Kooperationen

Kooperationen mit anderen Forschungseinrichtungen und der Industrie prägen die Wissenschaft am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Mit unseren Netzwerken und Partnern gewährleisten wir einen optimalen Wissenschafts- und Technologietransfer.

Netzwerke

RESIST

Im Exzellenzcluster RESIST - Resolving Infection Susceptibility erforschen Wissenschaftler die individuell unterschiedliche Anfälligkeit gegenüber Infektionen.  Dazu untersucht RESIST Menschen, die einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, etwa Neugeborene, Ältere oder Patienten, deren Immunabwehr aufgrund von therapeutischen Eingriffen geschwächt ist. Das langfristige Ziel ist es, die Betroffenen besser vor krankheitserregenden Viren und Bakterien zu schützen. Sechs Forschungsinstitute und klinische Einrichtungen bringen ihre exzellente Expertise in der Grundlagen- und klinischen Forschung in das kollaborative Vorhaben ein. RESIST hat damit die besten Voraussetzungen, um wesentliche Beiträge für die Entwicklung innovativer Ansätze zur Prävention, Diagnose und Behandlung schwerer Infektionen bei anfälligen Patienten zu leisten.

iCAIR

Trotz steigenden Bedarfs ist die Entwicklung von Antiinfektiva durch das Zusammenwirken   wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Hemmnisse dramatisch eingebrochen. Deshalb arbeitet das HZI gemeinsam mit der Griffith University (Australien), dem Fraunhofer ITEM und der MHH im International Consortium for Anti-Infective Research (iCAIR) an der präklinischen Entwicklung von Antiinfektiva für Atemwegsinfektionen. Das übergeordnete Ziel von iCAIR ist der Aufbau einer internationalen Plattform für die Erforschung und Entwicklung von Antiinfektiva, die auch externen Partnern offen steht. iCAIR fungiert als Dach, unter dem internationale Partner mit sich ergänzender Expertise die Entwicklung neuer Antiinfektiva gemeinsam vorantreiben. Auf diese Weise sollen Produktkandidaten zur weiteren Nutzung für die Pharma- und Biotechindustrie zugänglich gemacht werden.

CRUZIVAX

Im Rahmen des Projekts „Vaccine for Prevention and Treatment of Trypanosoma cruzi Infection“ (CRUZIVAX) wird ein Konsortium von elf Partnern – koordiniert durch das HZI – mit Mitteln aus dem Arbeitsprogramm „Horizon 2020“ der Europäischen Kommission gefördert. Ziel dieses Projekts ist es, einen hochwirksamen, kostengünstigen und einfach zu verabreichenden prophylaktischen Impfstoff für die Chagas-Krankheit zu entwickeln. Der Impfstoff soll als Nasenspray angewendet werden. Die Chagas-Krankheit, auch bekannt als amerikanische Trypanosomiasis, ist eine chronische parasitäre Krankheit, die durch den begeißelten Einzeller Trypanosoma cruzi (T. cruzi) verursacht wird. Sie wird durch Insekten und Säugetiere, zum Teil aber auch über Bluttransfusionen, Organtransplantationen und kontaminierte Lebensmittel sowie von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen. Die Chagas-Krankheit ist derzeit in 21 lateinamerikanischen Ländern endemisch und durch die Globalisierung und die Migration chronisch infizierter Menschen zu einem weltweiten Problem geworden.

CAMI

Wissenschaftler des HZI, der Universität Wien und der Universität Bielefeld haben eine Initiative mit dem Titel „CAMI - Critical Assessment of Metagenome Interpretation“ gestartet. CAMI ist ein Wettbewerb, bei dem Wissenschaftler Methoden der Computerbiologie an verschiedenen Metagenom-Datensätzen testen und ihre Ergebnisse gemeinsam bewerten. Mit der computergestützten Analyse kann jeder an der Entwicklung neuer Werkzeuge zur Entschlüsselung der Vielfalt mikrobieller Arten mitwirken.

EU-OPENSCREEN

Das HZI ist Teil der European Infrastructure of Open Screening Platforms for Chemical Biology (EU-OPENSCREEN). Das aus 19 europäischen Partnern bestehende Konsortium bietet die fortschrittlichsten Technologien zur Identifizierung neuer Wirkstoffe, die als neue Arzneimittel gegen Volkskrankheiten eingesetzt werden können. Ziel des HZI ist es, neue Therapeutika gegen bakterielle und virale Krankheitserreger zu finden und weiterzuentwickeln.

HAI-IDR

In der "Helmholtz-Alberta Initiative - Infectious Disease Research" (HAI-IDR) ergänzen die University of Alberta (Kanada) und das HZI gegenseitig ihre international herausragende Expertise und bündeln ihre Ressourcen im Kampf gegen Hepatitis-Viren. Hauptziel des Kooperationsprogramms ist die Entwicklung von präventiven Impfstoffen und Behandlungen gegen Lebererkrankungen durch Hepatitis-B- und -C-Viren. Neben dem Forschungsprogramm beinhaltet HAI-IDR auch ein integriertes Aus- und Weiterbildungsprogramm für den wissenschaftlichen Nachwuchs und fördert den Technologietransfer zum Nutzen von Patienten auf der ganzen Welt. Langfristig plant HAI-IDR, die Forschung auf andere Viruserkrankungen auszudehnen und zur Bekämpfung neu entstehender Infektionskrankheiten beizutragen.

HELMHOLTZ INTERNATIONAL LAB SHANDONG

In Zusammenarbeit mit der chinesischen Shandong-Universität arbeitet ein interdisziplinäres Forschungsteam am Helmholtz International Lab an der Entwicklung von innovativen antibakteriellen und antiviralen Strategien, die langfristig zu neuen Medikamenten führen sollen. Die Forschung widmet sich möglichen Therapien in vier Bereichen: „Arzneimittelresistente gramnegative bakterielle Infektionen“, „Tuberkulose“, „Hand-, Maul- und Klauenseuche durch EV-A71“ und „Bronchiolitis durch das Respiratorische Synzytial-Virus". Ziel der Kooperation ist es, neue Wirkstoffe in die Phase des klinischen „Proof-of-Concept“ zu überführen, um sie für Patienten zugänglich zu machen.

TRAIN

Die Translationsallianz in Niedersachsen (TRAIN) ist ein Zusammenschluss von zehn Institutionen der biomedizinischen Forschung im Raum Braunschweig/Hannover, der durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen gefördert wird. In diesem Verbund bündeln universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen ihr Wissen und ihre Infrastruktur, um neue potenzielle Wirkstoffe und Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten zu entwickeln. Die Zusammenarbeit innerhalb von TRAIN ermöglicht den Transfer von Projekten durch alle Entwicklungsstufen von der Grundlagenforschung bis zur präklinischen und klinischen Anwendung.

SFB 900 - CDInfect

Im Verbundprojekt "CDInfect" sind Wissenschaftler des HZI Teil eines interdisziplinären Forscherteams, das die Infektionsstrategien von Clostridium difficile (C. difficile) untersucht. Das Bakterium C. difficile besiedelt den Darm von Patienten und schädigt dort das Wirtsgewebe durch die Produktion von Giftstoffen. Dies kann schwere Formen von Durchfall verursachen und schließlich zum Tod führen. Langfristiges Ziel des Projekts ist es, ein detailliertes Verständnis des Infektionsprozesses zu gewinnen, um so Möglichkeiten für die Entwicklung neuer Arzneimittel gegen C. difficile zu erschließen.

HiGHmed

Das HZI ist Teil des großen deutschen Forschungskonsortiums HIGHmed (für „Heidelberg - Göttingen - Hannover - Medizinische Informatik“). Ziel des Konsortiums ist die Entwicklung einer neuartigen IT-Infrastruktur, um die Überführung von Forschungsergebnissen in die klinische Versorgung zu erleichtern. HiGHmed konzentriert sich auf drei exemplarische Anwendungsgebiete, die sich an den großen Herausforderungen der medizinischen Informatik orientieren: Onkologie, Kardiologie und Infektion. Das HZI trägt sein Know-how zum Anwendungsgebiet „Infektionskontrolle“ bei, in dem ein automatisiertes Detektionssystem entwickelt und getestet wird. Das System namens „Smart Infection Control System“ (SmICS) soll helfen, im Krankenhaus erworbene Infektionen zu verhindern beziehungsweise einzudämmen.

Helmholtz-Wirkstoffforschungsinitiative

Um das Anwendungspotenzial der in der Helmholtz-Gemeinschaft gewonnenen Erkenntnisse voll auszuschöpfen, tauschen Arzneimittelforscher aus allen Zentren des Helmholtz-Forschungsbereichs „Gesundheit“ ihr Wissen aus und nutzen eine gemeinsame Plattform. Ziel der vom HZI koordinierten Helmholtz-Wirkstoffforschungsinitiative ist es, neue Medikamente gegen verschiedene Krankheiten zu entdecken und zu entwickeln und damit auf den wachsenden Bedarf an neuen Therapeutika zu reagieren.

AMPro

Im Rahmen der Initiative Aging and Metabolic Programming (AMPro) haben sich alle Zentren des Helmholtz-Forschungsbereichs „Gesundheit“ zusammengeschlossen, um innovative Ansätze zur Vorbeugung und Behandlung von altersbedingten Krankheiten zu erforschen. Mit einem zunehmendem Durchschnittsalter der Bevölkerung wird unsere Gesellschaft künftig vermehrt mit altersbedingten nicht übertragbaren Krankheiten konfrontiert sein. Die damit einhergehende Schwächung des Immunsystems führt zunehmend zu Komplikationen, etwa einer erhöhten Infektionsanfälligkeit. AMPro untersucht drei miteinander verknüpfte Faktoren, die Stoffwechsel und Alterung beeinflussen: genetische und epigenetische Einflüsse, die biochemische Kommunikation zwischen den Organen des Körpers sowie die Gewebeerhaltung.

Immunologie & Inflammation

Die Initiative „Immunologie & Inflammation“ vernetzt die immunologische Forschungsarbeit innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft. 23 Arbeitsgruppen aus fünf Helmholtz-Gesundheitszentren arbeiten zusammen, um einige der komplexesten Probleme der Immunologie zu lösen. Sie behandeln Schlüsselfragen wie: Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen dem Immunsystem und dem Nervensystem? Wie beeinflusst die Mikroumgebung des Gewebes die Entwicklung von Immunzellen und welche Auswirkungen hat sie auf die Entstehung von Krebs? Wie können wir dieses Wissen für Therapien nutzen? Die Zusammenarbeit umfasst zentrenübergreifende Forschungsprojekte, den Austausch von Wissenschaftlern, die Organisation nationaler Symposien und Stipendienprogramme für junge Wissenschaftler.

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