Nanoinfektionsbiologie

Viren schaffen es trotz ihrer einfachen Struktur und geringen Größe sehr effizient in Wirtszellen einzudringen, diese zu infizieren und zu verändern. Die entscheidenden Prozesse involvieren hierbei die Interaktion nur weniger viraler und zellulärer Proteine. Jedoch ist der Kontakt entscheidend für den Ausgang der Infektion und die zelleigene Immunantwort. Wir studieren genau diese Prozesse, um zu verstehen, welche zellulären Prozesse durch die Virus-Zell Interaktion aktiviert werden und wie die Anwesenheit der Viren auf zellulärer Ebene interpretiert wird. Auf der Größenordnung einzelner Viren sind diese Prozesse, ihre Dynamik und strukturelle Voraussetzungen weitgehend unverstanden. Wir nutzen daher moderne Mikroskopieverfahren, die es erlauben, virale und zelluläre Nanostrukturen während der Infektion zu visualisieren.

Leitung

Dr. Christian Sieben

Viren sind mehrere Größenordnungen kleiner als die Zellen, die sie infizieren. In den letzten zehn Jahren haben wir die technologische Kompetenz erreicht, Infektionsprozesse auf dieser Skala zu visualisieren – eine aufregende und oft überraschende Sicht auf die Virusbiologie.

Christian Sieben

Christian Sieben hat an der TU Darmstadt Biologie studiert mit den Schwerpunkten Physiologie und Zellbiologie. Nach seiner Diplomarbeit in der pflanzlichen Zellbiologie, zog es ihn für seine Promotion an die Humboldt-Universität zu Berlin. Während dieser Zeit entwickelt er mikroskopische Verfahren, um die Infektion respiratorischer Viren auf der Ebene einzelner Zellen zu untersuchen.

Anschließend wechselte er an die EPFL in die Schweiz um sich mit der super-auflösenden Mikroskopie zu beschäftigen, die es ihm nun ermöglicht die Virus-Zell-Interaktion auf der Größenskala einzelner Viren zu untersuchen. Seit 2020 leitet Christian die Arbeitsgruppe Nanoinfektionsbiologie (NIVI) am HZI in Braunschweig.

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