Saar-Universität erhält Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland

Erste Forschungseinrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft mit Schwerpunkt Pharmazeutische Wissenschaften

24.08.2009

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Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig (HZI) und die Universität des Saarlandes haben heute auf dem Campus der Universität in Saarbrücken das gemeinsame Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) gegründet. Das Gründungs-Memorandum wurde unterzeichnet von der Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan, dem saarländischen Wissenschaftsminister Joachim Rippel, dem Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur Lutz Stratmann, dem Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft Jürgen Mlynek sowie von HZI-Geschäftsführer Jürgen Wehland und Universitätspräsident Volker Linneweber.

 

Die Fördermittel für das HIPS stammen ab 2010 zu 90 Prozent aus dem Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die restlichen zehn Prozent werden aus dem saarländischen Landeshaushalt erbracht.

 

Bundesministerin Annette Schavan würdigte die Gründung des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland als wichtigen Beitrag zur Stärkung der Gesundheitsforschung. „Die Erkenntnisse zu Infektionskrankheiten werden jetzt rascher für den Patienten nutzbar gemacht. Der Forschungsstandort Saarbrücken bekommt durch das Institut einen weiteren starken Impuls. Helmholtz-Institute helfen, die Brücken zwischen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Hochschulen zu stärken. Das HIPS als gemeinsames Institut eines Helmholtz-Zentrums und einer Universität bietet sowohl dem wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität als auch der Forschungseinrichtung neue Möglichkeiten der Kooperation, von der beide Seiten profitieren“, sagte Ministerin Schavan im Rahmen der Gründungsveranstaltung.“

 

Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Joachim Rippel bezeichnete die Gründung des neuen Helmholtz-Instituts als weiteren Meilenstein für das Saarland als Standort für Forschung von internationalem Rang. „Die Präsenz der bedeutenden Wissenschaftsorganisationen, die mit dem neuen Helmholtz–Institut nun alle im Saarland vertreten sind, ist von herausragender Bedeutung für den Innovationsstandort Saarland und den Strukturwandel der Saarwirtschaft. Die Landesregierung stärkt im Rahmen ihrer Innovationsstrategie mit dem Ausbau der Forschungsinfrastruktur den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Saarland. Mit einer Investitionssumme von über 110 Millionen Euro werden die Forschungskompetenz und der Technologietransfer im Saarland nachhaltig gestärkt. Dies verbessert die Voraussetzungen für den Transfer von Forschungsergebnissen in die saarländische, nationale und internationale Wirtschaft deutlich.“ Minister Rippel äußerte ferner, dass das Land selbstverständlich zu seinen Verpflichtungen gegenüber der Helmholtz-Gemeinschaft steht.

 

Das neue Institut ist die erste Forschungs-Einrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft mit dem Schwerpunkt Pharmazeutische Wissenschaften. Am HIPS sollen neue Wirkstoffe zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten identifiziert und dann für die pharmazeutische Anwendung weiterentwickelt und optimiert werden. Ministerialdirigent Heiko Gevers (Niedersachsen) wies darauf hin, dass das Helmholtz-Zentrum in Braunschweig und die Universität des Saarlandes gemeinsam die Kompetenzen haben, die für die Lösung dieser zukunftsrelevanten Aufgaben notwendig sind. „Die Forschungsaktivitäten des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung und der Wissenschaftler am neuen Helmholtz-Institut beziehungsweise der Universität des Saarlandes ergänzen sich in idealer Weise“, so Gevers.

 

Der Einrichtung des Helmholtz-Instituts liegt ein Beschluss des Bundestags zugrunde, nach dem gemeinsame Institute der Helmholtz-Gemeinschaft mit Universitäten in solchen Bundesländern gegründet werden sollen, in denen die Helmholtz-Gemeinschaft bislang nicht vertreten ist. Neben der neuen Einrichtung im Saarland wurden daher Institute in Rheinland-Pfalz (Mainz) und in Thüringen (Jena) gegründet. Sie sollen die enge Kooperation von außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Hochschulen verstetigen. „Die Universitäten sind unsere wichtigsten Partner in Forschung und Ausbildung. Mit den drei neu gegründeten Helmholtz-Instituten gehen wir nun einen Schritt weiter und institutionalisieren diese Partnerschaften, um die Zusammenarbeit nachhaltig auszubauen“, sagte Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft.

 

Universitätspräsident Volker Linneweber sieht den Forschungsstandort durch die Kooperation mit der Helmholtz-Gemeinschaft gestärkt: „Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung komplettiert die Riege bedeutender Wissenschaftsorganisationen auf dem Saarbrücker Campus. Wir freuen uns auf eine enge Zusammenarbeit in bewährter Form, wie sie bereits mit den außeruniversitären Instituten der Leibniz-Gemeinschaft sowie der Fraunhofer- und der Max-Planck-Gesellschaft besteht.“

 

Das Institut, das als Außenstelle des HZI dauerhaft eingerichtet wird, soll aus drei Abteilungen und drei Nachwuchsgruppen bestehen. Die Wissenschaftler wollen Wirkstoffe aus natürlichen Quellen identifizieren, sie durch Veränderung ihrer chemischen Strukturen für einen pharmazeutischen Einsatz optimieren und den Wirkstofftransport untersuchen. Geleitet wird das HIPS von Professor Rolf Müller; die Professoren Rolf Hartmann und Claus-Michael Lehr übernehmen stellvertretende Leitungsfunktionen. „Wir freuen uns, dass unsere langjährige und sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit Rolf Müller jetzt mit dem HIPS ihre Fortsetzung findet“, sagte Professor Jürgen Wehland vom HZI: „Wir versprechen uns davon ganz konkrete Impulse für die Therapie von Infektionen.“

 

Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren ist mit 28.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 16 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,8 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

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