Nobelpreisträger Wüthrich besucht HZI in Braunschweig

Schweizer Forscher begründete neuartige Analysetechnik für die Biochemie

25.03.2011

wuethrich

Ein internationaler Star der Wissenschaft kommt zu Besuch nach Braunschweig: Am Montag, 4. April, wird Prof. Kurt Wüthrich am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) Station machen, um mit Forscherkollegen zu diskutieren und Erkenntnisse auszutauschen. Der gebürtige Schweizer leitet derzeit ein Labor am Scripps Institute in La Jolla, USA, sowie ein weiteres an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich.

„Wir freuen uns sehr, einen international angesehenen Spitzenforscher wie Kurt Wüthrich bei uns zu begrüßen“, sagt Prof. Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI. „Herausragende Leistungen, wie er sie erbracht hat, sind immer auch ein Ansporn für junge Wissenschaftler. Am HZI haben wir eine besondere Beziehung zu Prof. Wüthrichs Forschungsgebiet: Die Aufklärung und Untersuchung der räumlichen Struktur von biologischen Molekülen, die im Mittelpunkt seiner Arbeit steht, ist auch für uns ein zentraler Schwerpunkt.“

Wüthrich entwickelte gemeinsam mit Wissenschaftler-Kollegen die Technik der so genannten „Multi-Dimensions-NMR“ zu einem leistungsfähigen Analyseverfahren für die Biochemie.

Das Kürzel NMR steht für „Nuclear Magnetic Resonance“, zu deutsch: Kernspinresonanz-Spektroskopie.

„Bei dieser Technologie misst man, vereinfacht gesagt, das Verhalten von Molekülen in einem starken Magnetfeld“, erklärt Dr. Torsten Lührs, Arbeitsgruppenleiter am HZI, der im Labor von Kurt Wüthrich promoviert hat. „Die verschiedenen Atomkerne innerhalb eines Moleküls sind leicht magnetisch und beeinflussen sich dadurch gegenseitig. Aus ihrem Verhalten im Magnetfeld können wir Signale messen, die uns Aufschluss darüber geben, wie sie innerhalb des Moleküls räumlich angeordnet sind.“ Die Technologie kann eingesetzt werden, um die dreidimensionale Struktur von biologischen Molekülen, etwa Proteinen, mit hoher Auflösung aufzuklären – wobei allerdings viel Mathematik vonnöten ist.

Für seine Pionierarbeit wurde Wüthrich im Jahr 2002 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.

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