Virus Transmission

Die Übertragung des Hepatitis-C-Virus erfolgt durch direkten Blut-Blut-Kontakt. Vor 1990 waren vorwiegend Bluttransfusionen ein Problem. Inzwischen spielt die Übertragung durch Blutprodukte zumindest in Deutschland keine Rolle mehr. Heutzutage liegt das Risiko für Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus vor allem in unzureichender Hygiene. Wie kann der Ausbreitung des Virus durch Hygienemängel begegnet werden? Prävention ist der Königsweg gegen das Virus. Ein weiterer Aspekt, dem sich die Forscher der Arbeitsgruppe "Virus Transmission" widmen, ist die Hülle des Virus. Denn sie spielt eine zentrale Rolle u.a. bei der Infektion des Wirtes.

Leitung

Unsere Forschung

Hepatitis-C-Viren (HCV) werden heutzutage vor allem auf zwei Wegen übertragen:

  • in nicht industrialisierten Ländern durch den unsterilen Gebrauch von Injektionsutensilien
  • in Industrieländern durch Drogenmissbrauch.

Auch bei Tätowierungen, Piercings, Akupunktur und bei medizinischen Eingriffen mit unzureichend sterilisiertem Werkzeug können Hepatitis-C-Viren übertragen werden. Eher selten sind HCV-Infektionen auf Sexualverkehr mit HCV-positiven Partnern zurückzuführen. Die Übertragung der Infektion von einer HCV-positiven Mutter auf ihr Kind vor oder während der Geburt kommt in bis zu vier Prozent der Fälle vor. Allerdings ist bei etwa einem Drittel der HCV-Patienten nicht mehr nachvollziehbar, wie das Virus auf sie übertragen wurde.

Ein wichtiger Aspekt im Spannungsfeld HCV ist die Prävention, denn der Übertragungsweg von Blut zu Blut sollte mit geeigneten Hygienemaßnahmen beherrschbar sein. Besonders Übertragungen im Krankenhausumfeld und die Stabilität und Sensitivität von HCV gegenüber chemischen Desinfektionsmitteln stehen im Fokus der Wissenschaftler.

Da keine geeigneten HCV-in-vitro-Modelle zur Verfügung stehen, beruhen bisherige Untersuchungen und Erfahrungen fast ausschließlich auf Studien mit dem bovinen Diarrhö-Virus (BVDV). Das Virus ist eng mit HCV verwandt und kann seit geraumer Zeit kultiviert werden. Allerdings erlauben die Studien mit diesem Surrogatvirus für HCV nur bedingt zuverlässige Einschätzung über die Infektiosität des HCV.

Bedeutung der HCV-Hüllproteine für den Viruseintritt und die Freisetzung infektiöser Viren

Zwei Hüllproteine sind als Hauptkomponenten der Virushülle und für den Viruseintritt von entscheidender Bedeutung: Die Proteine E1 und E2. Sie sind für die Bindung an zelluläre Rezeptoren verantwortlich und vermitteln anschließend die Fusion zwischen Virus- und Zellmembran. Zudem sind diese Proteine das Hauptziel für virus-neutralisierende Antikörper, die vermutlich einen wichtigen Beitrag zur Kontrolle der Infektion leisten und sie sind essenziell für die Bildung und Freisetzung infektiöser Viren.

Die Forscher versuchen, die Rolle der Hüllproteine in diesem Zusammenhang besser zu verstehen. Sie arbeiten dazu mit einem erst vor wenigen Jahren entwickelten Zellkulturmodell, mit dem sie diese Aspekte studieren können. Die Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Virus Transmission analysieren die Rolle der HCV Glykoproteine bei der Virusmorphogenese.

Sie prüfen, an welchen Schritten der Morphogenese die Hüllproteine beteiligt sind und wie Interaktionen der Hüllproteine miteinander und mit anderen viralen Proteinen zur Bildung neuer Viren beitragen.

Auf den Seiten des TWINCORE finden Sie die aktuelle Teamliste.

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