Standorte des Helmholtz-Zentrums

Die Standorte des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung verteilen sich auf ganz Deutschland. Neben dem Hauptcampus in Braunschweig gibt es Einrichtungen in fünf weiteren Städten: Hamburg, Hannover, Saarbrücken, Würzburg und Greifswald.

Helmholtz-Institut für One Health (HIOH)

Am 26. April 2022 fand in Greifswald die Gründungsfeier für das Helmholtz-Institut für One Health (HIOH) statt. An der Gründungsfeier teilgenommen haben neben den Vorständen der Gründungspartner und dem Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Otmar D. Wiestler, unter anderem die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, sowie die Landesministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, Bettina Martin.

Videogalerie

Aufzeichnung der Grußworte
  • Grußwort von Dr. Chikwe Ihekweazu (WHO) zur Gründungsfeier des Helmholtz-Instituts für One Health
  • Prof. Lothar Wieler (RKI) zur Gründungsfeier des Helmholtz-Instituts für One Health
  • Stefanie Drese zur Gründungsfeier des Helmholtz-Instituts für One Health
  • Grußbotschaft von Patrick Dahlemann zur Gründungsfeier des Helmholtz-Instituts für One Health

Das Programm der Gründungsfeier finden Sie hier.

Das Helmholtz-Institut für One Health (HIOH) in Greifswald ist ein neues Institut des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI). Das Institut ist eng vernetzt mit seinen lokalen Gründungspartnern: der Universität Greifswald, der Universitätsmedizin Greifswald und dem Friedrich-Loeffler-Institut. Das HIOH wird sich mit der Bedrohung durch das Auftreten neuartiger Krankheitserreger sowie mit der Veränderung bekannter Krankheitserreger, einschließlich deren antimikrobieller Resistenzen (AMR), befassen. Das HIOH wird einen umfassenden Forschungsansatz verfolgen, der auch die integrierte Überwachung und Verbesserung der Gesundheit von Mensch und Tier sowie von Umwelt- und Klimafaktoren umfasst.

Die derzeitige Weltbevölkerung von etwa 8 Milliarden Menschen wird den Prognosen zufolge bis zum Jahr 2100 auf über 11 Milliarden anwachsen. Aufgrund des weltweit zunehmenden anthropogenen Einflusses verändert sich das Klima, der Kontakt zwischen Mensch und Tier wird intensiver und immer mehr Wildnis wird in Ackerland umgewandelt. Zusammengenommen führen diese Veränderungen zu einem erhöhten Risiko für die Übertragung von Zoonosen aus der großen mikrobiellen Vielfalt in Wildtieren und der Umwelt auf den Menschen. Durch die Globalisierung können sich lokal auftretende Krankheitserreger rasch weltweit ausbreiten, wie kürzlich bei der COVID-19-Pandemie zu beobachten war. Die rasche Entwicklung von Resistenzen gegen Impfstoffe und Therapeutika verschärft die von Zoonosen ausgehende Bedrohung weiter. Dies bedeutet, dass die globale menschliche Gesundheit ein Produkt der Interaktionen des Menschen mit Tieren und der Umwelt ist. Daher werden isolierte Ansätze, die sich auf die Gesundheit von Mensch oder Tier konzentrieren, nicht ausreichen, um die Entstehung von Krankheiten zu verstehen und die Entwicklung von Präventivmaßnahmen zu verhindern. Integrative transdisziplinäre Ansätze, die im Rahmen eines One Health Konzepts arbeiten, d. h. eines ganzheitlichen Ansatzes, der sich auf die Gesundheit von Menschen und Tieren in ihrer Umwelt konzentriert, sind eindeutig erforderlich, um diese komplexen, vielschichtigen Probleme zu bewältigen.

Das Forschungskonzept

Das Helmholtz-Institut für One Health wird einen solchen interdisziplinären Ansatz verfolgen. Der Schwerpunkt dieses neuen Standorts des HZI liegt auf der Untersuchung der Schnittstellen zwischen der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt durch longitudinale und umfassende Probenahmen, Datenerhebungen und -analysen in Bezug auf neu auftretende Infektionen/Mikroorganismen und Resistenzen in zwei Modellregionen. Einer der Forschunksschwerpunkte wird sich mit den afrikanischen Tropen befassen, da dieses Gebiet ein Hotspot für das Auftreten von Krankheiten und antimikrobiellen Resistenzen ist. Das andere Schwerpunktgebiet wird direkt vor der Haustür des HIOH in Mecklenburg-Vorpommern liegen. Die Studien in den Schwerpunktgebieten werden durch drittmittelfinanzierte weitere und globale Studien in zusätzlichen Hochrisikogebieten wie z.b. Asien, komplementiert. Das HIOH wird umfassende longitudinale Gesundheitsdaten als auch Daten über Krankheitserreger an den Schnittstellen zwischen Mensch und Tier generieren, analysieren und integrieren.

Diese Tätigkeiten werden durch die Einbettung des HIOH in das bestehende Netzwerk der international renommierten Gründungsinstitutionen maßgeblich gestärkt, durch das ein breites Spektrum von Schlüsseldisziplinen synergetisch eingebracht wird, insbesondere Human- und Veterinärmedizin, Mikrobiologie, Virologie, Epidemiologie, Arzneimittelforschung, Biodiversitätsforschung, Anthropologie, Soziologie, Evolutionsbiologie und Ökologie. Die Qualität, Quantität und Vielfalt der integrierten Daten, die das HIOH generiert, wird ein neues mechanistisches Verständnis dafür ermöglichen, welche Störungen durch Veränderungen einzelner Parameter hervorgerufen werden, und damit Chancen eröffnen, die Ausbreitung gefährlicher Mikroben in Zukunft besser zu kontrollieren. Die drei geplanten Forschungsabteilungen werden sich künftig mit (1) Ökologie und Entstehung von Zoonosen, (2) Epidemiologie und Ökologie von antimikrobiellen Resistenzen und (3) Pathogen-Evolution beschäftigen. Zwei Core Units und drei Nachwuchsgruppen werden diese Abteilungen ergänzen und zusätzlichen Raum für weitere innovative und translationale Ansätze bieten.

Mit seinem integrierten und zeitgemäßen wissenschaftlichen Konzept, einem einzigartigen Cluster von komplementären Gründungspartnern und einer hochmodernen Infrastruktur in Greifswald wird das HIOH ein lebendiges Forschungsumfeld für deutsche und internationale Wissenschaftler bieten, um drängende globale Probleme anzugehen. Die Synergie zwischen dem HIOH und seinen Mutterinstitutionen wird hochgradig integrative Forschung und deren Translation in die Prävention und Therapie von Infektionskrankheiten im Rahmen von One Health fördern. In Zukunft werden das HIOH und seine Partner wichtige Beiträge zu einer verbesserten „Pandemic Preparedness“ und einer effektiveren Bekämpfung von antimikrobiellen Resistenzen im Rahmen des One Health Ansatzes leisten.

Social Media

Hier kommen Sie zum Twitter-Account des Helmholtz-Instituts für One Health

Radiofeature bei DLF Kultur

SARS-CoV-2 wird nicht der letzte neuauftretende Erreger sein. Daher ist die Vorhersage und Risikobewertung mittels moderner Datenverarbeitung zentral für die effektive Bekämpfung zukünftiger Pandemien. Dieses Radiofeature widmet sich der Frage, wie Big Data im Kampf gegen Pandemien helfen kann und sprach dafür u.a. mit HIOH-Forscher Fabian Leendertz. [zum Beitrag]

Kontakt

Helmholtz Institut für One Health 
c/o Universität Greifswald
Felix-Hausdorff-Str. 1 
17489 Greifswald
Telefon: +49 3834-3916-101

E-Mail: hioh-info@helmholtz-hzi.de

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