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SFB 900

Chronische Infektionen: Mikrobielle Persistenz und ihre Kontrolle

Vom jüngsten Lebensalter an ist der Mensch von vielen Mikroorganismen besiedelt, welche Mechanismen entwickelt haben, ihre Präsenz in unterschiedlichen Habitaten im menschlichen Körper über die gesamte Lebensdauer des Wirts aufrecht zu erhalten. Die Beziehung zwischen Mensch und persistierenden Mikroorganismen kann symbiotischer Natur sein – etwa im Fall einer Einbeziehung der intestinalen Bakterienflora in Stoffwechselprozesse oder der durch kolonisierende Bakterien und Viren geprägten Reifung des Immunsystems.

Auf der anderen Seite kann die Besiedlung des Wirts durch persistierende Mikroorganismen zu Erkrankung und Tod führen, wenn bestimmte mikrobielle Eigenschaften Krankheitsprozesse auslösen oder durch genetisch bedingte bzw. erworbene Schwächen des Wirts eine stabile Koexistenz mit normalerweise harmlosen Mikroben entweder nicht etabliert werden kann oder im Laufe des Lebens in einen pathogenen Verlauf übergeht.

Weltweit stellen chronische Infektionen durch HIV, HCV, Mycobacterium tuberculosis oder Helicobacter pylori u. a. eine wichtige Ursache für potentiell vermeidbare Erkrankungen und Tod dar. Ferner haben die Fortschritte der modernen Medizin auf dem Gebiet des Organersatzes und die gestiegene Lebenserwartung von Patienten mit genetisch bedingten Abwehrdefekten eine steigende Anzahl iatrogen immunsupprimierter oder anderweitig immunkompromittierter Personen zur Folge. Damit zusammenhängend nimmt die Bedeutung von opportunistischen Infektionen zu, von denen viele durch persistierende, im Immunkompetenten weitgehend harmlose Erreger verursacht werden.

Neue therapeutische Ansatzpunkte 

Angesichts der klinischen Probleme, welche durch chronische Infektionen hervorgerufen werden, wird es langfristig notwendig sein, neue therapeutische Ansatzpunkte zu identifizieren, um die Lebenserwartung und –qualität vieler unserer Patienten verbessern zu können. Wir wollen deshalb die grundlegenden Mechanismen besser verstehen, die für die Etablierung oder Aufrechterhaltung einer chronischen Infektion notwendig sind.

18 Teilprojekte

Diesem langfristigen Ziel dient der hier beantragte Sonderforschungsbereich. Durch die Zusammenarbeit von 18 Teilprojekten soll an verschiedenen Beispielen von chronisch persistierenden Mikroorganismen verstanden werden,

  • wie sich chronische Infektionserreger im infizierten Wirt etablieren,
  • wie sie es schaffen, durch fortlaufende Adaptation ihres Genoms oder Modulation ihrer Genexpression langfristig im infizierten Wirt zu persistieren, und
  • welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen, den Abwehrmechanismen des Wirts zu entkommen bzw. welche dieser Abwehrmechanismen essentiell für die Verhinderung oder Eindämmung einer Infektionen mit diesen Erregern sind.

Partner

Deutsche Forschungsgemeinschaft
Medizinische Hochschule Hannover
Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung
Twincore

Beteiligte Gruppen

Sprecher

Professor Dr. Thomas F. Schulz (MHH)

Homepage

http://www.mh-hannover.de/sfb900.html

Geldgeber / Förderer

DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft