Organ-spezifische Immunregulation

Infektionen und entzündliche Erkrankungen können in allen Organen und Geweben auftreten. Der Verlauf dieser Erkrankungen wird sowohl vom zugrundeliegenden Erreger, dem Immunsystems als auch  lokalen Organ-spezifischen Faktoren beeinflusst. Diese drei Faktoren regulieren sich in einem komplexen Wechselspiel gegenseitig. Ziel unserer Wissenschaftler ist es, den Einfluss des Zusammenspiels des Immunsystems mit Organ-spezifischen Faktoren auf den Verlauf von Infektionen zu verstehen. Damit würden sich neue Optionen zur Therapie von Infektionen ergeben.

Unsere Forschung

Infektionen und Entzündungsreaktionen können alle Organe des Menschen betreffen. Um eine solche Infektion erfolgreich bekämpfen zu können, müssen Zellen des Immunsystems in das infizierte Organ rekrutiert werden und dort mit Organ-ständigen Zellen kooperieren. Dabei kommunizieren Zellen des Immunsystems und des erkrankten Organs mittel löslicher Botenstoffe, die an Rezeptoren der beteiligten Zellen binden. Dadurch wird in beiden Zelltypen eine Kaskade intrazellulärer Signalmoleküle ausgelöst, die zur Produktion und Sekretion weiterer immunmodulierender Botenstoffe (Zytokine, Chemokine u.a.) dient.

Schema des Forschungsbereiches "Organ-spezifische Immunregulation". © HZI

Ebenso löst die Aktivierung von intrazellulären Signalkaskaden die Produktion von anti-bakteriellen Molekülen aus. Diese pro-inflammatorischen Signalwege unterliegen einer strengen Kontrolle und Gegenregulation, um eine überschießende und schädliche Entzündungsreaktion zu verhindern. Da bestimmte Zelltypen nur in einzelnen Organen (zum Beispiel Hepatozyten in der Leber, Astrozyten im Gehirn) vorkommen und spezifische immunologische Funktionen haben, können selbst Infektionen mit dem gleichen Erreger in verschiedenen Organen unterschiedlich verlaufen. 

Klinische Studien und Mausmodelle

Unsere Wissenschaftler verwenden zwei Ansätze zur Beantwortung ihrer Fragestellungen. Zum einem führen sie klinische Studien durch. Zum anderen verwenden sie gut charakterisierte Mausmodelle von Infektionen und Autoimmunerkrankungen, um die gegenseitige Regulation von Immunzellen und Organ-ständigen Immunzellen zu erforschen.

Im Mittelpunkt stehen dabei Untersuchungen zur wechselseitigen Regulation der intrazellulären Signalkaskaden und von inhibitorischen Signalmolekülen (Deubiquitinasen), da diese interessante und innovative Strukturen zur Therapie von Infektionen und Entzündungsreaktionen darstellen.  

Leitung

  • Prof. Dr. Dirk Schlüter

    Prof. Dirk Schlueter

    Leiter der Arbeitsgruppe Organ-spezifische Immunregulation

    0391 67-13392

    Kontakt