04.04.2019

Chemiker Phil Baran erhält Inhoffen-Medaille 2019

HZI und Technische Universität Braunschweig ehren Spezialisten für organische Synthese

Medizinisch relevante Wirkstoffe finden sich häufig in der Natur. Um sie für Arzneimittel nutzbar zu machen, müssen sie aus natürlichen Quellen isoliert werden. Ist dies nicht in ausreichender Menge möglich, kommt die chemische Synthese ins Spiel. Ohne sie wären viele Wirkstoffe für Medikamente nicht ökonomisch nutzbar. Aus diesem Grund hat es sich Phil S. Baran vom Scripps Research Institute in La Jolla, USA, zum Ziel gemacht, die perfekte Synthese zu entwickeln. Seine Methoden und Reagenzien finden breite Anwendung in der chemischen Grundlagenforschung sowie der Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe und werden erfolgreich kommerziell vermarktet. Für seine Leistungen zeichnet ihn der Förderverein des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) mit der Inhoffen-Medaille aus.

phil-baran-macarthur-genius-grant-background-1024x683__c_www.baranlab.org_590x240.jpgPhil Baran © www.baranlab.org„Mit der Inhoffen-Medaille zeichnen das HZI und die Technische Universität Braunschweig den weltweit herausragenden Forscher im Bereich der Naturstofftotalsynthese aus. Phil Baran hat in kürzester Zeit die organische Naturstoffsynthese revolutioniert und innovative Impulse auch in der synthetischen Methodik gesetzt“, sagt Prof. Peter H. Seeberger, Laudator und Direktor des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung, über Barans Leistungen.

Phil Baran gehört zu den herausragenden Naturstoffchemikern unserer Zeit. Er konnte die Effizienz der Synthese hochkomplexer Naturstoffe erheblich steigern, indem er eine Vielzahl neuer Methoden etablierte, mit denen vorbereitende und nicht-aufbauende Syntheseschritte minimiert werden

Prof. Mark Brönstrup, Leiter der Abteilung Chemische Biologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Phil Baran studierte Chemie an der New York University und wurde 2001 am Scripps Research Institute (SRI) promoviert. Anschließend arbeitete er als Wissenschaftler an der Harvard University und kehrte 2003 für die Habilitation zurück ans SRI, wo er seine eigene Forschungsgruppe aufbaute. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehören unter anderem ein Mukaiyama Award, die Emmanuel Merck Vorlesung und ein MacArthur Fellowship.

Der vom Förderverein des HZI vergebene und mit 8000 Euro dotierte Inhoffen-Preis gilt als die angesehenste deutsche Auszeichnung auf dem Gebiet der Naturstoffchemie. Er wird im Rahmen der Inhoffen-Vorlesung verliehen, einer gemeinsamen Festveranstaltung des HZI, der Technischen Universität Braunschweig und des Fördervereins des HZI. Die Ehrung findet am Freitag, 12. April, um 15 Uhr im Forum des HZI statt.Im Rahmen der Inhoffen-Vorlesung würdigt der Förderverein des HZI auch herausragende lebenswissenschaftliche Dissertationen. Träger der mit je 1000 Euro dotierten Förderpreise sind in diesem Jahr Dr. Katharina Borst vom TWINCORE – Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung und Dr. Michael Kany vom HZI-Standort Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland. Borst erforschte das Verhalten myeloider Leberzellen während der Infektion mit viraler Hepatitis, Kany beschäftigte sich mit Zielstrukturen für Pathoblocker in krankheitserregenden Bakterien.

Zum Gedenken an den 1992 verstorbenen Chemiker Hans Herloff Inhoffen veranstalten die Technische Universität Braunschweig und das HZI (damals noch: Gesellschaft für Biotechnologische Forschung, kurz GBF) seit 1994 jährlich die Inhoffen-Vorlesung, bei der der gleichnamige Preis vergeben wird. Inhoffen lehrte von 1946 bis 1974 an der Technischen Universität Braunschweig und amtierte dort von 1948 bis 1950 als Rektor. Er gründete darüber hinaus 1965 das Institut für Molekulare Biologie, Biochemie und Biophysik (IMB), das Vorläufer-Institut der GBF und damit des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung.

Foto- und Interview-Termin

Im Vorfeld der Veranstaltung besteht um 14:30 Uhr für Medienvertreter die Möglichkeit, die Preisträger zu treffen und zu fotografieren. Nähere Auskünfte erhalten Sie unter der Telefonnummer 0531 6181-1400 bei Susanne Thiele, Leiterin Presse und Kommunikation am HZI.

Kontakt für die Medien

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