Virus Transmission

Die Übertragung des Hepatitis-C-Virus erfolgt durch direkten Blut-Blut-Kontakt. Vor 1990 waren vorwiegend Bluttransfusionen ein Problem. Inzwischen spielt die Übertragung durch Blutprodukte zumindest in Deutschland keine Rolle mehr. Heutzutage liegt das Risiko für Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus vor allem in unzureichender Hygiene. Wie kann der Ausbreitung des Virus durch Hygienemängel begegnet werden? Prävention ist der Königsweg gegen das Virus. Ein weiterer Aspekt, dem sich die Forscher der Arbeitsgruppe "Virus Transmission" widmen, ist die Hülle des Virus. Denn sie spielt eine zentrale Rolle u.a. bei der Infektion des Wirtes.

Leitung

Unsere Forschung

Das Hepatitis C Virus (HCV), ein Plus-Strang-RNA-Virus, hat ca. 71 Millionen Menschen chronisch infiziert und ein Impfstoff steht im Moment nicht zur Verfügung. Eine chronische HCV-Infektion ist mit etwa 30% der Leberkrebsfälle weltweit verbunden und damit einer der führenden Gründe für eine Lebertransplantation. Ein weiteres RNA-Virus ist das Hepatitis-E-Virus (HEV), das für Epidemien und Endemien mit einer akuten Hepatitis hauptsächlich durch wasserbasierte, lebensmittel- und zoonotische Übertragungswege verantwortlich ist.

Die Forschungsgruppe "Virus Transmission" von Prof. Eike Steinmann arbeitet an molekularen und klinischen Übertragungswegen von HCV und HEV, die bei Menschen schwere Infektionen hervorrufen. Daher sollten neue Präventionsstrategien und Therapien für diese beiden RNA-Viren entwickelt werden. Risiken der Virusübertragung in der Umwelt, insbesondere im Krankenhaus, sollen identifiziert werden, sowie wirksame Methoden zur Virusinaktivierung entwickelt und validiert werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Untersuchung der Relevanz und der Nutzung von HCV-verwandten Viren bei Pferden als Modell für die HCV-Übertragung und Pathogenese. Das so genannte Nicht-Primaten-Hepacivirus (NPHV) ist das nächst verwandte Virus zu HCV, das bisher beschrieben wurde und eröffnet neue Möglichkeiten, die natürliche Infektion von NPHV in seinem Wirt zu untersuchen.

Ko-Infektionen mit HCV und HEV. HCV-infizierte Zellen sind rot eingefärbt, HEV-infizierte grün.

Interventionsstrategien gegen HEV

Das Hepatitis-E-Virus (HEV) kann chronische Infektionen bei immungeschwächten Patienten auslösen, die zu einer Leberzirrhose und Leberversagen führen können. Ribavirin ist derzeit die einzige Behandlungsmöglichkeit für viele Patienten, aber es kann ein Therapieversagen auftreten, dass mit einer Mutation in der HEV-Polymerase assoziiert wurde. Ein Ziel ist es, genetische Determinanten der HEV-Polymerase vor und während der Ribavirin-Therapie bei Patienten mit chronischer Hepatitis untersuchen, um die Wirkungsweise des Medikaments in vivo zu verstehen (Todt et al., Gut 2016). Weiterhin, konnten wir zum ersten Mal in der Gewebekultur zeigen, dass die HEV-Replikation nicht auf die Leber beschränkt ist und den vollständigen Replikationszyklus in neuronal Geweben, die neurologische Störungen während der HEV-Infektion erklären, durchführen kann (Drave et al., JVH 2016). Als weiteres Ziel planen wir gemeinsam mit Partnern aus dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, natürliche Moleküle gegen die HEV-Replikation zu entdecken, um neuartige Verbindungen zur Behandlung von HEV-Infektionen zu entdecken.

Transmission und Prävention von HCV

Ziel ist es, die Möglichkeiten der HCV-Übertragung in der Umwelt zu verstehen mit einem Fokus auf das Gesundheitswesen und im Drogenmilieu. In der Vergangenheit haben wir die Umweltstabilität von HCV und seine Anfälligkeit für chemische Biozide (Ciesek et al., JID 2010) und gegen neuartige Desinfektionsmittelformulierungen, die von der WHO vorgeschlagen wurden, untersucht (Steinmann et al., AJIC 2010, Steinmann et al., ARIC et al. 2013). Darüber hinaus konnten wir zeigen, dass HCV-kontaminierte Medikamente wie Propofol oder Fentanyl die Virusstabilität beeinflussen können (Steinmann et al., CID 2011, Behrendt et al., AJIC 2013). In jüngerer Zeit haben wir auch die Virusübertragung im Drogenmilieu untersucht durch Verunreinigung von Drogenzubereitungsgeräten und Überleben-Studien von getrocknetem HCV auf Oberflächen (Doerrbecker et al., JID 2011, Doerrbecker et al., JID 2013). Darüber hinaus haben wir den Einfluss von Heroin auf die HCV- und HIV-1-Infektiosität bewertet und die Verwendung von Mikrowellen als Präventionsstrategie für diese Blut übertragenen Viren validiert (Siddharta et al., Sci Rep 2016).

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