Neueste pharmazeutische Forschung gegen Infektionskrankheiten

4. Internationales HIPS-Symposium an der Saar-Uni am 5. Juni 2014

30.05.2014

Beim HIPS-Symposium dreht sich alles um neueste Entwicklungen in der pharmazeutischen Forschung.

© Uwe Bellhäuser - das bilderwerkBeim HIPS-Symposium dreht sich alles um neueste Entwicklungen in der pharmazeutischen Forschung.

 Welche neuen Entwicklungen gibt es in der pharmazeutischen Forschung? Antworten dazu gibt es am Donnerstag den 5. Juni 2014 auf dem vierten HIPS Symposium auf dem Campus der Universität des Saarlandes. Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) hat hierfür hochkarätige Forscher und Nachwuchswissenschaftler eingeladen, die über den Stand ihrer Forschung berichten. Das HIPS wurde 2009 gemeinsam von der Universität des Saarlandes (UdS) und dem Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) gegründet und ist bislang das einzige außeruniversitäre Forschungsinstitut mit dem Schwerpunkt „Pharmazeutische Forschung“ in Deutschland.  

Multiresistente Bakterien sind eine der großen Herausforderungen in der biomedizinischen Forschung der heutigen Zeit. Immer mehr Erreger finden Wege, die vorhandenen Therapien zu umgehen und werden damit unempfindlich gegen Medikamente, die vor zehn Jahren noch wirksam waren. Gleichzeitig ist die Neuentwicklung wirkungsvoller Antibiotika ins Stocken geraten. Auf dem HIPS-Symposium stehen deshalb neue Ansätze im Zentrum des Interesses. Das jährliche Treffen bietet Forschern ein Forum für neue Antibiotika, neue Technologien und ein besseres Verständnis von Erregern und Entwicklungen hin zu zukünftigen Medikamenten. Gerade die Interdisziplinarität der eingeladenen Gäste bietet eine Möglichkeit des Austauschs von Ideen über die Grenzen klassischer Disziplinen hinweg. 

Interessante Beiträge kommen dieses Jahr zum Thema Antibiotika: Prof. Suzanne Walker von der Harvard Medical School, USA spricht über neue Behandlungsstrategien gegen den Problemkeim Staphylococcus aureus durch Wirkstoffkombinationen. Eine vergleichende Studie verschiedener Isolate dieses Krankheitserregers beschreibt Prof. Mathias Herrmann vom Universitätsklinikum und der Universität des Saarlandes in seinem Vortrag. Aber auch „neue alte“ Antibiotika stehen im Fokus. Dr. Peter Hammann von Sanofi stellt Wirkstoffe vor, die zwar schon vor 50 Jahren entdeckt wurden, aber erst jetzt durch den Einsatz moderner Methoden vielversprechend weiterentwickelt werden. Prof. Richard H. Ebright von der Rutgers University in Piscataway, USA erläutert die genaue Funktion des Antibiotikums GE23077, gegen das Bakterien nur sehr schwer Resistenzen entwickeln können. Außerdem gibt Prof. Karl-Heinz Altmann einen Überblick über seine Forschung an der ETH Zürich, bei der Wirkstoffe im Zentrum des Interesses stehen, die Behandlungen von multiresistenten Tuberkulosebakterien zulassen. Ein Großteil der heute eingesetzten Antibiotika wurden nach dem Vorbild der Natur entwickelt, da Mikroorgansimen eine Vielzahl wirksamer Substanzen produzieren, um sich im natürlichen Lebensraum durchzusetzen. Spannende Einblicke in das natürliche Abwehrsystem der Blattkäfer liefert der Vortrag von Prof. Wilhelm Boland vom Max-Planck Institut für Chemische Ökologie in Jena.  

Neben bakteriellen Krankheitserregern und der Entdeckung und Entwicklung wirksamer Antibiotika sind auch neue Impfstrategien ein Thema auf dem Symposium.  Prof. Carlos Guzman vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig, stellt neue Adjuvantien (Impfverstärker) vor, die sehr spezifische Immunitäten hervorrufen und gleichzeitig per Schluckimpfung eingenommen werden können. Ebenfalls oral verabreichbar sind die Nanopartikel, an denen Prof. Ijeoma Uchegbu vom University College London forscht. Sie verbessern die Wirkung des Antimykotikums Amphotericin B gegen Parasiten und Pilzerkrankungen.

Aber wie bringt man einen Wirkstoff genau dahin, wo er wirken soll? Dieser Frage geht zum Abschluss Prof. Massimo Conese von der Universität Foggia (Italien) in seinem Vortrag über den Transport von entzündungshemmenden Wirkstoffen und Antibiotika durch die Schleimschicht auf dem Lungengewebe nach. 

Weitere Informationen und das vollständige Programm finden Sie unter: www.helmholtz-hzi.de/hips-symposium/

 

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)

Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. www.helmholtz-hzi.de

Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS)

Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) ist eine Außenstelle des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und wurde im Jahr 2009 vom HZI und der Universität des Saarlandes gegründet. Die Forscher suchen hier insbesondere nach neuen Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten, optimieren diese für die Anwendung am Menschen und erforschen, wie sie am besten durch den Körper zum Wirkort transportiert werden können.

Die Universität des Saarlandes

Die Saar-Universität ist international bekannt durch die Informatikforschung und die Nano- und Lebenswissenschaften. Allein in den Lebenswissenschaften, vor allem der Medizin, Pharmazie und Biologie sowie den Naturwissenschaften, forschen über 600 Wissenschaftler auf dem Uni-Campus in Saarbrücken. Die engen Beziehungen zu Frankreich und der Europa-Schwerpunkt sind weitere Markenzeichen.
www.uni-saarland.de