Biogene Nanotherapeutika

Die Kombination von falscher und zu häufiger Antibiotikaanwendung sowie unzureichende Hygienemaßnahmen in Krankenhäusern führt zu einer weltweit zunehmenden Zahl resistenter Keime, für die immer weniger wirksame Therapien existieren. Die Wissenschaftler der Gruppe „Biogene Nanotherapeutika“ entwickeln intelligente Wirkmechanismen und Nanosysteme, die bekannte Antibiotika im menschlichen Körper gezielt an infizierte Stellen transportieren. Dazu bedienen sie sich moderner biomimetischer Systeme, die Mechanismen aus der Natur nutzen oder von diesen abgeleitet sind. Dies ermöglicht eine wirksame Bekämpfung pathogener Bakterien bei minimalen Nebenwirkungen.

Leitung

Dr. Gregor Fuhrmann

Die Natur macht es uns vor, wie Informationen effizient von A nach B transportiert werden können. Wir erforschen diese biologischen Prinzipien und wollen daraus neue Therapiemöglichkeiten ableiten.

GREGOR FUHRMANN

Gregor Fuhrmann hat in Berlin Pharmazie studiert und 2008 mit dem Staatsexamen abgeschlossen. Er wurde 2012 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich in der Abteilung Drug Formulation and Delivery unter der Leitung von Prof. Jean-Christophe Leroux promoviert. Für seine Dissertationsarbeit erhielt er die ETH Medaille und den Rottendorf Europapreis für herausragende pharmazeutische Forschung. Anschließend war er am Department of Materials und Department of Bioengineering am Imperial College London in der Gruppe von Prof. Molly M. Stevens als Postdoc tätig (2013-2016). Dafür erhielt er sowohl ein Marie-Curie Intra-European Fellowship von der Europäischen Union, als auch ein Postdoc-Stipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD.

Ende 2015 bewarb er sich erfolgreich für das Nachwuchsprogramm „NanoMatFutur“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und ist seit Dezember 2016 Leiter der Nachwuchsgruppe „Biogene Nanotherapeutika“ (BION) am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS). 

Für seine innovative Arbeit auf dem Gebiet der Pharmazeutischen Technologie erhielt Gregor Fuhrmann im August 2017 den angesehenen Technologiepreis der Galenus Privatstiftung.

In den Medien

Antibiotika im menschlichen Körper genau dorthin zu schleusen, wo sich krankmachende Bakterien aufhalten – das ist das Ziel des Pharmazeuten Gregor Fuhrmann. Als Transportmittel will er winzige Bläschen einsetzen, so genannte Vesikel.

Bericht im Campus Magazin der Universität Saarland

Vesikel-Netzwerk

Hydrogel © HZI/Gregor Fuhrmann

Das wissenschaftliche Feld der extrazellulären Vesikel (EVs) expandiert unaufhaltsam. Immer mehr Wissenschaftler untersuchen die biologische Aktivität und Bedeutung von Exosomen und Mikrovesikeln und versuchen, sie für neue Therapieansätze zu nutzen. Die German Society for Extracellular Vesicles (GSEV) möchte EV-Forscher aus Deutschland zusammenzubringen, Ideen für zukünftige Kooperationen zu entwickeln und den akademischen Nachwuchs fördern. Die GSEV soll die wissenschaftlichen Kräfte in Deutschland bündeln und neue Synergien erzeugen, um das EV-Feld voranzubringen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.extracellular-vesicles.de oder direkt bei Gregor Fuhrmann.

Video

  • HIPS Infofilm

    Antibiotika-Resistenzen sind weltweit eine der großen Herausforderungen bei Infektionskrankheiten. Hier setzt das neue Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) an.

Bachelor- & Masterarbeiten
Sie suchen eine Stelle als Diplom- oder Masterstudent im Bereich pharmazeutischer Wissenschaften? Wir suchen motivierte Kandidaten, die an der Erforschung biomimetischer Wirkstoffträger für Antibiotika mitwirken möchten. Bei Interesse kontaktieren Sie Gregor Fuhrmann bitte direkt!

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