Forschungsprojekte (Drittmittel)



SPP 2002

Funktionelle Peptide, die die Virulenz von Yersinia pseudotuberculosis beeinflussen

Das enteropathogene Bakterium Yersinia pseudotuberculosis exprimiert eine Vielzahl von Pathogenitätsfaktoren, die das Überleben und die Vermehrung im Wirt ermöglichen. Bis heute konnten zahlreiche konservierte sowie Spezies-spezifische Strategien identifiziert werden, die dem Bakterium eine zeitlich und räumlich koordinierte Expression seiner Virulenzfaktoren ermöglichen. Mittels einer kürzlich durchgeführten Tissue dual RNA-Seq Analyse von Y. pseudotuberculosis im lymphatischen Gewebe konnten wir das gesamte Repertoire der während der Infektion exprimierten Gene sichtbar machen. Eine bioinformatische Analyse dieser Daten hat gezeigt, dass viele der nachgewiesenen Transkripte, einschließlich einiger nicht-kodierender RNAs und Transkripte von Virulenzgenen, kleine offene Leseraster (sORFs) für kleine Peptide (20-50 aa), sogenannte µ-Proteine, kodieren. Erste Experimente verdeutlichten, dass etwa 30% des getesteten Sets an vorhergesagten Kandidaten translatiert wird. Zudem deutet die Co-Lokalisierung mit bekannten Pathogenitätsfaktoren sowie die beobachtete Expression einiger vermuteter µ-Proteine darauf hin, dass sie Eigenschaften besitzen, die zur Virulenz beitragen. Ziel unseres Projektes ist es, das gesamte Repertoire von Y. pseudotuberculosis durch Ribosomen-Profiling und Proteomanalysen aufzuklären, um unsere bioinformatische Vorhersage zu validieren. Anschließend soll eine kleine Auswahl der identifizierten µ-Protein Kandidaten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eine bedeutende Rolle bei der Virulenz spielen, näher charakterisiert werden. In diesem Zusammenhang sollen ihre Regulation, molekulare Funktion, ihre Lokalisation in der bakteriellen Zelle, ihre Interaktionspartner und ihre Rolle bei der Pathogenese aufgeklärt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Charakterisierung von µ-Proteinen, die mit dem Yersinia Typ III Sekretionssystem (T3SS) koreguliert werden. Mit Hilfe des T3SS injiziert Yersinia antiphagozytotische Yop Effektorproteine in Zellen des angeborenen Immunsystems, um so seiner Vernichtung durch Phagozytose zu entgehen.

Beteiligte Gruppen

Koordinator

Professor Dr. Ruth Anne Schmitz-Streit

Geldgeber / Förderer

DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft

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