Tierexperimentelle Einheit

Um Krankheiten erforschen, Zusammenhänge zwischen Krankheitserregern und ihrem Wirt verstehen und damit neue Strategien gegen Erreger entwickeln zu können, sind die Wissenschaftler am HZI auf die Arbeit mit Versuchstieren angewiesen. Das HZI betreibt eine Tierexperimentelle Einheit auf dem Campus, das so genannte Tierhaus. Die zentrale Aufgabe der Serviceeinheit ist die Zucht und Haltung von Labormäusen sowie Serviceleistungen rund um die Versuchstierkunde für die Wissenschaftler des HZI.

Leitung

Tierschutzausschuss

Am HZI gibt es 4 Tierschutzbeauftragte. Die Aufgabe der Tierschutzbeauftragten ist es, die Balance zwischen Forschungsfreiheit und Tierschutz zu gewährleisten. Das bedeutet auf der einen Seite, die Forschung für den medizinischen Fortschritt zu ermöglichen, und auf der anderen Seite dafür zu sorgen, dass dafür so wenig Tiere wie möglich eingesetzt und so gut wie möglich behandelt werden. Dafür ist es entscheidend, durch Fortbildungen und wissenschaftlichen Austausch immer auf dem neuesten Stand zu sein und Neuentwicklungen schnell und sinnvoll umzusetzen. Das grundlegende Prinzip der Arbeit der Tierschutzbeauftragten ist das sogenannte „3R“ Prinzip: „Replace, Reduce, Refine“. Das bedeutet, dass Tierversuche möglichst durch Alternativmethoden ersetzt werden, die Tierzahlen in den benötigten Versuchen so gering wie möglich gehalten werden, und bei den noch notwendigen Versuche das Wohlbefinden der Tiere verbessert wird.

Der Tierschutzausschuss ist dazu da, die Tierschutzbeauftragten bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Er setzt sich aus den Tierschutzbeauftragten, vier Wissenschaftlern, zwei Tierpflegern und der Assistentin der Tierschutzbeauftragten zusammen.

Der Tierschutzausschuss tagt mehrmals pro Jahr und beschäftigt sich intensiv mit der praktischen Umsetzung von 3R in unserer Tierhaltung. Ein Beispiel ist die Probennahme zur Genotypisierung. Wir züchten und halten am HZI ca. 600 verschiedene gentechnisch veränderte Mauslinien. Diese Tiere lassen sich äußerlich nicht unterscheiden, daher ist eine individuelle Markierung der Tiere notwendig. Am HZI wird dazu die weltweit verbreitete und etablierte Methode der Ohrmarkierung mittels kleiner Ohrstanzen verwendet. Für die Genotypisierung dieser Tiere ist eine Gewebeprobe zur Gewinnung von DNA notwendig, diese Probennahme erfolgte bislang, wie international üblich, über eine Schwanzspitzenbiopsie, bei der ca. 2mm der Schwanzspitze entnommen werden. Der Tierschutzausschuss hat nun beschlossen, dass möglichst viele Genotypisierungsverfahren auf das ohnehin anfallende Material aus der Ohrmarkierung umgestellt werden. Somit wird den Tieren die Biopsie der Schwanzspitze erspart. Außerdem werden weitere Verfahren der nicht-invasiven Probenentnahme, z. B. aus der Maulschleimhaut oder über Haarfollikel, auf ihre Praxistauglichkeit geprüft.

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