Mechanismen des RNA-Recodings bei Infektionen

Verschiedene Virustypen wie Ebola, Influenza und HIV besitzen ein extrem kleines Genom, bei welchem RNA als genetisches Material verwendet wird. Damit ihre Gene von der Translationsmaschinerie des Wirtes in eine Vielzahl von Genprodukten umgeschrieben werden, haben sich verschiedene Strategien zu alternativer Translation entwickelt. Hierzu gehören unter anderem das Überlesen von Stopcodons oder die Verwendung alternativer ribosomaler Eintrittstellen (non-IRES initiation) und ribosomaler Rasterverschiebungen (Frameshifting). Interessanterweise werden diese Mechanismen auch bei der Expression der zellulären Gene des Wirtes verwendet. Durch unsere Forschung möchten wir die Prozesse verstehen, die es ermöglichen, auf einem RNA-Strang mehrere Proteine simultan zu codieren und wie dadurch Genexpression zeitlich und räumlich reguliert werden kann.

Leitung

Jun. Prof. Dr. Neva Caliskan

“Die Mechanismen des RNA-Recodings während Infektionen zu verstehen, wird uns neue Einblicke in die Regulierung der Translation gewähren und könnte zukünftig wertvolle Ansatzpunkte für neuartige Gentherapien liefern.”

Jun. Prof. Neva Caliskan

Neva Caliskan hat Molekularbiologie und Genetik an der Middle East Technical University in Ankara (Türkei) studiert und ihren Master an der International Max Planck Research School for Molecular Biology (Göttingen) im Jahr 2009 erhalten. Nach Abschluss ihrer Promotion im Jahr 2013 war sie zunächst Postdoc am Lehrstuhl für Physikalische Biochemie am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie und arbeitete anschließend von 2015-2017 als Projektleiterin am selben Institut. Seit Januar 2018 leitet sie die Forschungsgruppe “Recoding Mechanisms in Infections” (REMI) am Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung in Würzburg.

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