Epidemiologie

Epidemiologie erforscht Gesundheit und Krankheit auf der Bevölkerungsebene – die Infektionsepidemiologie beschäftigt sich mit übertragbaren Krankheiten. Ihre Werkzeuge und Methoden sind systematische Befragungen, klinische Untersuchungen und labordiagnostische Nachweise sowie statistische Analysen. So können Ursachen und Risikofaktoren für Infektionen identifiziert werden. Die Infektionsepidemiologie trägt zur Entwicklung von Präventionsmaßnahmen, ebenso wie zur Früherkennung und Therapie von Erkrankungen bei. Zudem überprüft sie die Wirksamkeit solcher Maßnahmen.

Unsere Forschung

Eppendorf Reaktionsgefäße (Eppis).

Schwerpunkt der Epidemiologien am HZI ist die Untersuchung von Infektionserregern mit hohem epidemiologischen Forschungsbedarf und besonderer gesellschaftlicher Bedeutung. Hierzu gehören vor allem Infektionen, die von Mensch-zu-Mensch (z.B. Influenza) oder vom Tier-zum-Mensch (z.B. Borreliose) übertragbar sind, Erreger die resistent gegen Antibiotika sind (z.B.MRSA), Infektionen die durch Impfungen vermieden werden können (z.B. Humanes Papilloma Virus) und solche, die besonders häufig im Krankenhaus auftreten (z.B. Sepsis). Methodische Schwerpunkte der Forschung sind kurz- und langfristige prospektive Kohortenstudien und Querschnittsstudien in der Allgemeinbevölkerung, Sekundärdatenanalysen und mathematische Modellierung.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Epidemiologie am HZI ist eine große Kohortenstudie, die die Helmholtz-Gemeinschaft zusammen mit anderen Forschungseinrichtungen durchführt. In ganz Deutschland werden 200 000 Menschen über mehrere Jahrzehnte regelmäßig untersucht. Mit Hilfe der gewonnenen Befunde möchten die Forscher beispielsweise herausfinden, welche Faktoren das Infektionsrisiko erhöhen und welche Spätfolgen bestimmte Infektionen haben. Zu diesem Zweck betreibt das HZI ein epidemiologisches Studienzentrum in Hannover in dem 10.000 der 200.000 Probanden untersucht werden.

Die Abteilung koordiniert auch den PhD-Studiengang Epidemiologie".

Was machen Epidemiologen?

Epidemiologen beschäftigen sich unter anderem mit der Verteilung und Ausbreitung bestimmter Krankheiten in der Bevölkerung. Sie untersuchen mit Hilfe von systematischen Befragungen, klinischen Untersuchungen und Labormessungen, welche Faktoren zu Gesundheit oder Krankheit beitragen.

Leitung

News

  • SORMAS - die Zukunft der Seuchenüberwachung
    Epidemiologen und IT-Experten aus Deutschland und Nigeria haben gemeinsam eine innovative App entwickelt, die helfen soll Epidemien wie Ebola oder Cholera zu bekämpfen - das Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System (SORMAS). Unser Video zeigt, warum eine Anwendung wie SORMAS dringend benötigt wird und wie das einzigartige Konzept SORMAS so vielversprechend macht:

Audio Podcast

  • Staphylococcus aureus – ein Leben in der Nase
    2000 zufällig ausgewählte Braunschweiger Bürger haben in diesem Juni Post vom HZI erhalten – mit der Bitte, an einer Studie über die Verbreitung von Staphylococcus aureus teilzunehmen. Varianten des Bakteriums sind unter dem Kürzel MRSA als Krankenhauskeime zu trauriger Berühmtheit gelangt. Unsere Wissenschaftler wollen nun erforschen, wie viele Gesunde – außerhalb von Krankenhäusern – mit diesem Keim Leben. Und sie suchen nach Risikofaktoren, die Staphylococcus aureus die Besiedlung des Menschen erleichtern. Begleiten Sie Frank Pessler und Jaishri Mehraj ein Stück in die Welt der Epidemiologie...
  • Proben und Fragebögen für die Infektionsforschung - Die Nationale Kohorte
    Diabetes mellitus, Krebs, Arterienverkalkung und diverse Infektionen sind Volkskrankheiten, über die wir viel zu wenig wissen. Mit der Nationalen Kohorte wollen Wissenschaftler diesen Krankheiten auf den Grund gehen und neue Strategien gegen sie entwickeln. Frank Pessler und Manas Akmatov nehmen die Infektionen ins Visier. Lassen Sie sich erklären, wie ihnen 225.000 Menschen dabei helfen sollen…