Systemmedizin der Infektionskrankheiten

Systemmedizin zielt auf das ganzheitliche Verständnis von Gesundheit und Krankheiten mit Blick auf personalisierte Medizin ab. Indem klinische Daten mit phenomenologischen Modellen und dem Potential von Computersimulationen verbunden werden, wollen wir mit unserer Foschung die zugrundeliegenden Mechanismen zwischen Immunsystem und Krankheit verstehen, maßgeschneiderte und effektive Immuneingriffe und -behandlungen für besonders anfällige Personengruppen (z.B. ältere und immungeschwächte Menschen) bieten und neue mathematische und rechnerbetonte Methoden entwickeln, um die Hürden der Translation von Systemmedizin hin zu Medizin und Klinik zu überwinden.

Unsere Forschung

Zähigkeit des HI-Virus: Auswirkungen auf die Heilung von HIV

Laut UNAIDS Schätzungen lag die Zahl der mit HIV infizierten Menschen im Jahr 2012 bei weltweit 35,3 Millionen. Im gleichen Jahr gab es schätzungsweise weitere 2,3 Millionen Ansteckungen und 1,6 Millionen Todesfälle. Damit bleibt das HI-Virus weiterhin eine der bedeutendsten gesundheitlichen Bedrohungen weltweit. Die Kosten, die durch das Austeilen antiretroviraler Medikamente an HIV-Infizierte entstehen, überlasten viele Organisationen und nationale Gesundheitssysteme.

Heute kann das Virus durch kombinierte antiretrovirale Behandlung (ART) soweit unterdrückt werden, dass es im Blut nicht mehr nachgewiesen werden kann. Nichtsdestotrotz stellt die Überlebensfähigkeit des Virus in verschiedensten Speichern und Kompartimenten eine große Hürde auf dem Weg zur vollständigen Bekämpfung im Patienten dar.

Unsere Ziele auf dem Gebiet der HIV-Infektion

Unsere Forschung zielt darauf ab, Bio-Marker und in silico-Verfahren für eine bessere Prognose des Krankheitsverlaufs aufzuzeigen, computergestützte Strategien zu entwickeln, um bestimmte HIV-Speicher zu dezimieren, sowie Optimierungs-Algorythmen und Kontroll-Strategien herzuleiten, die die virale Mutation mindern können.

Dynamik der Influenza-Virus-Infektion

Die jüngsten Ausbrüche von H1N1- (Schweinegrippe), H5N1- (Vogelgrippe) und H7N9-Viren haben die Bedeutung von Influenza-A Virusinfektionen unterstrichen und gezeigt, dass das Influenza-A-Virus eine große Bedrohung der menschlichen Gesundheit darstellt.

Das Mexican Intitue for Social Security, beispielsweise, berichtete 2009 von insgesamt 117.626 Menschen mit einer influenza-ähnlichen Erkrankung. Auch CDC Berichte zeigten, dass jahreszeitbedingte Influenza Infektionen in den USA jährlich zu 226.000 Krankenhausaufenthalten führten.

Die vielen Gesichter des Influenza-Virus, die durch Mutationen oder zusätzliche bakterielle Infektionen (Streptococcus pneumoniae und Staphylococcus aureus) entstehen, sind der Hauptgrund für anhaltende Krankheit und Tod durch eine Influenza-Infektion. Zusätzlich sind Menschen über 65 generell stärker von den Auswirkungen einer Influenza-Virus-Infektion betroffen.

Unsere Ziele auf dem Gebiet der Influenza-Infektion

Unsere Forschung zielt darauf ab, klinische Marker zu finden, die noch fehlen, um Hinweise auf den Krankheitsverlauf und etwaige Komplikationen zu erhalten. Des weiteren wollen wir ein quantitatives Verständnis für die Pathogenese des Influenza-Virus und deren Veränderung im Alter liefern. Schließlich sollen personalisierte antivirale und bakterielle Therapien entwickelt werden, die den Tod in Folge einer Influenza-Infektion verhindern können.

Leitung