Gute wissenschaftliche Praxis

Manipulierte Daten, Ideenklau, fragwürdige Autorenschaften: Auch in der naturwissenschaftlichen Forschung gibt es heikle, fast tabuisierte Themen, über die niemand gerne spricht. Dafür zu sorgen, dass sie nicht unter den Teppich gekehrt, sondern gründlich aufgeklärt werden, ist der Auftrag der Ombudsgruppe am HZI.

Das unabhängige Gremium, das entsprechend den Regeln und Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingerichtet wurde, geht allen Fällen nach, in denen ein begründeter Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt. Es dient als Anlaufstelle, an die sich jeder Mitarbeiter des Zentrums vertraulich wenden kann.

Die Ombudsgruppe arbeitet frei und ist nicht an Weisungen der Geschäftsführung gebunden. In Verdachtsfällen ermittelt sie umfassend und hat das Recht, Laborbücher, Computer, Daten und Aufzeichnungen jeder Art sicher zu stellen und zu untersuchen.

Den Abschluss jeder Ermittlung bildet ein ausführlicher Bericht, in dem die Ombudsgruppe Stellung nimmt und, wenn nötig, geeignete Maßnahmen empfiehlt. Dabei kann es sich beispielsweise um  die Empfehlung handeln, eine wissenschaftliche Publikation zurückzuziehen.

Wahl der Ombudsgruppe

Die Mitglieder der Ombudsgruppe werden für fünf Jahre von den wissenschaftlichen Angestellten des HZI gewählt. Wählbar sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an Forschungs- und Entwicklungsaufgaben mitwirken und über einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss verfügen.

Mitglieder

Dem Ombudsgremium  des HZI gehören in der gegenwärtigen Amtsperiode (2016 bis 2020) folgende Wissenschaftler an:

  • Prof. Manfred Rohde (Head of Ombudsgroup)
  • Prof. Luka Cicin-Sain
  • Prof. Dr. Ursula Bilitewski
  • Dr. Oliver Goldmann
  • Dr. Alexander Titz (HIPS)

Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis

Einige wichtige Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis wurden  im Jahr 1998 durch eine Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) formuliert. Dazu zählt etwa die Selbstverpflichtung, Primärdaten aus der Forschung für zehn Jahre aufzubewahren, um sie nachträglich lückenlos überprüfen zu können.

Bei wissenschaftlichen Fachveröffentlichungen sollen gemäß den Empfehlungen alle Autoren gemeinsam die Verantwortung für die Korrektheit des Inhalts tragen. Auch die Einsetzung neutraler und unabhängiger Ansprechpartner, etwa in Gestalt der Ombudsgremien, wird in dem DFG-Regelwerk gefordert.

Regelungen des HZI

Basierend auf den Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat sich das HZI verbindliche Regelungen vorgegeben, um sauberes wissenschaftliches Arbeiten sicher zu stellen. 

Regelungen guter wissenschaftlicher Praxis am HZI und Verfahren bei wissenschaftlichem Fehlverhalten

Regelung über die Führung von Laborbüchern im HZI

    Prof. Dr. Ursula Bilitewski

    Leiterin der Arbeitsgruppe Compound Profiling und Screening

    0531 6181-1010

    Kontakt


    Lebenslauf

    Education and Employments

    * 1977 – 1983   

    Chemistry; University of Münster

    * Oct. 1983       

    Diploma: Dipl.-Chem.

    * 1983 – 1987   

    Ph.D. thesis at the Institute of Physical Chemistry, University of Münster

    * 1987 - 1988   

    Postdoctoral fellow, Institute of Physical Chemistry, University of Münster

    * Feb. 1987  

    Doctorate

    * since 1988      

    Project manager at the GBF mbH, Braunschweig

    * 1994               

    Habilitation in Biochemistry at the Technical University of Braunschweig

    * since 1994      

    Professor for Biochemistry at the Technical University of Braunschweig

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    Accomplishments

    * since 2000       

    Chair of the Working group “Biochemical Methods” of the Waterchemical Society of the GDCh

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    Research Interests and Achievements

    Ursula Bilitewski has many years of experience in bioanalytical methods. She has started with the development of enzyme electrodes based on screen-printing technology, which is nowadays one of the most frequently used technologies for the industrial production of glucose test strips. This work was complemented by the development of optical affinity sensors using antibodies, receptors and oligonucleotides as binding molecules. Besides the development of suitable surface and immobilisation chemistries, demonstrators and miniaturised systems for the application to food, environmental and bioprocess analysis she became interested in the biological sensing mechanisms and corresponding signal transduction mechanisms.

    This led to projects on the elucidation of molecular mechanisms of potential therapeutic or toxic agents, which is now the major focus of her research. Test organisms, such as bacteria, fungi or human or animal cell lines, are treated with the compounds under investigation and the response of the organism is analysed on a molecular level, considering metabolites, proteins and nucleic acids using specific enzyme or immunoassays, gel electrophoresis and DNA-chips. These investigations will be supported by analysis of the dynamics of the intracellular networks using methods of systems biology and lead not only to a molecular understanding of toxic or therapeutic mechanisms but also to new screening assays, as new markers for the activity of compounds will be identified.      

    Since her habilitation Prof. Bilitewski was main supervisor of more than 20 PhD students. She is principal author of approx. 70 original publications and 40 review articles.