Immunkontrolle

Was passiert, wenn sich das Immunsystem mit Bakterien, Pilzen, Viren oder körperfremden Substanzen auseinandersetzt? Welche Signalwege und –komponenten werden angeschaltet und wie „reden“ die Signalmoleküle miteinander, um die Immunantwort zu steuern? Die biochemischen Reaktionen, die ablaufen, wenn ein Organismus “Gefahr“oder „Fremd“ erkennt sind sehr komplex. Da wird in und auf Zellen migriert, angeheftet, ausgebaut und umgebaut, mit dem Ziel den eigenen Organismus vor Krankheit und Schaden zu schützen. Mit vereinten Kräften untersuchen Wissenschaftler des Instituts für Molekulare und Klinische Immunologie der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg und des HZI in interdisziplinären Projekten wer dabei mit wem und vor allem wie interagiert.

Leitung

Prof. Dr. Burkhart Schraven

Wir versuchen die Systeme zu verstehen, die die Immunantworten regulieren und verbinden dabei die Sicht der Medizin mit der, der Grundlagenforschung.

Prof. Dr. Burkhart Schraven

Burkhart Schraven leitet die Abteilung „Immunkontrolle“ am HZI und ist gleichzeitig Direktor des Instituts für „Molekulare und Klinische Immunologie“ und Lehrstuhlinhaber für das Fach Immunologie an der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU). 

Er studierte Humanmedizin an den Universitäten Mainz, Bonn und Bochum und promovierte an der Universität Mainz. Nach seiner Habilitation im Fach „Immunologie“ an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg wechselte er 2001 nach Magdeburg, um dort den Direktorenposten des Instituts für Molekulare und Klinische Immunologie zu übernehmen.

Seit 2007 ist Burkhart Schraven Prodekan für Forschung und Vorstandsmitglied der Medizinischen Fakultät der OvGU und seit 2010 Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereiches 854 „Molekulare Organisation der zellulären Kommunikation im Immunsystem“. Nach erfolgreicher Begutachtung im September 2017 wird der SFB854 ab Januar 2018 in die dritte Förderperiode gehen. Verschiedene Gruppen des HZI sind an dem Konsortium mit mehreren Teilprojekten beteiligt.

Um die seit 2007 bestehende Kooperation zwischen dem HZI und der OvGU weiter auszubauen, wurde 2008 im Rahmen eines gemeinsamen durchgeführten Berufungsverfahrens die W2-Professur „Systemorientierte Immunologie und Entzündungsforschung“ eingerichtet. Diese ist der Abteilung Immunkontrolle zugeordnet und wird derzeit von Ingo Schmitz bekleidet. Die Finanzierung dieser W2-Professur erfolgt zu gleichen Teilen durch das HZI und die OvGU. Das gleiche gilt für die W2-Professur für „Intravitale Bildgebung von Infektion und Immunität“, die 2013 gemeinsam eingerichtet wurde. Diese Professur bekleidet Andreas Müller, der 2016 erfolgreich einen ERC-Starting Grant einwerben konnte. 2012 wurde auch die Arbeitsgruppe „Immunregulation“ unter der Leitung von Dunja Bruder der Abteilung zugeordnet. Alle drei Arbeitsgruppen der Abteilung Immunkontrolle beteiligen sich mit eigenen Projekten am SFB854. Dunja Bruder und Ingo Schmitz koordinieren darüber hinaus äußerst erfolgreich das in den SFB854 integrierte Graduiertenkolleg MGK854.

2016 wurde von Burkhart Schraven ein gemeinsam von Forschern der OvGU und des HZI betreutes Modul der OvGU-Graduiertenschule ABINEP (Analyse, Bildgebung und Modellierung Neuronaler und Entzündungs-bedingter Prozesse) eingeworben. Diese Graduiertenschule wird über die gesamte Laufzeit von 4.5 Jahren vollständig aus Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt finanziert. In dem von OvGU und HZI Forschern gemeinsam betreuten Modul werden insgesamt 6 interdisziplinäre Promotionsprojekte bearbeitet, die sich ausschließlich klinisch-infektiologischen Fragestellungen widmen. Die translationalen Projekte werden jeweils von einem/einer Kliniker(in) der OvGU und einem/einer Wissenschaftler(in) des HZI gemeinsam geleitet. Dunja Bruder und Andreas Müller koordinieren das OvGU-HZI ABINEP Modul.

Um die klinisch-translationale Forschung am HZI weiter zu stärken wurde 2013 eine Rotationsstelle (Gerok-Stelle) für klinische Infektiologie unter dem Dach des SFB854 angesiedelt. Der erste Stelleninhaber der Rotationsstelle, Dr. Schulz aus der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie der OvGU, hat sein klinisch-infektiologisches Kooperationsprojekt mit der AG Pieper am HZI sehr erfolgreich durchgeführt. Auch für die dritte Förderperiode des SFB854 stellt das HZI eine klinisch-infektiologische Rotationsstelle zur Verfügung.

DruckenPer Mail versendenTeilen