Tierexperimentelle Einheit

Um Krankheiten erforschen, Zusammenhänge zwischen Krankheitserregern und ihrem Wirt verstehen und damit neue Strategien gegen Erreger entwickeln zu können, sind die Wissenschaftler am HZI auf die Arbeit mit Versuchstieren angewiesen. Das HZI betreibt eine Tierexperimentelle Einheit auf dem Campus, das so genannte Tierhaus. Die zentrale Aufgabe der Serviceeinheit ist die Zucht und Haltung von Labormäusen sowie Serviceleistungen rund um die Versuchstierkunde für die Wissenschaftler des HZI.

Tierhaus
Von der Architekten-Jury ausgezeichnet: Das Tierhaus des HZI

Die HZI-Serviceeinrichtung „Tierexperimentelle Einheit“ ist zuständig für die tiergerechte Haltung und Versorgung der Labortiere. Dabei müssen in der gesamten EU gesetzliche Bestimmung beachtet werden.  Die Tierschutzbeauftragten unterstützen die Wissenschaftler bei der Planung von Anträgen unter Berücksichtigung der 3R-Regel (Replacement, Reduction, Refinement – Vermeidung, Verminderung und Verbesserung der Tierhaltung und Verwendung zu wissenschaftlichen Zwecken) und überwachen die Durchführung der Versuchsvorhaben.

Unsere Tierärzte sind für die veterinärmedizinische Betreuung und die Gesundheitsüberwachung aller Labortiere verantwortlich. Das geschulte Tierpflegepersonal kümmert sich um die tägliche Tierpflege, wie die Kontrolle und Pflege der Tiere, Füttern, Tränken, Säubern der Käfige sowie der Tierräume, sondern übernimmt auch zahlreiche Serviceaufgaben für die Forschung. Dazu zählen unter anderem:

  • die Betreuung von Zuchten,
  • die Gewinnung von Blut- und Gewebeproben,
  • die hygienische Sanierung sowie
  • die Kryokonservierung.

Bei der lückenlosen Dokumentation der Zuchten und der Arbeiten am Tier werden die Mitarbeiter durch eine Tierhausverwaltungssoftware unterstützt. Außerdem werden Weiterbildungskurse (entsprechend FELASA-Richtlinien) zum Umgang mit Labortieren für die wissenschaftlichen Mitarbeiter des HZI angeboten.

Maushaus

Am HZI werden Mäuse unter ständig überwachten, standardisierten Bedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lichtrhythmus) in einzeln belüfteten Käfigsystemen (IVC) unter sogenannten Barrierebedingungen gehalten, damit sichergestellt ist, dass sie nicht mit Krankheitserregern in Kontakt kommen können.

Die Barrierebereiche sind strikt gegen die Außenwelt abgeschottet und werden mit steril gefilterter Luft belüftet. Zur Versorgung der Tiere benötigte Materialien werden sterilisiert, bevor sie ins Tierhaus gelangen, Personen müssen duschen und Sterilkleidung anlegen, bevor sie die Barriere zur Tierhaltung überschreiten dürfen.

Die Hygienemaßnahmen schützen nicht nur die Tiere vor Krankheiten – im Gegenzug ist sichergestellt, dass bei der Durchführung von Infektionsexperimenten keine Krankheitserreger in die Außenwelt gelangen können. Dazu gehört auch, dass alle Materialien, wie beispielsweise Laborgeräte und Futterreste, die das Tierhaus wieder verlassen durch Autoklavieren sterilisiert werden.

Leitung

  • Dr. Bastian Pasche

    Tierhausleiter

    0531 6181-3800

    Kontakt

News

Tierversuche verstehen - eine Informationsinitiative der Wissenschaft