Infektionsimmunologie

In und auf uns tobt ein von uns meist unbemerkter aber ständiger Kampf: Bakterien greifen unseren Organismus an, unser Immunsystem wehrt sich dagegen und die Angreifer versuchen diese Abwehr auszutricksen. Gewinnen wir, merken wir nichts – gewinnen die Bakterien, werden wir krank. Dann unterstützen wir unser Immunsystem mit Antibiotika, die allerdings inzwischen immer häufiger von den Bakterien umgangen werden. Unsere Wissenschaftler arbeiten an neuen Strategien gegen bakterielle Infektionserreger und versuchen dabei von den Bakterien unbemerkt zu bleiben.

Unsere Forschung

Eine Infektion ist ein Kampf zwischen Erreger und Wirt: Der Erreger versucht, sich im Wirt festzusetzen und zu vermehren – der Wirt versucht im Gegenzug den Eindringling abzuwehren. Bei dieser Abwehr arbeiten die verschieden Teile des Immunsystems effektiv zusammen und die Krankheitserreger verbessern stetig ihre Strategien, mit denen sie wiederum die Abwehr des Immunsystems austricksen. Um eine Infektion auszulösen, täuschen sie die Immunabwehr, verstecken sich in Immunzellen oder zerstören diese sogar. Um neue Strategien gegen Krankheitserreger entwickeln zu können, ist es essentiell, diese komplexen Wechselbeziehungen zwischen Wirt und Krankheitserreger zu verstehen.

 

Die Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Infektionsimmunologie untersuchen diese Interaktionen zwischen Wirt-Erreger für zwei Bakterienarten: Streptococcus pyogenes und Staphylococcus aureus. Beide sind wichtige Krankheitserreger, die auch beim Menschen schwere Infektionen verursachen können und häufig nur schlecht zu behandeln sind. Besonders in Krankenhäusern spielen diese Keime eine wichtige Rolle: Insbesondere die Ausbreitung von multiresistenten S. aureus Stämmen, die sog. MRSA Erreger sind heute eine der bedeutendsten Bedrohungen des globalen Gesundheitssystems. Neuen Strategien zur Bekämpfung dieser Erreger werden dringend benötigt. Ziel ist nicht länger, ihr Wachstum zu bremsen oder sie abzutöten – die Bakterien sollen lediglich entwaffnet werden. Sie machen ihren Wirt, also Mensch oder Tier, dann immer noch krank, allerdings nicht mehr lebensbedrohlich. Was zunächst paradox klingt, ist bei genauerem Hinsehen, sehr weitsichtig gedacht: denn wenn Wirkstoffe Bakterien töten oder in ihrem Vermehrungsdrang einschränken, regieren die Einzeller sehr schnell auf die Bedrohung. Sie bilden Resistenzen aus. Ist die Bedrohung für die Bakterien nicht so elementar, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Resistenzen bilden. Daher ist ein wichtiges Ziel der Wissenschaftler, die potenzielle Achillesferse von Staphylococcus aureus und Streptococcus pyogenes aufzudecken und die Erreger mit spezifischen Hemmstoffen anzugreifen.

Leitung

  • Prof. Dr. Eva Medina

    Eva Medina

    Leiterin der Arbeitsgruppe Infektionsimmunologie

    0531 6181-4500

    Kontakt

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