Standorte des Helmholtz-Zentrums

Die Standorte des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung verteilen sich auf ganz Deutschland. Neben dem Hauptcampus in Braunschweig gibt es Einrichtungen in 4 weiteren Städten: Hamburg, Hannover, Saarbrücken und Würzburg.

Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS)

BEKANNTMACHUNG

Aufgrund der aktuellen Covid-19 Pandemie und den entsprechenden Verfügungen der Landesregierung des Saarlandes befindet sich das Institut seit Dienstag, den 17.03.2020, im Notbetrieb und hat voraussichtlich bis zum 24.04.2020 seinen regulären wissenschaftlichen Betrieb eingestellt. Hiervon ausgenommen ist die Beteiligung des HIPS an mehreren Projekten zur Untersuchung sowie der Diagnostik des neuartigen Coronavirus:

  • Im Rahmen der „Corsaar“-Studie werden in Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes und der Uniklinik Homburg Daten und Blutproben von Betroffenen gesammelt und ausgewertet. Ziel ist es, den Erkrankungsverlauf von Covid-19 Patienten besser vorhersagen zu können, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren und neue Therapieverfahren zu entwickeln. Die gesammelten Blutproben werden am HIPS mit Hilfe moderner massenspektrometrischer Methoden analysiert. Darüber hinaus, übernimmt das HIPS in der Corsaar-Studie koordinierende Aufgaben.
  • Um möglichen Engpässen bei Covid-19 Tests entgegen zu wirken, stellt das HIPS derzeit Personal an die Uniklinik Homburg ab. Zur Erhöhung der Testkapazitäten im Land wurde am HIPS eine eigene Diagnostik etabliert, welche es erlaubt zusätzliche qPCR-basierte Covid-19 Tests durchzuführen.
  • Das HIPS beteiligt sich an einer Studie zur Prävalenz von Covid-19 in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. Dabei werden Patientenproben aus einzelnen Einrichtungen gesammelt und der Virusdiagnostik zugeführt. Ziel ist der Schutz dieser Einrichtungen durch ein frühzeitiges Erkennen von Erkrankungen.
  • Mehrere Forschungsprojekte und Forschungsanträge zu therapeutischen Ansätzen für die Behandlung von Covid-19 befinden sich aktuell in der Planungsphase.

 Abgesehen von den Corona-spezifischen Aktivitäten gilt für die Dauer des Notbetriebs:

  • Es ist keine reguläre Forschungsarbeit im Institutsgebäude möglich.
  • Der Zutritt zum Institutsgebäude ist bis auf Weiteres nur noch für bereits festgelegtes Notpersonal gestattet. Alle sonstigen Mitarbeiter dürfen das Gebäude nicht mehr betreten.
  • Die Notfunktionen des Institutsbetriebs werden durch das Notpersonal gewährleistet.
  • Für die Dauer des Notbetriebs sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen, dem Krisenstab eine Erkrankung oder positive Testung auf SARS-CoV-2 mitzuteilen.
  • Die Aufhebung des Notbetriebs wird allen Mitarbeitern über die Hotline und per Email mitgeteilt.

Antibiotika-Resistenzen sind weltweit eine der großen Herausforderungen bei Infektionskrankheiten. Hier setzt das neue Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) an. Das Institut wurde im August 2009 vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) Braunschweig und der Universität des Saarlandes gegründet, mit dem Ziel, zur Entwicklung neuer Arzneimittel und Therapieoptionen gegen Infektionskrankheiten beizutragen.

Die Forscher am HIPS suchen nach neuen Wirkstoffen und verbessern diese für die Anwendung am Menschen. Zudem untersuchen sie, wie der Wirkstoff an seinen  Bestimmungsort gelangt. Damit geht das HZI den Weg der Translation konsequent weiter und leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsforschung. Neue Erkenntnisse erreichen damit rascher den Patienten.

Das Institut ist eine Außenstelle des HZI in Braunschweig und das erste öffentlich geförderte Forschungsinstitut in Deutschland, das explizit der Pharmazie gewidmet ist. Damit ist die Helmholtz-Gemeinschaft, die größte deutsche Forschungsorganisation, nun auch im Saarland vertreten. Das HIPS besteht zukünftig aus drei Abteilungen und drei Nachwuchsgruppen. Professor Rolf Müller ist neben seiner Position als Abteilungsleiter auch geschäftsführender Direktor, die Professoren Anna Hirsch und Claus-Michael Lehr leiten die weiteren Abteilungen.

Entwicklung neuer Wirkstoffe und Anti-Infektiva

Die Forschung des HIPS dreht sich rund um die Entwicklung neuer Wirkstoffe und Anti-Infektiva: Rolf Müllers Schwerpunkt liegt in mikrobiellen Wirkstoffen, vornehmlich aus Myxobakterien (Abteilung MINS, Mikrobielle Naturstoffe). Anna Hirsch Forschung ist auf Pharmazeutische und Medizinische Chemie spezialisiert (Abteilung DDOP, Wirkstoff Design und Optimierung). Claus-Michael Lehr untersucht den gezielten Wirkstofftransport zum Krankheitsherd (Abteilung DDEL, Wirkstoff-Transport).

Im Januar 2011 hat Andriy Luzhetskyy seine Nachwuchsgruppe am HIPS eingerichtet. Er entwickelt neue Werkzeuge für die Actinomyceten-Genetik und setzt diese auf dem Gebiet der mikrobiellen Genetik von Naturstoffproduzenten ein (Nachwuchsgruppe AMEG, Metabolisches Engeneering von Actinomyceten).

Gentechnische und genomanalytische Verfahren

Das Forschungsspektrum des HIPS umfasst gentechnische und genomanalytische Verfahren zur Optimierung von Naturstoffproduzenten und Leitstrukturen sowie zum verbesserten Transport von Arzneistoffen an ihren Wirkort. Die Kombination aus Fachwissen der Infektions- und pharmazeutischen Forschung von HZI und HIPS nimmt eine einzigartige Position in Deutschland und Europa ein, besonders im Hinblick auf die Entwicklung neuer Anti-Infektiva.

Kombinierte Forschungsaktivitäten und Erfahrungen

Die komplementäre Expertise erlaubt abgestimmte und synchrone Ansätze zur Entdeckung und Analyse neuer Produzenten potenzieller Wirkstoffe, deren Verbesserung und biologische Charakterisierung sowie die Entwicklung einer optimalen Formulierung. Dadurch entsteht eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Identifizierung und Anwendung neuer Naturstoffe, auch um deren Einsatz in klinischen Studien zu beschleunigen.

Die kombinierten Forschungsaktivitäten und Erfahrungen der Wissenschaftler des HIPS, des HZI und weiterer regionaler Partnerinstitute ermöglichen es, in der Medikamentenentwicklung das Spektrum von der Wirkstoffentdeckung bis hin zu klinischen Studien abzudecken. Somit wird eine erfolgreiche Umsetzung von Translationsforschung erreicht.

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  • HIPS Infofilm

Partner: Universität des Saarlandes

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