27.10.2012, 10:30

KrankheitsErregend: Tuberkulose – Der wiederkehrende Schrecken der Schwindsucht

Tuberkulose

Die großen Seuchen – eine Vortragsreihe am HZI

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation kostete die Tuberkulose im Jahr 2010 1,4 Millionen Menschen das Leben. Fast neun Millionen erkrankten daran, die meisten von ihnen aus einkommensschwachen Ländern. Seit der Entdeckung des Mycobacterium tuberculosis durch Robert Koch 1882 kennt man den verantwortlichen bakteriellen Erreger. Mit den ein halbes Jahrhundert später entwickelten Chemotherapeutika glaubte man, die „Schwindsucht“ ausrotten zu können. Heutzutage sind jedoch viele Tuberkulosebakterien resistent und die Tuberkulose damit schwer therapierbar – neue Schnelldiagnostika und Antibiotika werden dringend benötigt. Die zweite Veranstaltung im Rahmen der Reihe „KrankheitsErregend“ am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) am 27. Oktober befasst sich mit den historischen und klinischen Aspekten von Tuberkulose und bietet einen Einblick in die aktuelle Forschung.

Im Mittelalter entvölkerte die Pest, der „Schwarze Tod“, weite Landstriche Europas: Mitte des 14. Jahrhunderts starben nach Schätzungen ein Drittel aller Menschen in Europa an der Krankheit. Die Katastrophe wirkte sich auf Geschichte, Kultur und Religion jenes Zeitalters dramatischer aus als mancher Krieg. Auch spätere Epidemien beeinflussten Bewusstsein und Lebensgefühl der Menschen erheblich. Weil die Tuberkulose besonders während der industriellen Revolution ähnlichen Schrecken verbreitete wie einige Jahrhunderte zuvor die Pest und die Erkrankten blass erscheinen, nannte man sie „weiße Pest“. Noch heute zählt Tuberkulose zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Die Spanische Grippe, die im Jahr 1918 wütete, kostete mehr Menschen das Leben als der vorangegangene Erste Weltkrieg. Und die AIDS-Epidemie, die in den frühen 80er Jahren ihren Ausgang nahm, veränderte nicht nur Lebensgewohnheiten und Sexualverhalten vieler Millionen Menschen, sie verschob auch die demographischen, politischen und wirtschaftlichen Gewichte ganzer Kontinente, insbesondere Afrikas.

Was sind die biologischen und medizinischen Ursachen dieser Seuchen-Katastrophen? Wie entstehen sie, wie verschwinden sie wieder? Welche Rolle spielen die einstigen „Geißeln der Menschheit“ heute noch, und welche neuen Infektionskrankheiten könnten uns künftig zu schaffen machen?

Mit diesen Fragen befasst sich im Herbst die Vortragsreihe „Die großen Seuchen“ am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Das HZI organisiert die Reihe in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). An vier Samstagvormittagen informieren Fachleute über jeweils eine weltgeschichtlich bedeutsame Epidemie. Es gibt je eine Veranstaltung zu Pest, Tuberkulose, Grippe und AIDS.

Alle interessierten Bürger sind zu den Vorträgen eingeladen. Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung nicht nötig.

(Bild: Bundesarchiv / Bild 183-08250-0003 / Illus Illner)

Datum

27.10.2012, 10:30

Veranstaltungsort

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Gebäude und Raum

Forum, X0.13

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 10:30 Uhr und enden voraussichtlich um 12:30 Uhr. Bei den Vortrags-Events werden drei Referenten zu hören sein, die jeweils etwa 20 Minuten sprechen: Ein Medizinhistoriker, ein klinischer Mediziner und ein Grundlagenforscher, der über neueste Erkenntnisse zum Thema berichten wird.

Im Anschluss bietet eine moderierte Diskussion Gelegenheit zu Zuschauer-Fragen.

 

REFERENTEN

 

Prof. Christoph Gradmann
University of Oslo, Institute of Health and Society
Was war, was ist die Tuberkulose? Eine medizinhistorische Spurensuche

 

Prof. Christoph Lange
Forschungszentrum Borstel, Medizinische Klinik
Tuberkulose in Europa

 

Prof. Stefan Ehlers
Forschungszentrum Borstel, Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften
Die Rückkehr der Tuberkulose - wie kann Grundlagenforschung zur Problemlösung beitragen?

So erreichen Sie uns in Braunschweig

Lage des Helmholtz-Zentrums in der Stadt Braunschweig.

Adresse

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Inhoffenstraße 7
38124 Braunschweig

Anreise mit dem Auto

Aus Richtung Berlin/Wolfsburg/Helmstedt:

  • A2 bis zum Kreuz Wolfsburg/Königslutter > A39 in Richtung Kreuz BS-Süd/Wolfenbüttel/Bad Harzburg
  • A39 bis zum Kreuz BS Süd > A395 Richtung Wolfenbüttel - A395 bis zur Ausfahrt BS-Stöckheim >Rechts abbiegen auf den Mascheroder Weg - Nach 500m links in die Inhoffenstraße abbiegen

 Aus Richtung Celle/Hannover:

  • A2 bis zum Kreuz BS Nord > A391 Richtung Kreuz BS Süd/Bad Harzburg/Wolfenbüttel
  • A391 bis zum Kreuz BS Süd > A395 Richtung Wolfenbüttel
  • A395 bis zur Ausfahrt BS-Stöckheim > Rechts in den Mascheroder Weg abbiegen - Nach 500m links in die Inhoffenstraße abbiegen

Aus Richtung Kassel/Salzgitter:

  • A7 bis zum Kreuz Salzgitter > A39 Richtung Berlin/Braunschweig/Salzgitter
  • A39 bis zum Kreuz BS-Süd > A39 Richtung Wolfenbüttel
  • A395 bis zur Ausfahrt BS-Stöckheim > Rechts in den Mascheroder Weg abbiegen
  • Nach 500m links in die Inhoffenstraße abbiegen

 

Anreise mit der Bahn

Braunschweig ist mit jeweils zwei ICE- und Intercity-Linien an das Fernverkehrssystem der Deutschen Bahn angeschlossen. Die ICE-Linien 11 und 12 verdichten die Strecke Berlin Ostbahnhof - Mannheim Hauptbahnhof gemeinsam zu einem Stundentakt, während die Intercity-Linien 55 und 56 die Strecke Leipzig-Hannover in einem stündlichen Takt bedienen.

Nähere Reiseinformationen und Fahrplanauskünfte erhalten Sie hier.

Bus oder Tram

Nehmen Sie Buslinie 431 oder  Tramlinie 1 vom Hauptbahnhof  bis zur Haltestelle "Stöckheimer Markt". Biegen Sie links in den "Mascheroder Weg" ab und nach 500m rechts in die "Inhoffenstraße". 

Weitere Links:

Internetseite der Braunschweiger Verkehrs-AG
Elektronische Fahrplanauskunft (EFA)
Stadtplan der Stadt Braunschweig

Anreise mit dem Flugzeug

Der Flughafen Hannover ist rund 60km entfernt und die Fahrt nach Braunschweig dauert eine Stunde. Züge fahren stündlich in Richtung Braunschweig.

Vom Internationalen Flughafen Frankfurt aus erreichen Sie Braunschweig in drei Stunden mit dem Zug. Frankfurt ist ca. 350km von Braunschweig entfernt.

Die Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel sind ca. 120 Minuten und 230km von Braunschweig entfernt. Züge fahren hier ebenfalls stündlich in Richtung Braunschweig.

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