Kleine ringförmige DNA, die sich unabhängig vom Genom vermehrt. Plasmide werden in der Molekularbiologie als „Genfähren“ zum Transport von DNA eingesetzt.

Pocken

Durch Viren übertragene schwere Infektionskrankheit, die sich unter anderem in typischen Hautpusteln äußert. Pocken sind das Paradebeispiel für eine gelungene Impfkampagne: Erste Versuche zur Impfung hat Edward Jenner im 18. Jahrhundert durchgeführt. Er impfte Patienten mit Extrakten aus den Kuhpocken, die von einem nah verwandten Virus hervorgerufen werden. Die Patienten waren nach dieser aktiven Impfung immun gegen die echten Pocken. Massenimpfungen führten dazu, dass die Pocken 1980 für ausgerottet erklärt wurden. Nur in zwei Hochsicherheitslaboren lagern noch tiefgekühlte Kulturen des Virus.

Polio

Eigentlich Poliomyelitis. Durch das Poliovirus verursachte Erkrankung des Nervensystems, die zu Lähmungen führen kann. Betroffen sind vor allem Kinder unter fünf Jahren. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten, aber eine prophylaktische (vorbeugende) Schluckimpfung. Dank globaler Anstrengungen kommt Polio heutzutage nur noch in drei Ländern vor.

Polyklonale Antikörper

Diese Antikörper werden im Gegensatz zu den monoklonalen Antikörpern von vielen verschiedenen B-Zellen gebildet. Sie richten sich gegen das gleiche Antigen, erkennen jedoch unterschiedliche Antigen-Bereiche, also verschiedene Epitope. Sie werden aus dem Blut von Tieren gewonnen, die zuvor immunisiert wurden, und werden in der Forschung sowie für passive Impfungen eingesetzt.

Polymerasekettenreaktion (PCR)

Methode, mit der sich DNA-Sequenzen in vitro vermehren lassen. Bei der PCR nutzt man die Fähigkeit eines Enzymes, der DNA-Polymerase, nach Vorlage eines DNA-Strangs einen dazu komplementären Strang zu synthetisieren. Wissenschaftler können gezielt steuern, welche Abschnitte die Polymerase vervielfältigen soll. Die Methode ist insbesondere dann nützlich, wenn nur geringe Mengen an DNA vorhanden sind. Sie wird in der Diagnostik, der Molekularbiologie, der Kriminalistik und auch in der Archäologie angewendet.

Prävalenz

Maß für die Häufigkeit einer Erkrankung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Prävalenz wird berechnet, indem man die Anzahl der Erkrankten in einer Bevölkerung durch die Anzahl der Gesamtbevölkerung teilt.

Primärinfektion

Erstinfektion. Erster Kontakt des Immunsystems mit einem bestimmten Krankheitserreger.

Prion

Infektiöse anormale Variante eines Proteins, die sich im Wirt vermehrt, indem es die normalen Proteine des gleichen Typs dazu zwingt, ebenfalls die abnorme Form anzunehmen. Prionenkrankheiten sind z. B. die bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) bei Rindern, Scrapie beim Schaf und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen.

Prokaryoten

Mikroorganismen, deren Erbsubstanz nicht wie bei Eukaryoten von einer echten Kernmembran umgeben ist. Zu den Prokaryoten zählen Bakterien und Archaea.

Prophylaxe

Maßnahme, um Krankheiten vorzubeugen, z. B. in Form einer Impfung.

Protein

Wichtigster Grundbaustein und Werkstoff der Zelle. Die auch als Eiweiß bezeichneten Makromoleküle verleihen beispielsweise der Zelle ihre Struktur, setzen chemische Substanzen um, empfangen Signale, sind selbst Botenstoffe oder dienen als Antikörper der Immunabwehr. Proteine bestehen aus Aminosäuren, die wie in einer Perlenkette aufgereiht sind. Diese Kette verdreht und faltet sich so lange, bis sie die Form hat, mit der das Protein seine Funktion erfüllen kann. Die Information für die Reihenfolge der Aminosäuren ist in dem jeweiligen Gen kodiert.

Proteom

Gesamtheit aller Proteine in einer Zelle oder einem Organismus zu einem bestimmten Zeitpunkt. Weil ständig neue Proteine gebildet und alte abgebaut werden, ändert sich die Zusammensetzung des Proteoms kontinuierlich. Die Erforschung des Proteoms hilft Wissenschaftlern, besser zu verstehen, was während einer Infektion im Körper passiert.

Pseudomonaden

Gattung stäbchenformiger, gramnegativer Bakterien mit Geißeln. Sie kommen in fast allen Lebensäumen vor. Zu ihnen gehört die Art Pseudomonas aeruginosa, die in Menschen mit geschwächtem Immunsystem Krankheiten auslöst.

Pseudomonas aeruginosa

Siehe Pseudomonaden.

Quorum sensing

Chemische Kommunikation, die von vielen Bakterien genutzt wird. So können die Mikroorganismen, abhängig von der Bakteriendicht, die sie umgibt, beeinflussen, welche Gene an- oder abgeschaltet werden sollen. Dazu geben sie einen Stoff, den sogenannten Autoinducer, an ihre Umgebung ab. Gleichzeitig tragen sie auf ihrer Oberfläche ein Molekül, das die von benachbarten Bakterien produzierten Autoinducer erkennt. Auch einige Insekten nutzen diese Art der Kommunikation.

Resistenz

Siehe Antibiotikaresistenz.

Retroviren

RNA enthaltende Viren. Nach der Infektion wird das RNA-Erbgut in DNA umgeschrieben und in das Wirtsgenom integriert. Dort wird es von den Wirtsenzymen wie eigene DNA behandelt und vervielfältigt oder als Vorlage zur Proteinproduktion verwendet. Zu den Retroviren gehört das HI-Virus. Retroviren werden häufig in der Gentechnik genutzt, um Gene in Zellen zu „transportieren“.

Rezeptor

Protein oder Proteinkomplex, der Partikel an der Zelloberfläche bindet, die in das Innere der Zelle transportiert werden oder im Inneren Signalprozesse auslösen.

RNA

Englisch: „ribonucleic acid“; Makromolekül, das verschiedene Aufgaben bei der Kodierung und dem Ablesen von Genen und in der Proteinsynthese übernimmt. RNA besteht aus einer Kette von Bausteinen, den Nukleotiden. Diese „übersetzen“ beispielsweise die auf der DNA gespeicherte Information in die unmittelbare Bauanweisung für Proteine. Man unterscheidet Boten-RNA, Transfer-RNA und ribosomale RNA.

Robert Koch-Institut (RKI)

Biomedizinische Einrichtung der Bundesregierung. Die wichtigsten Arbeitsbereiche sind die Erkennung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten und die Analyse langfristiger gesundheitlicher Trends in der Bevölkerung.

Salmonellen

Bakteriengattung, die Typhus und Salmonellose hervorrufen kann. Salmonellose ist eine weit verbreitete Durchfallerkrankung, die meist durch den Verzehr kontaminierter tierischer Produkte übertragen wird. Gefährlich wird sie jedoch für sehr junge und ältere Patienten oder Personen mit einer Immundefizienz. Typhus geht mit Fieber und Bauchschmerzen einher und kann unbehandelt zum Tode führen.

SARS

Schweres akutes respiratorisches Syndrom; eine durch das Coronavirus verursachte, hochansteckende Lungenentzündung. 2003 kam es zu einer Epidemie, die sich innerhalb kürzester Zeit durch den Flugverkehr von Asien bis nach Europa und Amerika ausbreitete. Weltweit waren über 8000 Personen infiziert. Durch die kurze Inkubationszeit konnten Patienten schnell erkannt und isoliert werden. So gelang es, die Epidemie rasch einzudämmen.

Schleimhaut

Auch Mukosa genannte Schutzschicht, die das Innere von Hohlorganen auskleidet. Sie enthält meist Drüsen, die Schleim absondern.

Schluckimpfung

Orale Verabreichung eines Impfstoffs. Die meisten Impfstoffe überstehen die Passage durch den Verdauungstrakt nicht, nur wenige Impfstoffe sind dafür geeignet. Bekanntestes Beispiel ist die Polio-Schluckimpfung, durch die in Europa Polio ausgerottet werden konnte.

Schmierinfektion

Indirekte Kontaktinfektion, die durch Berührung kontaminierter Oberflächen erfolgt.

Screening

Systematisches Testverfahren, mit dem eine große Zahl von Proben oder Personen auf bestimmte Eigenschaften hin untersucht wird.

Sensibilität

Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika.

Sepsis

Infektion des Blutsystems, die häufig tödlich verläuft. Eine Sepsis entsteht, wenn Krankheitserreger oder von ihnen produzierte Giftstoffe in den Blutkreislauf gelangen und sich im Körper verbreiten. Dadurch wird das gesamte Immunsystem aktiviert, es kommt zu einer unkontrollierten Entzündung, einer massiven Senkung des Blutdrucks und Multiorganversagen.

Sequenzierung

Bestimmung der Basenreihenfolge in DNA oder RNA, um die Erbinformation zu entschlüsseln. Auch bei der Ermittlung der Aminosäurenabfolge in einem Protein spricht man von Sequenzierung.

Serologischer Nachweis

Antikörper-Antigen-Nachweis, dient z. B. zur Bestimmung der Blutgruppe, aber auch zur Diagnose von Krankheiten, indem das Vorhandensein von Antikörpern gegen einen bestimmten Krankheitserreger überprüft wird.

Shigella

Bakteriengattung, die die Bakterienruhr (Shigellose) hervorrufen kann. Diese Krankheit wird durch verschmutztes Wasser oder Nahrungsmittel übertragen und geht mit Fieber und starken Durchfällen einher.

Signaltransduktion

Weiterleitung eines oft von außen kommenden Signals innerhalb einer Zelle oder eines Organismus. Hier spielen Rezeptoren, Enzyme und Botenstoffe eine Rolle. Signale können kombiniert, verstärkt oder abgeschwächt werden. Indem sie diese Informationsprozesse untersuchen, gewinnen Forscher neue Erkenntnisse über die Vorgänge im Inneren einer Zelle.

Spot-Synthese

An der damaligen GBF entwickelte Methode zur parallelen Synthese von Peptiden, also kurzen Aminosäure-Ketten, auf einer Zellulosemembran.

Stammzelle

Relativ undifferenzierte Zelle, die sich unbegrenzt teilen kann und dabei Tochterzellen hervorbringt, die entweder ebenfalls Stammzellen sind oder sich zu spezialisierten Zelltypen entwickeln.

Staphylococcus aureus

Bakterium, das bei vielen Menschen auf Haut und Schleimhäuten lebt. Ist das Immunsystem geschwächt, verursacht das opportunistische Humanpathogen Wundinfektionen und Muskelerkrankungen. Es kann auch zu einer oft tödlich verlaufenden Vergiftung des Blutsystems kommen. Gefürchtet sind die MRSA – die multiresistenten Varianten des Bakteriums.

Staphylokokken

Runde, grampositive Bakterien, die die Haut und Schleimhäute besiedeln und Krankheiten hervorrufen können.

Steril

Frei von entwicklungsfähigen Mikroorganismen.

Sterilisierung

Abtöten aller Mikroorganismen sowie Inaktivierung aller Viren und Nukleinsäuren, die sich in oder an einem Gegenstand befinden. Siehe Autoklav.

STIKO

Ständige Impfkommission; das unabhängige Expertengremium gibt Empfehlungen zum Schutz vor Infektionskrankheiten heraus. Koordiniert wird es vom Robert Koch-Institut.

Streptococcus mutans

Bakterienart der Gattung Streptokokken. Wichtigster Erreger der Karies, bei fast jedem Menschen im Speichel nachweisbar.

Streptokokken

Bakteriengruppe, die sehr unterschiedliche Krankheiten hervorruft wie z. B. Mandel- und Hautentzündungen, Karies oder Lungenentzündung. Eine gefährliche Folge einer Infektion kann die rheumatische Herzkrankheit sein. Streptokokken können sich im Gewebe des Wirts vor der Immunabwehr und vor Antibiotika verstecken und sind daher schwer zu bekämpfen.

Strukturbiologie

Untersuchung der räumlichen Struktur von Molekülen. Die Struktur erlaubt Rückschlüsse über die Funktion der Moleküle.

Suszeptibilität

Empfänglichkeit eines Wirts für eine bestimmte Infektionskrankheit, aber auch Empfänglichkeit eines Krankheitserregers gegenüber Medikamenten.

Systemimmunologie

Forschungsrichtung, die experimentelle Daten mit Methoden der Informatik und der Computersimulation analysiert. So untersuchen die Wissenschaftler Mechanismen, mit denen das Immunsystem auf Infektionskrankheiten reagiert. Sie erstellen mathematische Modelle und treffen Vorhersagen für zukünftige Experimente.

T-Zellen

Auch T-Lymphozyten; sind gemeinsam mit den B-Zellen Bestandteil des adaptiven Immunsystems. T-Zellen werden in zytotoxische T-Zellen, die infizierte Zellen direkt attackieren, und T-Helferzellen, die die Immunantwort regulieren, unterteilt. Ihr Name leitet sich von ihrem Produktionsort, dem Thymus, ab.

Tetanus

Wundstarrkrampf, ausgelöst durch das Gift des Bakteriums Clostridium tetani, das sich im Inneren von Wunden vermehrt. Sporen des Bakteriums finden sich fast überall im Erdboden, deshalb ist es wichtig, insbesondere frische Wunden sauber zu halten. Tetanus wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Impfung ist möglich und wird vom Robert Koch-Institut empfohlen.

Thrombozyten

Blutplättchen, dienen der Blutgerinnung.

Thymus

Lymphorgan im oberen Teil des mittleren Brustkorbs, hinter dem Brustbein. Hier findet die T-Zell-Entwicklung statt. In jungen Jahren wird ein ausreichendes Reservoir an T-Zellen angelegt, mit Beginn der Pubertät bildet sich der Thymus zurück und verliert seine Funktion.

Transgene Maus

Gentechnisch veränderte Maus, die in ihren Zellen zusätzliche, künstlich eingebrachte DNA enthält. Transgene Mäuse werden genutzt, um die Funktion und Regulation von Genen zu untersuchen. Sie stellen außerdem ein Modell dar, mit dessen Hilfe menschliche Krankheiten besser erforscht werden können.

Translation

Austausch zwischen verschiedenen Forschungsbereichen, der die Weiterverarbeitung von Ergebnissen in die Anwendung beschleunigt. So finden Ergebnisse von Grundlagenforschern schneller ihren Weg in die klinische Forschung, wo sie weiter getestet werden. Dabei auftretende Fragen gehen dann wieder zurück an die Forscher im Labor. Translation beschleunigt also beispielsweise die Entwicklung neuer Medikamente und hilft so den Patienten.

Tröpfcheninfektion

Infektion durch Kontakt mit keimhaltigen Tröpfchen oder Tröpfchenkernen (Aerosolen), die der Infizierte beim Sprechen, Husten oder Niesen verbreitet. Kleinste Tröpchenkerne können noch stundenlang schweben und als Infektionsquelle dienen. Grippe und Tuberkulose werden so übertragen.

Tuberkulose

Umgangssprachlich früher “Schwindsucht”. Meist verursacht durch Mycobacterium tuberculosis. Betrifft überwiegend die Lunge, kann jedoch auch andere Organe befallen (z.B. Knochentuberkulose). Beschrieben wurde dieses Bakterium erstmals von Robert Koch. In Deutschland ist seit dem 2. Weltkrieg ein deutlicher Rückgang der Erkrankung zu beobachten, seit 2008 flacht dieser ab, sodass gegenwärtig von einem Plateau ausgegangen wird. Problematisch sind weltweit Antibiotika-resistente Stämme. Rund 1,4 Millionen Menschen sterben pro Jahr an der Erkrankung. Nicht jeder mit dem Bakterium Infizierte erkrankt an Tuberkulose. Das Risiko ist vor allem bei immungeschwächte Personen erhöht. So ist Tuberkulose global die Haupttodesursache von AIDS-Patienten.

Vakzination

Impfung.

Vakzine

Impfstoffe.

Viren

Wissenschaftlich korrekt: das Virus. Bestehen aus Erbsubstanz - DNA oder RNA - und einer Proteinhülle. Mit dieser Minimal-Ausstattung kann sich ein Virus nicht selbst vermehren, sondern ist auf eine Wirtszelle angewiesen. Viele Viren übertragen Krankheiten, einige können Krebs verursachen.

Virulenz

Ausmaß der krankheitserzeugenden Eigenschaften eines pathogenen Erregerstammes.

Vogelgrippe

Durch Influenzaviren hervorgerufene Zoonose. Natürliche Wirte der Viren sind Wasservögel. 1997 wurde erstmals eine Übertragung des Virus-Subtypen H5N1 auf den Menschen bekannt. Die seltene Infektion des Menschen geschieht durch Kontakt mit infizierten Tieren. Bislang wurde keine Übertragung von H5N1 von Mensch zu Mensch beobachtet.

WHO

Weltgesundheitsorganisation (Englisch: „World Health Organisation“). Die Gesundheitsbehörde der Vereinten Nationen beschäftigt sich mit globalen Gesundheitsfragen, informiert über Krankheiten und beobachtet sowie bewertet Gesundheitsdaten. Ziel der WHO ist die Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere von Infektionskrankheiten.

Wirt

Organismus, der einen anderen Organismus oder ein Virus beherbergt. Dies kann für ihn einen Nutzen darstellen, wie im Falle der Symbiose, oder ihn schädigen, falls er von Parasiten befallen ist. Der Vorteil für den Eindringlings besteht darin, vom Wirt Schutz oder Nahrung zu erhalten oder dessen Proteinsynthesemaschinerie für die Herstellung eigener Proteine ausnutzen zu können.

Wirt-Pathogen-Interaktion

Wechselwirkungen zwischen einem Krankheitserreger und dem von ihm befallenen Wirt. Der Wirt reagiert auf den Erreger und versucht, ihn abzuwehren. Pathogene wiederum haben oftmals im Laufe der Evolution Mechanismen entwickelt, um der Immunabwehr des Wirtes zu entgehen.

Wundinfektion

Meist bakterielle Infektion einer Hautverletzung. Diese geht mit einer lokalen Entzündung einher.

Yersinia

Gattung von stäbchenförmigen Bakterien, deren bekanntester Vertreter Yersinia pestis ist, der Erreger der Lungen- und Beulenpest. Verdorbene Nahrungsmittel, insbesondere Schweinefleisch, können zu einer Infektion mit Yersinia enterocolitica führen, die mit Durchfall oder Bauchschmerzen verbunden ist. Die dritte krankheitsauslösende Art ist Yersinia pseudotuberculosis, ein enger Verwandter des Pesterregers, der Darmerkrankungen hervorruft.

Zellkultur

Züchten von lebenden Zellen in einem Nährmedium. Diese können genutzt werden, um Vorgänge in lebenden Zellen zu untersuchen. Zellkulturen werden auch für die Produktion von biologischen Produkten wie  monoklonalen Antikörpern verwendet. Dazu nutzen Wissenschaftler immortalisierte Zelllinien, die sich unbegrenzt teilen. Meist handelt es sich um Tumorzellen. Bekanntestes Beispiel sind die HeLa-Zellen.

ZKBS

Die „Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit“, eine Sachverständigen-Kommission, die 1978 eingesetzt wurde und die Aufgabe hat, Sicherheitsbewertungen gentechnischer Arbeiten vorzunehmen und Bund, Länder, sowie Institute, die gentechnisch arbeiten, in Fragen der Sicherheit in der Gentechnik zu beraten. Dieses Expertengremium überprüft sämtliche gentechnischen Experimente in Deutschland auf ihren biologischen Risikograd und registriert alle Gen-Laboratorien und deren Forschungsvorhaben ab einer bestimmten Risikostufe. Ferner gibt die ZKBS Richtlinien für Maßnahmen zur Labor und zur biologischen Sicherheit heraus. Die Sachverständigen werden in diese Kommission berufen und arbeiten ehrenamtlich. Sie kommen aus den Bereichen Mikrobiologie, Zellbiologie, Virologie, Genetik, Hygiene, Ökologie und Sicherheitstechnik.

Zoonose

Vom Tier auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheit, wie z. B. die Vogelgrippe. Zoonosen nehmen aufgrund veränderter Tierzucht, erhöhter Mobilität und des Bevölkerungswachstums zu.

Zytokine

Proteine, die das Verhalten anderer Zellen, insbesondere ihr Wachstum und ihre Differenzierung beeinflussen.

Zytoskelett

Dynamisches System von Proteinfasern im Inneren einer eukaryotischen Zelle, das der Zelle ihre Form verleiht und gerichtete Bewegung ermöglicht. Es spielt eine wichtige Rolle bei Transportvorgängen innerhalb der Zelle sowie bei der Zellteilung.