Zellbiologie

Wir als Zellbiologen untersuchen Wirt-Pathogen-Interaktionen auf der Ebene einzelner Zellen, die die kleinste lebende Einheit auf beiden Seiten darstellt. Sobald ein Pathogen mit Wirtszellen in Kontakt kommt, muss es das „normale“ Zellverhalten manipulieren, um eine Überlebensnische zu etablieren, beziehungsweise den Abwehrmechanismen des Wirtes zu entkommen. Wir studieren genau diese von Pathogenen verursachten Veränderungen, um zu verstehen, welche Prozesse sie im Wirt angreifen – und warum.

Unsere Forschung

Die aktuellen Berichte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem Titel „The Global Burden of Disease“ (GBD) belegen deutlich die Wichtigkeit der Forschung an Wirt-Pathogen-Interaktionen. Evolution ist ein kontinuierlicher Prozess, der immer stattfindet und hochvirulente und multiresistente Bakterienstämme wie auch sogenannte „emerging pathogens“ hervorbringt. Ein tiefes Verständnis für das komplexe Wechselspiel zwischen krankheitserregenden Bakterien und dem Wirt, ist unabdingbar, um diesen Problemen in Zukunft angemessen begegnen zu können.

Kernexpertise: Kombination von Videomikroskopie und Proteinbiochemie

Die HZI-Abteilung Zellbiologie befasst sich sowohl mit den Verteidigungsmechanismen des Wirtes als auch mit den Virulenzmechanismen der Pathogene. Die Kernexpertise  liegt in der Kombination aus Videomikroskopie und Proteinbiochemie, angewendet an verschiedensten Zellbewegungsmodellen und im Kontext bakterieller Infektion. In der Vergangenheit konnte die Abteilung sowohl grundlegende Regulationsmechanismen der Zellbewegung aufklären, als auch Beispiele für deren Beeinflussung durch bakterielle Virulenzfaktoren aufzeigen.

Unsere Forschung hat gezeigt, dass bakterielle Erreger bei der Infektion essenziell auf die Kooperation von Wirtsproteinen angewiesen sind. Aus diesen Erkenntnissen könnten sich neue Strategien zur Infektionsbekämpfung ergeben.