Angeborene Immunität und Virale Evasion

Greift uns ein Virus an, registriert unser Immunsystem diesen Angriff und startet eine ganze Kaskade von Reaktionen. Botenstoffe veranlassen die Ausschüttung von zellulären Proteinen, durch die unsere Zellen die Ausbreitung der Viren unterbinden – so genannten antiviralen Faktoren. Einige Viren haben jedoch sehr effektive Strategien gegen diese antiviralen Faktoren entwickelt, so dass der Selbstschutzmechanismus der Zelle nicht ausreicht, um sich letztlich gegen die Infektion zu wehren. Gesucht: neue antivirale Faktoren, die auch solche Viren – zu denen auch HIV gehört  - abwehren können.

Leitung

Unsere Forschung

Die Arbeitsgruppe “Angeborene Immunität und Virale Evasion” untersucht die Interaktion von Wirtszelle und Viren auf zellulärer und molekularer Ebene. HIV-1, der Erreger von AIDS, ist eines der bedeutendsten viralen Pathogene weltweit und verursacht eine chronische Immunschwäche. Wir erforschen das Virus unter Verwendung primärer menschlicher HIV-1-Zielzellen des Immunsystems. Daran untersuchen wir die Fähigkeit dieser Immunzellen, eine HIV-1-Infektion mit Hilfe von cytosolischen DNA-Sensoren zu erspüren, und wir untersuchen, wie effektiv diese Information in einen funktionellen antiviralen Zustand mündet. Umgekehrt erforschen wir auch HIV-1-vermittelte Evasionsstrategien, die Mechanismen der zelleigenen angeborenen Immunität zunichtemachen. Weiterhin untersuchen wir die Wirkungsweise von zellulären, antiviralen Restriktionsfaktoren, wie 90K und SERINC5, welche die Infektiösität von HIV-1-Partikeln reduzieren.

Ein besseres Verständnis dieser natürlich vorkommenden molekularen Waffen, und darüber wie HIV-1 sich an diese anpasst, könnte die Ausarbeitung neuer antiviraler Wirkstoffe ermöglichen. Schließlich erarbeiten wir, gemeinsam mit unseren Partnern an der Medizinischen Hochschule Hannover, neue Strategien zur Eradikation latent HIV-1-infizierter ruhender Zellen.

Unsere Arbeitsgruppe untersucht weiterhin den Zelleintritt-Prozess von Chikungunya-Viren.  Chikungunya-Virus ist ein wieder-auftretendes, humanpathogenes Virus und verursacht in den meisten Fällen eine akute Infektion. Ein Teil der infizierten Personen leidet jedoch an chronisch wiederkehrenden, schmerzhaften Gelenksentzündungen – Therapien oder Prophylaxe existiert bislang nicht. Das macht intensive Forschung zur Entwicklung schützender oder therapeutischer Optionen erforderlich: Mit Hilfe lentiviraler Vektoren, welche Chikungunya-Virus-Hüllproteine auf ihrer Oberfläche präsentieren, untersuchen wir neue immunologische und pharmakologische Inhibitionsmöglichkeiten.

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