Nationale Kohorte nimmt Fahrt auf

Studienzentrum Hannover begrüßt erste Teilnehmerin der Gesundheitsstudie

17.06.2014

Ein wichtiger Teil der Studie ist die Befragung der Teilnehmer zu ihrer Lebensweise, zu Vorerkrankungen und zu sonstigen gesundheitlichen Faktoren sowie zur Medikamenteneinnahme.

HZI / MisiakEin wichtiger Teil der Studie ist die Befragung der Teilnehmer zu ihrer Lebensweise, zu Vorerkrankungen und zu sonstigen gesundheitlichen Faktoren sowie zur Medikamenteneinnahme.

Deutschlands größte Gesundheitsstudie, die Nationale Kohorte, hat begonnen. Das Studienzentrum in Hannover, eine Außenstelle des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), begrüßte im Mai die erste Teilnehmerin. In der Nationalen Kohorte wird untersucht, was uns krank macht, wie wir uns vor Krankheiten schützen können und warum bestimmte Menschen häufiger krank werden als andere. Ab Oktober 2014 soll die Studie dann bundesweit starten. 

Über einen Zeitraum von 20 Jahren werden in ganz Deutschland 200.000 Personen im Alter von 20 bis 69 Jahren in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten und sozialem Umfeld befragt. Ziel ist es, Ursachen und Risikofaktoren für die wichtigsten Volkskrankheiten genauer zu erforschen. Das sind neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz, Depressionen auch Infektionen: „Die Erforschung von Infektionskrankheiten ist ein besonderer Schwerpunkt im Studienzentrum Hannover“ erklärt Prof. Gérard Krause vom HZI, der dieses Themengebiet innerhalb der Nationalen Kohorte koordiniert. „Insbesondere zur Wirksamkeit von Impfungen und zur Bekämpfung resistenter Bakterien können wir so wichtige Zusammenhänge erforschen.“

Nachdem in den vergangenen Jahren zunächst der Studienablauf getestet und verfeinert wurde, geht es nun richtig los. „Die ersten Teilnehmer konnten wir bereits untersuchen und bisher waren sie alle mit dem Ablauf sehr zufrieden“, sagt Dr. Yvonne Kemmling, Leiterin des Studienzentrums in Hannover. Die Untersuchung dauert zwischen zweieinhalb und vier Stunden und beinhaltet Tests zu Gefäßerkrankungen, Zuckerstoffwechsel, Lungenfunktion, Konzentrations- und Gedächtnisfähigkeit sowie verschiedene Laboruntersuchungen. Auf Wunsch erhalten die Teilnehmer ihre Ergebnisse. 

In den nächsten Tagen und Wochen werden weitere Bürgerinnen und Bürger aus Hannover mithilfe des Einwohnermeldeamtes zufällig ausgewählt und zur Teilnahme an der Studie eingeladen. Insgesamt werden 10.000 Personen innerhalb von vier Jahren untersucht „Dazu erhöhen wir jetzt nach und nach die Teilnehmerzahl und erweitern schrittweise die Untersuchungen“, sagt Kemmling. „Bis zum bundesweiten Start der Nationalen Kohorte am 1. Oktober 2014 sind wir also mehr als bereit“. 

Eine Besonderheit der Langzeitstudie: Nach vier Jahren werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erneut eingeladen. Im Verlauf von 20 Jahren besuchen sie somit bis zu fünf Mal das Studienzentrum.

Das Studienzentrum ist im Clinical Research Center Hannover in der Nähe der Medizinischen Hochschule Hannover untergebracht. „Die neuen Räumlichkeiten und Geräte sind ideal für einen reibungslosen Untersuchungsablauf, alles ist bereits voll funktionsfähig“, sagt Kemmling. 

Die Bedingungen für einen gelungenen Start sind also geschaffen. Damit die Studie die gewünschten Ergebnisse liefert, kommt es vor allem auf die Bevölkerung an. Jeder Einzelne, der mitmacht, trägt dazu bei, die Erforschung von Volkskrankheiten voran zu bringen und sorgt so langfristig für eine gesündere Zukunft.

 

Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft,  das ist der Leitgedanke der Nationalen Kohorte (NAKO), der zurzeit größten Bevölkerungsstudie in Deutschland. Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Weitere Informationen finden Sie unter www.nationale-kohorte.de