23.01.2019

Jörg Vogel erhält Feldberg-Preis 2019

HIRI-Direktor wird für deutsch-britischen Austausch in der Wissenschaft ausgezeichnet

Der Feldberg-Preis für deutsch-britischen Austausch in den Lebenswissenschaften geht 2019 an Prof. Jörg Vogel aus Würzburg. Wie die Stiftung kürzlich mitteilte, sind Vogel auf der deutschen Seite und Prof. Anne Ferguson-Smith aus Cambridge auf der britischen Seite die diesjährigen Preisträger der Feldberg-Stiftung. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, den wissenschaftlichen Austausch zwischen deutschen und britischen Forschern zu fördern, um über Landesgrenzen hinweg eine fruchtbare Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Feldbergpreis_Vogel_590x240.jpgProf. Jörg Vogel, Gründungsdirektor des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung. © HZI/HIRI/Mario SchmittDer RNA-Forscher und Mikrobiologe Jörg Vogel ist der Gründungsdirektor des neuen Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI), dem Würzburger Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung. Dazu leitet er das Institut für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und ist Gastprofessor am Imperial College in London. Für nicht-kodierende RNA-Moleküle interessierte sich Vogel bereits während seines Studiums in Deutschland und Großbritannien. Auf die Promotion in Berlin folgten Postdoc-Aufenthalte in Schweden und Israel. Internationale Zusammenarbeit war für ihn seit jeher essenziell.

„Ich freue mich über diesen Preis ganz besonders“, sagt Vogel. „Die Wissenschaft – egal in welchem Bereich – lebt von multinationaler Zusammenarbeit. Durch den Austausch mit Forschern aus anderen Ländern können wir entscheidende Fragen der Lebenswissenschaften besser beantworten und das Leben der Menschen zum Besseren verändern.“

Mit der Verleihung des diesjährigen Preises setzt die Feldberg-Stiftung einen wichtigen Akzent in Zeiten nationaler Isolierungsbestrebungen. Der anstehende Brexit könne negative Folgen für die Zusammenarbeit von britischen Forschern mit ihren Kollegen aus Kontinentaleuropa haben, betont Jörg Vogel. „Wissenschaftler jeden Alters und aus allen Bereichen müssen sich ihre Fortschrittlichkeit bewahren und die Gesellschaft voranbringen. Ländergrenzen und nationalistische Tendenzen dürfen uns davon nicht abhalten.“ Besonders wichtig sei ihm, dass junge Forscherinnen und Forscher den Schritt ins Ausland wagen. Der aktive Austausch mit Wissenschaftlern aus anderen Ländern helfe uns, neue Ideen zu entwickeln und den eigenen Horizont zu erweitern.

Über den Feldberg-Preis:

Die Feldberg-Stiftung ist benannt nach dem 1900 in Hamburg geborenen deutschen Professor Wilhelm Feldberg. Nach dem Medizinstudium in Heidelberg und München arbeitete Feldberg in Großbritannien und kehrte 1930 nach Deutschland zurück. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 zwang ihn jedoch zur Flucht. An seinem ehemaligen Institut in London konnte er seine Forschung an körpereigenen Signalmolekülen, beispielsweise Histamin, in sicherer Umgebung vorantreiben. Es folgten Stationen in Australien und Cambridge, bevor Feldberg 1949 nach London zurückkehrte und dort bis 1990 aktiv war. Feldberg gehörte nach Kriegsende zu den ersten Emigranten, die wieder Kontakt mit deutschen Kollegen aufnahmen. Seine vom deutschen Staat nachgezahlten Hochschullehrer-Bezüge in Verbindung mit Entschädigungsgeldern nutzte Feldberg 1969 für die Gründung der nach ihm benannten Stiftung. Seither werden jährlich ein deutscher und ein britischer Wissenschaftler mit diesem Preis ausgezeichnet. Die Preisträger wählen selbst aus, an welchem Institut im Partnerland sie den Preis entgegennehmen und ihren Ehrenvortrag, die Feldberg Lecture, halten. Weitere Informationen zur Feldberg-Stiftung unter: https://www.feldbergfoundation.org/

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