Über biologische Grenzen hinweg

16. bis 21. Februar: Internationale Konferenz „Biological Barriers“ in Saarbrücken

05.02.2014

Haarfollikel, hier in einer fluoreszenzmikroskopischen Aufnahme, könnten ein Weg sein, um Wirkstoffe "nadelfrei" durch die Barriere Haut zu bringen.

HIPS

Wie gelangen Medikamente im Körper an ihr Ziel? Wie kann Nanotechnologie den Transport von Wirkstoffen über biologische Barrieren hinweg ermöglichen? Und welche Methoden nutzen Wissenschaftler, um solche Vorgänge zu untersuchen? Diese und weitere Themen stehen im Mittelpunkt der Konferenz „Biological Barriers“ vom 16. bis 21. Februar 2014. Veranstalter der Tagung sind die Universität des Saarlandes und das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), eine Außenstelle des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig.

Ohne biologische Barrieren würde es Leben, wie wir es kennen, nicht geben. Gleichzeitig können sie ein Grund sein, warum lebenswichtige Medikamente nicht an ihren Bestimmungsort gelangen. Biologische Barrieren – Zell- oder Schleimschichten – kontrollieren das Zusammenspiel zwischen Körperinnerem und -äußerem. Beispiele hierfür sind die Haut sowie die Schleimhäute der Lunge und des Darmes, aber auch der Schleim selbst. Insbesondere bei der Bekämpfung von Infektionserkrankungen kommen Biofilme und bakterielle Zellwände als weitere Barrieren dazu. Die von der Natur vorgesehene Funktion, bestimmte, möglicherweise schädliche Stoffe aus Organen fernzuhalten, wird dann zum Problem, wenn für den Therapieerfolg benötigte Wirkstoffe am Überschreiten der Barrieren gehindert werden.

Vom 16. bis 21. Februar kommen in Saarbrücken etwa 200 Wissenschaftler aus aller Welt zusammen, um sich über die neuesten Forschungserkenntnisse auf diesem Gebiet auszutauschen. Erwartet werden 35 internationale Referenten von renommierten Einrichtungen wie dem schwedischen Karolinska-Institut, der Harvard University oder dem Massachusetts Institute of Technology, aber auch aus Australien und China. Der europäische Ableger des „Center for Alternatives to Animal Testing“ (CAAT-Europe) ist in diesem Jahr offizieller Partner der Veranstaltung. CAAT unterstützt die Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen – ein Thema, dem sich Wissenschaftler im Rahmen der Entwicklung von In-vitro-Modellen widmen, mit denen sie biologische Barrieren simulieren.

„Die Saarbrücker Konferenz hat sich zu einer festen Größe in der internationalen Forschung an biologischen Barrieren entwickelt“, sagt Prof. Claus-Michael Lehr, einer der Organisatoren und Abteilungsleiter am HIPS. Die Veranstaltung wurde von der Universität des Saarlandes ins Leben gerufen und findet alle zwei Jahre statt – mittlerweile zum zehnten Mal. Seit 2012 beteiligt sich das HIPS an der Organisation. Lehr: „Das Programm bietet viele Möglichkeiten, sich mit Forscherkollegen auszutauschen und internationale Kontakte aufzubauen.“

Die beiden letzten Konferenztage bieten den Teilnehmern darüber hinaus die Möglichkeit, in Laborkursen theoretisches und praktisches Wissen über aktuelle Methoden der Hautforschung und der Nanomedizin zu erlangen. Ein detailliertes Programm sowie ein Anmeldeformular sind im Internet verfügbar: www.uni-saarland.de/biobarriers2014

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern.
www.helmholtz-hzi.de


Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS)

Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) ist eine Außenstelle des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und wurde im Jahr 2009 vom HZI und der Universität des Saarlandes gegründet. Die Forscher suchen hier insbesondere nach neuen Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten, optimieren diese für die Anwendung am Menschen und erforschen, wie sie am besten durch den Körper zum Wirkort transportiert werden können.

Die Universität des Saarlandes
Die Saar-Universität ist international bekannt durch die Informatikforschung und die Nano- und Lebenswissenschaften. Allein in den Lebenswissenschaften, vor allem der Medizin, Pharmazie und Biologie sowie den Naturwissenschaften, forschen über 600 Wissenschaftler auf dem Uni-Campus in Saarbrücken. Die engen Beziehungen zu Frankreich und der Europa-Schwerpunkt sind weitere Markenzeichen.
www.uni-saarland.de