Zunehmende Bedrohung der öffentlichen Gesundheit in Deutschland durch dauerhafte Gesundheitseinschränkungen

Global Burden of Disease Study analysiert Daten von 301 akuten und chronischen Krankheiten und Verletzungen in 188 Ländern

09.06.2015

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Die Global Burden of Disease Study erfasst das Auftreten von 301 akuten und chronischen Krankheiten und Verletzungen in 188 Ländern zwischen 1990 und 2013. Die Ergebnisse wurden nun im renommierten Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht. Fazit für Deutschland: Die Menschen leben länger, sind aber gleichzeitig auch länger krank. Auch global stieg die Zahl der Jahre, die Menschen mit eingeschränkter Gesundheit lebten, deutlich. Geleitet wurde die Studie vom Institute for Health Metrics and Evaluation in Washington. Auch Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig waren daran beteiligt.

„Der Einfluss von nicht unmittelbar zum Tode führenden Krankheiten auf die öffentliche Gesundheit in Deutschland wurde noch nie so systematisch untersucht“, sagt Dr. André Karch, Wissenschaftler in der Arbeitsgruppe Epidemiologische und Statistische Methoden am HZI. Die Studienergebnisse zeigen, dass in Deutschland vor allem Rücken- und Nackenschmerzen, Diabetes, Morbus Alzheimer, aber auch Schwerhörigkeit und psychische Erkrankungen eine zunehmende Bedrohung für die Gesundheit der Menschen darstellen. Eine Tendenz, die global ebenfalls zu beobachten ist: die Anzahl der Jahre, die Menschen mit eingeschränkter Gesundheit lebten stieg global um etwa 40 Prozent.

„Die Studie zeigt, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten zwar die Lebenserwartung in Deutschland deutlich verbessert hat, dauerhafte Gesundheitseinschränkungen aber gleichzeitig immer häufiger geworden sind“, sagt Karch. „Gerade die Forschung zu Prävention und bestmöglicher Versorgung der zugrundeliegenden Erkrankungen sollte intensiviert werden, da langfristige Gesundheitseinschränkungen nicht nur mit einem hohen Leidensdruck für die betroffenen Patienten verbunden sind, sondern auch zu enormen Kosten für das Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft im Ganzen führen.“

Mehr über die Studie erfahren Sie unter: www.healthdata.org/news-release/death-rates-decline-nonfatal-diseases-and-injuries-take-bigger-toll-health-worldwide